Schwärzermühle ist ein Ortsteil der Gemeinde Schmidgaden im Landkreis Schwandorf des Regierungsbezirks Oberpfalz im Freistaat Bayern.
Geografie Der Weiler Schwärzermühle liegt 3 Kilometer nordwestlich von Schmidgaden an der Bundesautobahn 6. Sie liegt am Ufer des Schwärzerbaches, der in seinem Oberlauf etwa bis zur Schwärzermühle den Namen Grimmerbach trägt. Dieser Bach bildet das enge Magdalenental zwischen dem 631 Meter hohen Friedrichsberg im Westen und dem 556 Meter hohen Grafenberg im Osten. Die Umgebung von Schwärzermühle ist von Quellen und Bächen geprägt, deren Wasser in zahlreichen Fischweihern genutzt wird.
Geschichte Schwärzermühle (auch: Schwägermühle, Schwärzermühl) wurde im Allgemeinen mit Trisching zusammen veranlagt. Eine Mühle zu Trisching wird bereits im 16. Jahrhundert erwähnt. Namentlich wird Schwärzermühle 1808 als Mühle zu Trisching gehörig aufgeführt. Sie war eine Mühle mit 2 Gängen, Schätzwert 360 Gulden. Ihre Inhaber waren 1808 Michael Strobl, später Georg Schartl.
1808 begann in Folge des Organischen Ediktes des Innenministers Maximilian von Montgelas in Bayern die Bildung von Gemeinden. Dabei wurde das Landgericht Nabburg zunächst in landgerichtische Obmannschaften geteilt. Schwärzermühle kam zur Obmannschaft Trisching. Zur Obmannschaft Trisching gehörten: Trisching, Schmidgaden, Hartenricht und Schwärzermühle.
Dann wurden 1811 in Bayern Steuerdistrikte gebildet. Dabei kam Schwärzermühle zum Steuerdistrikt Trisching. Der Steuerdistrikt Trisching bestand aus Trisching, der Einöde Schwärzermühle und den königlichen Waldungen Fichtenschlag und Ebenholz. Er hatte 44 Häuser, 292 Seelen, 300 Morgen Äcker, 65 Morgen Wiesen, 230 Morgen Holz, 2 Weiher, 12 Morgen öde Gründe und Wege, 3 Pferde, 70 Ochsen, 40 Kühe, 72 Stück Jungvieh, 120 Schafe und 30 Schweine.
Schließlich wurde 1818 mit dem Zweiten Gemeindeedikt die übertriebene Zentralisierung weitgehend rückgängig gemacht und es wurden relativ selbständige Landgemeinden mit eigenem Vermögen gebildet, über das sie frei verfügen konnten. Hierbei kam Schwärzermühle zur Ruralgemeinde Trisching. Die Gemeinde Trisching bestand aus den Ortschaften Trisching mit 46 Familien und Schwärzermühle mit 1 Familie.
Im Januar 1972 wurde die Gemeinde Trisching in die Gemeinde Schmidgaden eingegliedert.
Schwärzermühle gehörte zur Filialkirche Trisching der Pfarrei Schmidgaden im Dekanat Nabburg. 1997 wurde die Schwärzermühle nicht mehr gesondert aufgeführt, sondern als Teil von Trisching.
Einwohnerentwicklung ab 1819 + 1819–1913 Jahr Einwohner Gebäude 1819 1 Familie k. A. 1828 7 1 1838 7 1 1864 12 3 1875 11 4 1885 8 2 1900 6 1 1913 9 1
+ 1925–2011 Jahr Einwohner Gebäude 1925 12 1 1950 13 2 1961 20 3 1964 20 3 1970 24 k. A. 1987 0 0 2011 0 k. A.
Tourismus Bei der Schwärzermühle gibt es ein altes Mühlrad und eine etwa 300 Jahre alte Sommerlinde. Von der Schwärzermühle aus führt nach Norden der Schwärzermühlweg unter der Autobahn hindurch. Richtung Nordwesten führt dann ein Weg an den Schwärzermühlweihern entlang zum Magdalenental. Am Schwärzerbach, der hier Grimmerbach heißt, entlang gelangt der Wanderer durch das enge Magdalenental zur Magdalena-Kapelle. Weiter Richtung Nordwesten am Bach entlang wandernd erreicht er schließlich südöstlich von Bärnmühle den Karl-Krampol-Weg.
Literatur Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
Einzelnachweise Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 96 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 328 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 334 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 402 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 408 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 415 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 431 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 438
Zensus 2011 bei zensus2011.de. Abgerufen am 4. Februar 2022. Manfred Müller (Hrsg.): Matrikel des Bistums Regensburg. Verlag des Bischöflichen Ordinariats Regensburg, 1997, S. 643 Schwärzermühle bei Bayernatlas. Abgerufen am 10. Februar 2022. Schwärzermühle bei bavarikon.de. Abgerufen am 10. Februar 2022. Trisching bei schmidgaden.de. Abgerufen am 8. Februar 2022.
Weblinks Schwärzermühle, Luftaufnahme Trisching
Kategorie:Geographie (Schmidgaden) Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Ersterwähnung 1808