Degenhart Neuchinger zu Oberneuching († 22. Januar 1624)Zu vollständigen Namen siehe Inschrift auf Abb. des Epitaphs bzw. des Grabmals hatte als StiftsdekanZu Nachweis des Sterbedatums und des Stiftsdekanats von Degenhart Neuchinger – in Walter Brugger, Heinz Dopsch, Peter F. Kramml: Geschichte von Berchtesgaden: Zwischen Salzburg und Bayern (bis 1594). Plenk, Berchtesgaden 1991, S. 63, 73, 111. den Vorsitz über die Augustiner-Chorherren der Fürstpropstei Berchtesgaden und konnte qua Amt auch als Stellvertreter des Fürstpropstes fungieren.

Leben und Wirken

Zum Stiftsdekan in Berchtesgaden berufen wurde Neuchinger unter Kurfürst und Erzbischof Ferdinand von Bayern, der seinerzeit auch das Amt des Fürstpropsts bzw. Kurkölnischen Administrators von Berchtesgaden innehatte.A. Helm, Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. Reprint von 1929. Verein für Heimatkunde d. Berchtesgadener Landes. Verlag Berchtesgadener Anzeiger sowie Karl M. Lipp Verlag, München 1973; S. 85 Im Gegensatz zu einigen anderen Stiftsdekanen wurde Neuchinger nicht zum Nachfolger eines Fürstpropstes gewählt – nicht zuletzt auch deshalb, weil Ferdinand von Bayern ihn um viele Jahre überlebte.

Von Neuchinger ist ansonsten bekannt, dass er in Berchtesgaden noch als Pfarrer 1591 die Berufung des erst 13-jährigen Ferdinand von Bayern zum Koadjutor bezeugteJoseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke. Band 2, S. 139 (3. Abs.) (). und die Bestätigungsurkunde von 1593Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke. Band 2, S. 142 (3. Abs.) (). als Kapitular mitunterzeichnete. Als Stiftsdekan hat er sich 1597Joseph Ernst von Koch-Sternfeld: Geschichte des Fürstenthums Berchtesgaden und seiner Salzwerke. Band 3, S. 4 (unten) (; Koch-Sternfeld datiert an dieser Stelle den Blitzeinschlag fälschlicherweise auf 1567). nach einem Blitzeinschlag von 1596, Denkmalnummer DD-1-72-116-135 ganz unten, online unter geodaten.bayern.de in den südlichen Turm der Stiftskirche um den Wiederaufbau zerstörter Gebäudeteile bemüht und ließ zu Anfang des 17. Jahrhunderts die Pfister-Mühle mit angeschlossener PfisterbäckereiA. Helm, Hellmut Schöner (Hrsg.): Berchtesgaden im Wandel der Zeit. 1973; S. 242 sowie 1614 „auf sain aignen Lasten“, online unter museum-schloss-adelsheim.de das Schloss Adelsheim erbauen.

Grabmal mini|hochkant 0.7|Epitaph Degenhart Neuchinger Das Grabmal von Degenhart Neuchinger ist an einer Seitenwand der Franziskanerkirche Berchtesgaden angebracht. Weder in der Franziskanerkirche noch in der Berchtesgadener Stiftskirche sind weitere derart aufwendig ausgestaltete Grabmale für Stiftsdekane bekannt. Es zeigt über der Inschrift links unterhalb der Kreuzesdarstellung den Verstorbenen und rechts davon zwei Wappenschilde, eins davon mit mittelalterlicher Gugel-Kopfbedeckung analog zum Wappen von Neuching und dessen Ortsteil Oberneuching (allerdings gebessert um ein schwarzes Gesicht, das aus der Gugel schaut) sowie eines mit bislang nicht zuordenbarem Galgenbrunnen, die direkt darüber noch einmal als Helmzier gedoppelt sind. Insbesondere das Wappen mit der Gugel und dem schwarzen Gesicht lässt vermuten, dass Degenhart Neuchinger dem seit der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts nachgewiesenen Grundherrengeschlecht der Neuchinger angehörte, das 1685 im „Mannesstamm erloschen“ ist.Oberneuching (ehemalige Gemeinde) – In Gold ein blaue Gugel, Erläuterungen zum Wappen der ehemals eigenständigen Gemeinde Oberneuching, online unter ed-wappen.de Da ein „Ehewappen“ bei einem im Zölibat lebenden Kleriker nicht infragekommt, könnte sich das nicht zuordenbare daneben stehende Allianzwappen womöglich auf den Stifter der Grabplatte beziehen oder auch einen ganz anderen Bezug haben.

Nachfolgend der buchstabengetreue Wortlaut der Grabinschrift (in Klammern mutmaßliche Auflösung von Abkürzungen):

Einzelnachweise

Kategorie:Augustiner-Chorherr Kategorie:Stiftsdekan (Fürstpropstei Berchtesgaden) Kategorie:Geboren im 16. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1624 Kategorie:Mann