Ampferbach ist ein Gemeindeteil des Marktes Burgebrach und eine Gemarkung im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.

Geographie Das Pfarrdorf Ampferbach liegt am östlichen Rand des Steigerwaldes im Tal der Rauhen Ebrach auf . Südwestlich des Ortes liegt der Burgstall Windeck auf . Die Staatsstraße 2262 verbindet Ampferbach mit Dietendorf am gegenüberliegenden Ufer der Rauhen Ebrach sowie dem Hauptort Burgebrach (2,3 km südlich). Zudem führt die Staatsstraße 2779 entlang der Rauhen Ebrach über Niederndorf (2 km nordwestlich) nach Schönbrunn im Steigerwald (3 km nordwestlich).

Die Gemarkung Ampferbach hat eine Fläche von 10,1 km². In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Dietendorf.

Geschichte Ampferbach wurde erstmals im Jahr 1023 als Grenzort des Steigerwaldforstes in einer Wildbannurkunde erwähnt. Der Ort wurde auf der vorgeschichtlich besiedelten Flur als Kettendorf angelegt. Etwas später erscheint es in Besitz von Hermann und Dietrich von Formbach, letzterer Domdiakon zu Bamberg. Diese schenkten es 1059/64 der Bamberger Kirche. Den Zehnten hatten die Zollner vom Brand. Diese verkauften – nach Genehmigung durch den Bamberger Bischof – den Hauptteil an die Nürnberger Patrizier Haller und Holzschuher. Sie schenkten ihre Ansprüche dem Kloster Ebrach.P. Schneider: Steigerwald, S. 153.

Ampferbach bildete mit Dietendorf eine Realgemeinde. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Ampferbach aus 57 Anwesen. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Burgebrach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Amt Burgebrach. Grundherren waren das Amt Burgebrach (34 Anwesen): 14 Höfe, 1 Dreiviertelhof, 2 Halbhöfe, 1 Drittelhof, 11 Sölden, 1 Sölde mit Bäckerrecht, 1 Sölde mit Schmiedefeuerrecht, 1 Söldenhaus, 1 Schenkstatt mit Gast- und Braurecht, 1 Mühle mit 1 Schneid- und 2 Mahlgängen; das Domkapitel Bamberg, Oblei Ampferbach (13 Anwesen): 1 Hof, 1 Hof mit Brau- und Schenkrecht, 2 Halbhöfe, 3 Sölden, 2 Sölden mit Schmiedefeuerrecht, 2 Söldengüter, 2 Söldengütlein; das Kollegiatstift St. Jakob (Bamberg) (2 Anwesen): 1 Höflein, 1 Hofhäuslein; das Kloster Ebrach (2 Anwesen): 1 Sölde, 1 Söldengut; die Schönborn’sche Herrschaft Pommersfelden (2 Anwesen): 1 Sölde, 1 Söldengütlein; Gemeinde (4 Anwesen): 3 Torhäuslein und 1 Söldenhäuslein.H. Weiß: Bamberg, S. 104.

Ampferbach war lange Sitz eines Forstamtes, das gegen Ende des 18. Jahrhunderts nach Burgebrach verlegt wurde. Acker- und Feldbau galten als vortrefflich.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 84.

Im Jahre 1802 kam Ampferbach an das Herzogtum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde im Jahr 1811 der Steuerdistrikt Ampferbach gebildet, zu dem Dietendorf und Niederndorf gehörten. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt 1818 entstand mit Dietendorf die Ruralgemeinde Ampferbach. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Burgebrach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Burgebrach (1919 in Finanzamt Burgebrach umbenannt, von 1928 bis 1945 Finanzamt Bamberg-Land, ab 1945 Finanzamt Bamberg). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden zwei Anwesen in Ampferbach bis 1831 dem Patrimonialgericht Schönborn-Wiesentheid. Ab 1862 war das Bezirksamt Bamberg II (1939 in Landkreis Bamberg umbenannt) für Herrnsdorf zuständig. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Burgebrach (1880 Amtsgericht Burgebrach umbenannt, 1932 aufgelöst, seitdem Amtsgericht Bamberg).H. Weiß: Bamberg, S. 234. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 10,110 km².

Am 1. Mai 1978 wurde Ampferbach im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Burgebrach eingemeindet.

Baudenkmäler In Ampferbach gibt es zehn Baudenkmäler: Ampferbach 2: Ehemalige Mühle mit Remise Ampferbach 25: Wohnhaus mit Ausleger Ampferbach 35: Katholische Kuratiekirche zur Auffindung des Heiligen Kreuzes Brückenstraße: Kruzifix Brückenstraße 3: Brauereigasthof mit Stadel Eselsweg: Bildhäuschen und Kreuzstein Feldaltar Kellerhaus-Anlage mit Ausschank, Kegelbahn, Kellerhaus, Felsenkeller und Biergarten

Einwohnerentwicklung Gemeinde Ampferbach Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 385 464 480 509 516 509 536 512 542 551 553 534 517 520 493 547 526 488 497 565 591 549 532 505HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 und von 1871 bis 1987 werden diese als Wohngebäude bezeichnet. 77 92 93 92 97 94 94 102 Quelle

Ort Ampferbach Jahr 1799 1818 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987 2018 2024Einwohner 340 320 430 454 454 428 435 482 417 386 322 343 338Häuser 58 60 77 80 77 71 76 79 Quelle

Religion mini|Katholische Kuratiekirche zur Auffindung des Heiligen Kreuzes Ampferbach ist bis heute römisch-katholisch geprägt.

Die katholische Kuratiekirche zur Auffindung des Heiligen Kreuzes besteht bereits seit dem 13. oder 14. Jahrhundert. Die älteste Glocke stammt aus dem Jahr 1557, später kamen drei weitere Glocken hinzu. In den Jahren 1906 und 1907 wurde die Ampferbacher Kirche deutlich erweitert und umgebaut.Die Ampferbacher Pfarrkirche – Von ihrer Entstehung bis ins dritte Jahrtausend auf der Website des Seelsorgebereichs Steigerwald. Abgerufen am 10. Februar 2022.

Wirtschaft Die Brauerei Hermann in Ampferbach besteht seit dem Jahr 1754 und wurde unter dem Namen Schiller gegründet. Sie besitzt eine Brauereigaststätte und trägt seit 1961 ihren heutigen Namen.Brauerei Herrmann auf bierland-franken.de. Abgerufen am 10. Februar 2022. Zudem besteht seit 1870 die Gaststätte Max-Bräu. auf fraenkische-brauereien.de. Abgerufen am 10. Februar 2022.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Landkreis Bamberg Kategorie:Geographie (Burgebrach) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bamberg) Kategorie:Ersterwähnung 1023 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1978 Kategorie:Gemarkung im Landkreis Bamberg Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Reihendorf Kategorie:Ort an der Rauhen Ebrach