Reinhold Jauernig (* 1. Januar 1893 in Mikuszowice; † 27. Dezember 1966 in Neu-Isenburg) war ein deutscher evangelischer Theologe und Archivar.

Leben Der Sohn des Oberlehrers Robert Jauernig († 31. Oktober 1909 in Nikelsdorf/Mikuszowice) und dessen Ehefrau Emma Jauernig, geborene Schlich, legte 1911 am Staatsgymnasium Bielitz die Reifeprüfung ab. Er studierte von 1911 bis 1913 an der Universität Wien Evangelische Theologie sowie Kirchenrecht und Kanonisches Recht, 1913/1914 an der Universität Leipzig Evangelische Theologie, Philosophie, Öffentliches Recht, Kirchenrecht und Pädagogik. 1918 wurde er Pfarrvikar in Wolfersdorf. 1922 wechselte er als Referent in das Landeskirchenamt der Thüringer Evangelischen Kirche in Eisenach. 1929 war er Geschäftsführer der Gesellschaft für Thüringische Kirchengeschichte und übernahm im selben Jahr eine Pfarrstelle an der Salvatorkirche in Gera. 1938 ging er nach Weimar, wo er als Mitarbeiter des Kirchenrats Rudolf Herrmann fungierte. Er wurde 1943 an der Universität Jena zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert. 1946 übernahm er als Kirchenarchivwart in Eisenach die Leitung des Archivwesens der Thüringischen Landeskirche. 1958 ging er in den Ruhestand.Hannelore Schneider: Der Thüringer ‚Kirchenarchivwart’. Zur Geschichte der Kirchenarchivpflege in Thüringen. In: Aus evangelischen Archiven. 48, 2008 (PDF-Datei), S. 151.

Jauernig der auch Vorlesungen an der Universität Jena gehalten hatte, erhielt 1955 die Ehrendoktorwürde (Dr. theol. h. c.) der dortigen Theologischen Fakultät. Er setzte die Weimarer Lutherbriefausgabe fort und verfasste Artikel zu dem Nachschlagewerk Religion in Geschichte und Gegenwart der dritten Auflage.

Reinhold Jauernig war verheiratet mit Elise Jauernig, geborener Rose. Der 1927 in Eisenach geborene Jurist und Hochschullehrer Othmar JauernigJauernig, Othmar. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 582. war sein Sohn.

Schriften (Auswahl) Die alten in Thüringen gebräuchlichen Masse und ihre Umwandlung. Ein Handbuch für Heimatforscher und Behörden. Gotha 1929, . Der Bekenntnisstand der Thüringischen Landeskirchen. Eine kirchenrechtliche und kirchengeschichtliche Untersuchung. Als Vortrag dargeboten im Auftrag der Thüringer Kirchlichen Konferenz auf ihrer 50. Jubeltagung am 28. Mai 1929 in Rudolstadt (Thüringen). Gera 1930, . Die Einführung der Reformation in den reußischen Landen. Festschrift zum Reformationsjubiläum 1933. Gotha 1932, . Luther und Böhmen. Heidelberg 1963, . Luther in Thüringen Gabe der Thüringer Kirche an das Thüringer Volk. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin, 1951, Johann Sebastian Bach in Thüringen. Festgabe zum Gedenkjahr 1950. Thüringer Volksverlag, Weimar, 1950

Literatur Herbert von Hintzenstern: Von Wien über Wolfersdorf nach Weimar. In: Glaube und Heimat. Evangelisches Sonntagsblatt für Thüringen. 17 (1962), Nr. 52, . Reinhold Jauernig zum Gedenken. In: Jahrbuch für Liturgik und Hymnologie 6 (1966), S. VII., . Günter Steiger: Vorwort. In: Die Matrikel der Universität Jena. Bd. II: 1652 bis 1723, bearb. v. Reinhold Jauernig, weitergeführt von Marga Steiger, Weimar 1977, S. IX–XXVII, . Ernst Koch: Reinhold Jauernig (1893–1966). In: Lebensbilder Thüringer Archivare. Rudolstadt 2001, S. 122–125, ISBN 3-00-007914-9. Ernst Koch: Reinhold Jauernig (1893–1966) und seine Bedeutung für die Kirchengeschichte Thüringens. In: Markus Cottin, Stefan Michel, Alexander Wieckowski (Hrsg.): Herbergen der Christenheit. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2025 (Jahrbuch für deutsche Kirchengeschichte; 46/47, 2022/23), ISBN 978-3-374-07559-1, S. 97–112.

Einzelnachweise

Kategorie:Archivar (Thüringen) Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Person des Christentums (Thüringen) Kategorie:Ehrendoktor der Friedrich-Schiller-Universität Jena Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1893 Kategorie:Gestorben 1966 Kategorie:Mann