mini|Hl. Petrus mit den Insignien Hahn, Schlüssel und Papstkrone, 1955, Ulme, 280 cm, Erzbischöfliches Ordinariat München, Maxburg Siegfried Moroder (* 19. April 1911 in St. Ulrich in Gröden; † 16. Januar 1989 in Riedering-Wolferkam, Oberbayern) war ein italienischer Bildhauer aus dem Grödner Tal in Südtirol. Er ist Mitglied der Südtiroler Künstler-Familie Moroder.

Leben und Werk Bereits Siegfried Moroders Vater Rudolf Moroder war Bildhauer. Seine erste Ausbildung erhielt er in einer Schnitzerwerkstatt. 1933 erlangte er ein Romstipendium. In dieser Zeit erfolgten bereits Ausstellungen in Bozen, Florenz, Mailand und Bari. Mit 25 Jahren ging er an die Kunstakademie in München. Seine Lehrer waren Hermann Hahn und Joseph Wackerle.Soweit nicht anders angegeben, bezieht sich der Lebenslauf auf: Siegfried Moroder Skulpturen – Biographie und Werkeverzeichnis

Während seiner Studienzeit lernte er den Jesuitenpater Alfred Delp kennen. Der Austausch und die Freundschaft mit Delp wurden für Moroder prägend. Durch ihn lernte er das Dorf Wolferkam im Chiemgau kennen, in dem Delp oft seinen Urlaub verbrachte. Die Künstlerin Ruth Kiener-Flamm lebte in dieser Zeit ebenfalls in Wolferkam.Peter Hammerich, Günther Saltin: Ruth Kiener-Flamm: Kuppelfenster der Pater-Alfred-Delp-Kapelle in Lampertheim. (Google Books-Ergebnisseite) In: Alfred-Delp-Jahrbuch. Band 3/2009: Alfred Delp und die Kunst. LIT Verlag Dr. W. Hopf, Berlin 2009, S. 46; abgerufen: 21. März 2022 Das Dorf wurde später die Wirkungsstätte Moroders.

1942 heiratete Moroder Anna Pescosta, die ebenfalls aus dem Grödner Tal stammte. Ab 1943 war er Soldat in Italien. 1943–1946 wurden zwei Töchter und ein Sohn geboren. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst in seinem Atelier in München. 1957 verlegte er es nach Wolferkam, dem Wohnort seiner Familie. Hier bot sich auch Raum für große Skulpturen.

1940 bis 1944 stellte Siegfried Moroder in den nationalsozialistischen „Gauausstellungen Tirol-Vorarlberg“ in Innsbruck zusammen mit den Grödner Bildhauern Albino Pitscheider, Raimund Mureda (Moroder), Vinzenz Peristi, Otto Moroder, Hermann Moroder und Engelbert Perathoner aus.Helmuth Oehler: Skulptur im Nationalsozialismus in Tirol. Ein Überblick. (PDF; 398 kB) Wolfgang Meighörner (Hrsg.): Zwischen Ideologie, Anpassung und Verfolgung. Kunst und Nationalsozialismus in Tirol. Katalog der Ausstellung Skulptur im Nationalsozialismus in Tirol ein Überblick im Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck 2019, S. 164–179.

Holz war sein bevorzugtes Material, aber auch aus Stein und Bronze gestaltete er seine Kunstwerke. Außerdem entstanden Reliefs, Mosaiken und Glasfenster. Impulse kamen vom Maler Ernst Weiers, der ihn anregte, die Skulpturen mit Farben zu verbinden und vom Bildhauer Karl Knappe. Kontakte gab es mit den Architekten Theo Pabst, Sep Ruf und Hansjakob Lill.

Aufträge erhielt er für Sakral- und Profanbauten, so u. a. die 6 m hohe Christusfigur in St. Augustin München, die Petrusfigur im erzbischöflichen Ordinariat München und die Grabplatten von Kardinal Clemens August Graf von Galen in Münster und von Carl Orff in Andechs.

1978 verstarb seine Ehefrau, 1989 erlitt Moroder einen Herzstillstand. Er ist in Neukirchen am Simssee begraben.

