mini|270px|Gasthaus Zur Post
Unterneuses ist ein Gemeindeteil des Marktes Burgebrach im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern. Die Gemarkung Unterneuses hat eine Fläche von 5,363 km². Sie ist in 848 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6324 m² haben. In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Failshof.
Geographie Das Kirchdorf Unterneuses liegt am östlichen Rand des Steigerwaldes im Tal der Rauhen Ebrach, eines linken Zuflusses der Regnitz, auf . Der Ort liegt an der Bundesstraße 22, die eine Verbindung nach Oberharnsbach (0,7 km östlich) sowie nach Burgebrach (2,8 km westlich) herstellt. Zudem führen die Staatsstraße 2263 nach Steppach (6 km südlich) und die Kreisstraße BA 29 nach Stappenbach (2,1 km ostsüdöstlich). Unterneuses besaß früher einen Bahnhof an der heute zwischen Frensdorf und Ebrach abgebauten Bahnstrecke Strullendorf–Ebrach.
Geschichte Die Gegend um das heutige Unterneuses war bereits vor über 2000 Jahren besiedelt, dortige Keramikfunde gehen bis in die Hallstatt- und frühe Latènezeit zurück.Andrea Lorenz, Thomas Büttner: Kulturlandschaftsinventarisation Nördlicher Steigerwald – Zwischenbericht. Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, 2005. S. 40–42. (online verfügbar)
Der Ort wurde im Jahr 1303 als „Altenüwsetz“ erstmals urkundlich genannt. Das Haufenwegedorf ist eine Ausgründung von Burgebrach oder Oberharnsbach.P. Schneider: Steigerwald, S. 168f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Unterneuses aus 27 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Burgebrach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Burgebrach. Grundherren waren das Amt Burgebrach: 3 Höfe, 1 Sölde, 1 Söldengütlein; das würzburgische Amt Eltmann: 2 Höfe, 2 Halbhöfe, 2 Söldengütlein; das Kloster Michelsberg: 1 Söldengütlein; die Universität Bamberg: 1 Mühle mit 3 Mahlgängen; das schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden: 1 Hof mit Schild- und Gastgerechtigkeit, 1 Sölde mit Braurecht, 1 Gut mit Gast-, Schenk- und Braurecht, 1 Gut mit Bäckerfeuerrecht; die Nürnberger Patrizier Löffelholz von Kolberg: 1 Söldengütlein; Freiherren von Schrottenberg zu Reichmannsdorf: 1 Hof, 1 Söldengütlein mit Schmiedefeuerrecht; die Bamberger Familie von Stagfisch: 2 Söldengüter. Der Gemeinde unterstanden 1 Sölde, 1 Sölde mit Schmiedefeuerrecht, 1 Tropfhaus mit 2 Wohnungen. Freieigen waren 1 Schulhaus und 1 Wohnhaus.H. Weiß: Bamberg, S. 179f. Der Ertrag an Getreide und Heu galten als sehr gut.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 5, Sp. 640f.
Im Jahre 1802 kam Unterneuses an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Unterneuses gebildet. Zu diesem gehörte nur Unterneuses. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand die Ruralgemeinde Unterneuses mit Failshof. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgebrach (1919 in Finanzamt Burgebrach umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Unterneuses zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).H. Weiß: Bamberg, S. 273f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 5,387 km².
Am 1. Januar 1972 wurde Unterneuses im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burgebrach eingemeindet.
Baudenkmäler In Unterneuses gibt es sechs Baudenkmäler: Ebrachbrücke Kreuzschlepper Storchengasse 3: Wohnstallhaus Unterneuses 19: katholische Filialkirche Mariä Opferung Unterneuses 22: Gasthaus Zur Post mit Brauereianbau, Kleinwohnhaus, Stallstadel und Holzlege Zur Mühle 3: Ehemalige Mühle
Einwohnerentwicklung Gemeinde Unterneuses Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 181 217 212 209 214 214 210 228 228 220 204 196 193 190 211 224 216 216 205 281 292 292 222 220HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 31 35 34 35 37 37 40 45 Quelle
Ort Unterneuses Jahr 1799 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2018 2024Einwohner 140 163 194 194 190 175 194 256 200 201 175 216 223Häuser 24 29 31 34 34 37 42 47 Quelle
Religion mini|Katholische Filialkirche St. Maria Unterneuses ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Vitus (Burgebrach) gepfarrt.
In Unterneuses wurde erstmals 1779 bis 1780 eine Kapelle errichtet, zuvor wurden Gottesdienste unter freiem Himmel abgehalten. Der Bau im Barockstil wurde 1920 erweitert. Das Patronatsfest findet am 21. November statt, die Kirchweih wird am 3. Sonntag im Oktober gefeiert.Der Schlussstein mit der Jahreszahl 1756 auf der Website der Pfarrei Burgebrach. Abgerufen am 13. Februar 2022.
Wirtschaft Von 1815 bis 1998 braute die Brauerei zur Post in Unterneuses, die Brauerei Fischerbräu bestand von 1772 bis 1981.Unterneuses auf fraenkische-brauereien.com. Abgerufen am 13. Februar 2022.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Burgebrach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Ersterwähnung 1303 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg Kategorie:Ort an der Rauhen Ebrach Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)