Mönchherrnsdorf (bis 1868 Herrnsdorf) ist ein Gemeindeteil des Marktes Burgebrach im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern. Die Gemarkung Mönchherrnsdorf hat eine Fläche von 8,723 km². Sie ist in 619 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 14103 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Büchelberg und Magdalenenkappel.
Geographie Das Pfarrdorf Mönchherrnsdorf liegt im Steigerwald im Tal der Mittleren Ebrach, eines rechten Zuflusses der Rauhen Ebrach, auf . Bei Mönchherrnsdorf mündet der Geiselbach in die Mittlere Ebrach. Der Ort liegt an der durch das Tal verlaufenden Bundesstraße 22, die eine Verbindung nach Wolfsbach (1 km östlich), Mönchsambach (2 km östlich) und Burgebrach (6,5 km östlich) sowie nach Kötsch (1,2 km westlich) und Burgwindheim (4 km westlich) herstellt. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Büchelberg (1,5 km südsüdwestlich) und durch den Staatsforst Lindach nach Zettmannsdorf (5 km nördlich). Die Bahnstrecke Strullendorf–Ebrach führte früher durch das Tal der Mittleren Ebrach. Mönchherrnsdorf besaß einen Bahnhof an dieser Strecke, heute ist die Bahnlinie abgebaut.
Geschichte Mönchherrnsdorf wurde im Jahr 1148 in einer Schutzurkunde von Eugen III. erstmals erwähnt.Elke Goez: Das Zisterzienserkloster Ebrach in seiner fränkischen Umwelt. In: Jahrbuch des Historischen Vereins für Mittelfranken. 1996/99, Band 98, S. 6. (online verfügbar) Zu diesem Zeitpunkt wurde der Ort dem Kloster Ebrach übereignet. Bald wurde ein Klosteramt eingerichtet, dem zuletzt 21 Orte unterstanden. 1728 wurde das Amt dem ebenfalls ebrach’schen Klosteramt Burgwindheim einverleibt.Peter Schneider: Steigerwald, S. 164 f.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Herrnsdorf aus 16 Anwesen (Schloss mit Amtshof des Klosters, 6 Höfe, 1 Sölde, 2 Gütlein, 1 Erbschenkstatt, 1 Wirtshaus, 1 Schmiede, 1 Schäferei, 1 Dorfmühle) und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das würzburgische Centamt Oberschwarzach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft sowie die Grundherrschaft über sämtliche Anwesen hatte das Kloster Ebrach.Hildegard Weiß: Bamberg, S. 148. Ab ungefähr 1810 wurde der bis dahin als Herrnsdorf bezeichnete Ort zur Unterscheidung vom nahegelegenen Ort Herrnsdorf im Tal der Reichen Ebrach auch Mönchherrnsdorf genannt.Bericht über das Wirken und den Stand des Historischen Vereins zu Bamberg, 1869. (online verfügbar)
Im Jahre 1802 kam Mönchherrnsdorf an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Herrnsdorf gebildet, zu dem Büchelberg und Kötsch gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand mit Büchelberg die Ruralgemeinde Herrnsdorf. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgebrach (1919 in Finanzamt Burgebrach umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Herrnsdorf zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).Hildegard Weiß: Bamberg, S. 255. Am 25. Dezember 1868 erfolgte die offizielle Umbenennung von Herrnsdorf in Mönchherrnsdorf. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 8,759 km².
Am 1. Januar 1976 wurde Mönchherrnsdorf im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burgebrach eingemeindet.
Baudenkmäler In Mönchherrnsdorf gibt es fünf Baudenkmäler: Zum Amtshof 1: Ehemaliges Forsthaus und ehemalige Kapelle Zum Zehnthof 4: Kuratenhaus Zum Zehnthof 8: Katholische Kuratiekirche St. Ägidius Wegkapelle
Einwohnerentwicklung Gemeinde Mönchherrnsdorf Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 213 295 310 310 319 303 297 279 285 288 261 264 250 282 294 291 280 267 269 387 403 371 278 246HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 36 47 49 49 48 50 49 50 Quelle
Ort Mönchherrnsdorf Jahr 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2018 2024Einwohner 137 196 190 166 161 185 282 187 170 158 198 224Häuser 27 30 31 34 35 36 41 Quelle
Religion mini|Katholische Kirche St. Ägidius in Mönchherrnsdorf Mönchherrnsdorf ist bis heute römisch-katholisch geprägt.
Im Jahr 1144 wurde erstmals eine dem Heiligen Ägidius geweihte Kirche in Mönchherrnsdorf erwähnt, die Sitz einer Pfarrei war und vermutlich im Bauernkrieg zerstört wurde. Die heutige St.-Ägidius-Kirche wurde 1874 errichtet. Kirchweih wird am ersten Sonntag im September gefeiert.Ortschronik von Mönchherrnsdorf von Karl Hans Leininger, zitiert nach Kuratie St. Ägidius Mönchherrnsdorf auf der Website des Seelsorgebereichs Steigerwald. Abgerufen am 10. Februar 2022.
Wirtschaft Von Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die 1970er-Jahre bestand eine Brauerei in Mönchherrnsdorf, zuletzt unter dem Namen Pamler.Mönchherrnsdorf auf fränkische-brauereien.com. Abgerufen am 10. Februar 2022.
Persönlichkeiten Benno Stumpf (1897–1966), römisch-katholischer Priester und Abt der Trappistenabtei Engelszell
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Burgebrach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Ersterwähnung 1148 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1975 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)