Werke (Auswahl) Abendmahl, 1952, Bronzerelief, Höhe 35 cm, Breite 50 cm (Kunstverlag Ettal) Petrus, 1955, Ulme, Höhe 280 cm, Erzbischöfliches Ordinariat München, Maxburg Altarkreuz, 1956, Kirche Don Bosco Germering/Unterpfaffenhofen (Münchner Katholische Kirchenzeitung 5/2022) Pietà, 1957, Holz, Pfarrkirche St. Joseph Neuhaus am Schliersee (Schliersee: Kirchen) Altarkreuz, 1958, Eiche, Höhe 6 m, Pfarrkirche St. Augustinus München-Trudering Hl. Lantpert von Freising, 1959, Eiche, Höhe 300 cm, farbig; Madonna Höhe 120 cm, 1960, Pfarrkirche St. Lantpert München Altarkreuz Höhe 450 cm und Madonna mit Kind, 1962, Pfarrkirche Christkönig Unterneukirchen, Landkreis Altötting Mensch unterm Kreuz, Altarkreuz, 1962, Eiche, Höhe 5 m, Pfarrkirche St. Vinzenz München Altarkreuz, 1962, Pfarrkirche St. Josef (Nördlingen) Tabernakel mit Lebensbaum, 1962, Bronze (von Siegfried Moroder und Manfred Bergmeister), Pfarrkirche St. Josef (Nördlingen) Guter Hirte, 1963, Bronze, Höhe 250 cm, Pfarrkirche Zum Guten Hirten Altenstadt/Iller Wandmosaik mit Kreuzwegmotiven, 1963, Pfarrkirche St. Sebastian (München) (Festschrift 50 Jahre) Verlorener Sohn, 1965, 160 cm, Eiche, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt Riedering Vier Glasfenster, 1968, Sebastianeum Bad Wörishofen Menschen unterm Kreuz, 1970, Höhe 6 m, Pfarrkirche Hl. Familie Kaufbeuren Pietà, Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes Söllhuben-Riedering Grabplatte für Carl Orff, 1982, Kloster Andechs Grabplatte für Clemens August Kardinal von Galen, Dom zu Münster Kontemplativer Rosenkranzweg, 1986, Marienwallfahrtsort Violau/Altenmünster Bronzebüste Alfred Delp, Wallfahrtskirche Maria Stern, Neukirchen am Simssee

Literatur Karl Busch: Siegfried Moroder – Der Bildschnitzer. In: Das Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft, 7.1954, 1/2, S. 39–41. Katalog: Arte Liturgica. In: Germania 1945–1955. Lateranpalast, Rom 1955. Kirchliche Kunst. in: Der Feuerreiter. Köln 17. September 1955. Hugo Schnell: Siegfried Moroder. In: Das Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft, 12.1959, S. 278–279 Neue Werke deutscher Bildhauer. In: Das Münster. Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft. Heft 7–9, 1959. Frank Dambeck: Das Antlitz des Herrn. In: Münchner katholische Kirchenzeitung. 9. Januar 1961. Hugo Schnell: Neue Kirchenbauten in Süddeutschland. In: Das Münster, Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft. Jahrgang 16, 1963. Hugo Schnell: Das Münster, Zeitschrift für christliche Kunst und Kunstwissenschaft. Jahrgang 18, 1965. Charlotte Siemer: Siegfried Moroder – Monumentalität aus der Stille. In: Münchner katholische Kirchenzeitung. 25. April 1971 Galerie Eichinger: Südtiroler Maler und Bildhauer der Gegenwart. Katalog der Verkaufsausstellung. München 1972. Carl Schuster: Monumentalität in der Bildkraft. In: Dolomiten. 1973. Annelies Schlickenrieder: Wenn schon Kreuze, dann mussten es österliche sein. In: Münchner katholische Kirchenzeitung. 4. Juni 1989.

Edgar Moroder: Ergänzungsstudie zum Moroder-Familienbuch. Moroderfamily.com PDF, S. 128–130.

Einzelnachweise

Weblinks

Siegfried Moroder Skulpturen Info abgerufen: 21. März 2022

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