Gielde ist ein Ortsteil der Gemeinde Schladen-Werla im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen (Deutschland).

Geografie Gielde [] liegt am südsüdwestlichen Rand des Oderwalds am Hang des Eichbergs zwischen Vienenburg im Süden und Wolfenbüttel im Norden, südwestlich liegt Liebenburg und südöstlich Schladen. Das Dorf wird in West-Ost-Richtung von der Warne durchflossen.

Altenrode war als der zweite Ortsteil von Gielde ausgewiesen.

Nachbarorte

Geschichte Ortsname Gielde wurde unter anderem folgendermaßen erwähnt: 953: Gelithi (th als wie in Englisch thorn) 970‑972: Gellithi 1140/1174: Gelithe 1188: Geledhe 1303: Gilede 1339/1458: Gylde 1542: Gilde ab 1616: Gielde

In der Forschung werden für das Grundwort Giel- zwei Deutungen genannt, nämlich entweder als „Sumpf“ von dem mittelniederdeutschen Wort gȫl(e) mit derselben Bedeutung oder eine Basis *gail/*gēl für „längliches Tal, Vertiefung“. Die Endung -ede gehört zur ältesten germanischen Namensschicht und bezieht sich unter anderem auf die Qualität eines Gebiets.

Frühgeschichte Aus archäologischen Funden geht hervor, dass Gielde mindestens seit Christi Geburt ununterbrochen besiedelt ist. Die Ortschaft gehörte später wahrscheinlich zur nahegelegenen Königspfalz Werla. Zur Gielder Feldmark gehören die Wüstungen Hetelde und Wedelingerode.

Auf dem Burgberg als einem langgestreckten Höhenzug etwa 1 km nördlich von Gielde befindet sich die Kukeriulenburg, die auch Sachsenring genannt wird. Es handelt sich um eine ovale Wallbefestigung mit einer Fläche von 0,4 ha. Mündliche Überlieferungen bezeugen die Nutzung des Areals als Viehring in neuerer Zeit. Die Bezeichnung als Kukeriulenburg oder Sachsenring deutet dagegen auf ältere Traditionen hin und bedeutet, dass vermutlich an dieser Stelle eine frühmittelalterliche Fluchtburg stand, die in Beziehung zu der 4,2 km östlich gelegenen Königspfalz Werla lag.

Mittelalter Im Jahre 1140 wurde Gielde mit seiner Kirche erstmals urkundlich erwähnt. Das Patronat über der Kirche lag anfangs beim Kloster Heiningen, das später an den Archidiakon zu Goslar als Lehen des Hochstifts Hildesheim fiel. Nach der Hildesheimer Stiftsfehde fiel Gielde 1523 an das Fürstentum Braunschweig-Wolfenbüttel.

Neuzeit Am 4. April 1835 ereignete sich ein Großbrand im Dorf, der 17 Höfe mitsamt Nebengebäuden und 9 Brinksitzerhäuser niederbrannte. Einen Anschluss an der Warnetalbahn erhielt Gielde 1856, der Personenverkehr wurde zum 1. Januar 1976 eingestellt.

Am 1. November 2013 ging Gielde in der Gemeinde Schladen-Werla auf.

Einwohnerentwicklung Entwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen2015 795 zum 30.06.2017 787 zum 30.04.2018 762 zum 31.05.Quelle:

Politik

Ortsrat Der Ortsrat, der Gielde vertritt, setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:

Ortsbürgermeister Ortsbürgermeisterin ist seit Dezember 2021 Friederike Fiebig (SPD).

Wappen Das Ortswappen zeigt einen silbernen Balken, der von einem goldenen Ring überdeckt wird, aus diesem scheinen drei Eichenblätter zu sprießen.

Wirtschaft und Infrastruktur mini|Gielder Kirche Es bestehen in Gielde zehn landwirtschaftliche Familienbetriebe, diese haben meistenteils (landwirtschaftliche) Nebeneinkünfte oder werden im Nebenerwerb betrieben. Neben einem schweinehaltenden Veredlungsbetrieb, dominiert der Anbau von Marktfrüchten. An Einkaufsmöglichkeiten sind eine Bäckerei und ein Dorfladen mit regionalen Spezialitäten zu finden.

Verkehr Die Bundesstraße 82 Goslar – Schöppenstedt führt südlich an Gielde vorbei. Seit 1995 ist die heutige Bundesautobahn 36 fertiggestellt, nächstliegende Auffahrt an der L 500 ist in 4,5 km Entfernung Schladen-Nord. Die Autobahn verbindet Gielde mit der A 14 im Südosten und der A 2 im Norden. Ebenso sind die Kreisstadt Wolfenbüttel sowie das Regionalzentrum Braunschweig seitdem relativ schnell zu erreichen. Gielde hat außerdem einen Haltepunkt an der Warnetalbahn, die unregelmäßig mit Zügen befahren wird.

Religion Im Ort befindet sich eine evangelisch-lutherische Kirche.

Weblinks

Ortsgeschichte Gielde Internetauftritt der Gemeinde Schladen-Werla Die Geschichte der Kirche in Gielde

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Wolfenbüttel Kategorie:Ortsteil von Schladen-Werla Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Wolfenbüttel) Kategorie:Gemeindeauflösung 2013