Das Esbjörn Svensson Trio, (e.s.t.), war ein schwedisches Jazz-Trio, das 1993 gegründet wurde und ohne Besetzungswechsel bis zum Unfalltod von Esbjörn Svensson 2008 existierte.
Mitglieder des Trios waren der Pianist Esbjörn Svensson, der Bassist Dan Berglund und der Schlagzeuger Magnus Öström. e.s.t. war nicht nur einer der bekanntesten Vertreter der skandinavischen Jazzszene, sondern auch eine der erfolgreichsten europäischen Jazzformationen.Ralph Geisenhanslüke: Esbjörn Svensson Trio. In: Tagesspiegel, 12. September 2008 miniatur|Das Esbjörn Svensson Trio im Juli 2003 Die Musik verbindet durchgestalteten Jazz mit Elementen der Popmusik und des Drum and Bass.
Das Trio Zur Verwirklichung seiner musikalischen Ideen fand Svensson in Magnus Öström und ab 1993 in Dan Berglund die adäquaten Mitmusiker für sein Esbjörn Svensson Trio. Im selben Jahr veröffentlichte das Trio sein Debütalbum When Everyone Has Gone. Kurze Zeit später folgten weitere Veröffentlichungen.
Mitte der 1990er Jahre hatte sich das Trio in Schweden einen Namen gemacht. 1995 und 1996 wurde Svensson als schwedischer „Jazzmusiker des Jahres“ ausgezeichnet. Die 1997 veröffentlichte CD Winter in Venice erhielt den schwedischen Grammis. Mit dem 1999 publizierten Album From Gagarin’s Point of View und der Teilnahme an den Festivals JazzBaltica und Montreux war der internationale Durchbruch erreicht.dieselmusic
Ein Jahr später spielte e.s.t. auf wichtigen Festivals in Europa, USA und Japan. Das Album Strange Place for Snow erhielt den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik und andere internationale Preise. Stücke dieser CD wurden als Soundtrack für einen Film ausgewählt.(welcher?) Seven Days of Falling hatte in Europa, USA und Japan großen Erfolg. Das Trio wurde daraufhin 2004 mit dem Hans-Koller-Preis ausgezeichnet. 2005 war es als erste europäische Formation auf der Titelseite des renommierten US-Magazins Downbeat zu sehen.Seelenbalsam und Kraftakte. In: Die Zeit, Nr. 46/2006 Der Tod von Esbjörn Svensson bei einem Tauchunfall 2008 hatte die Auflösung der Formation zur Folge.
Von 2013 bis 2017 gingen Magnus Öström und Dan Berglund mit dem Projekt e.s.t. symphony auf Tournee, welches unter der Leitung des schwedischen Arrangeurs und Dirigenten Hans Ek symphonische Versionen der e.s.t.-Stücke spielte.est-symphony.com Im Jahr 2023 fanden Konzerte von Öström und Berglund mit Gastmusikern statt, aus denen das Live-Album e.s.t. 30 entstand, das sie bei JazzBaltica 2024 vorstellten.
Werdegang In der Musik des Trios werden Brüche hörbar, sowohl musikalisch als auch gesellschaftlich. Allerdings ging seine Radikalität nie so weit, seine Wurzeln zu vergessen. Die drei betonten immer wieder, voll in der amerikanischen Jazztradition zu stehen, ohne daran festzuhalten. Mit seinen vielschichtigen Klangerweiterungen, zum Teil mit elektronischen Mitteln, hat das Trio seine eigene, „perkussiv atmende, sich weiträumig entwickelnde Musik“ gefunden.Nachruf: Jazz für morgen In: Zeit online 25/2008
Die Band hatte eine andere Spielhaltung als herkömmliche Jazzgruppen: Diese bestand „in ihrer Vorliebe für Riffs, im forcierten Puls der Rhythmusgruppe, vor allem aber darin, dass sie wie eine Rockgruppe ihren eigenen Klang zu definieren trachteten, oft mithilfe von elektronischen Geräten.“Norbert Dömling: In: Süddeutsche Zeitung, 1. September 2008 Verändert waren auch „das Timing und die Interaktion“ zwischen den Musikern:Ebjörn Svensson im Gespräch mit Barbara Steingießer (2005). Jazz Podium 9/2008: 4-6 „Das Trio hatte eine organische Form der Improvisation entwickelt, es schien, als würde niemand Solo spielen, dabei taten es alle zugleich.“
e.s.t. war eigentlich eine Unmöglichkeit in sich: Es sah sich selbst als Popband, die Jazz spielte. Das Trio unterschied sich von anderen Jazzgruppen der Gegenwart dadurch, dass die Musiker sich ganz auf die Arbeit in dieser Formation konzentrierten und sich kaum mit weiteren Projekten ablenkten.Unterwassermusik 3sat kulturzeit Die drei Solisten spielten nicht nur Jazzgigs, sondern traten auch da auf, wo normalerweise Rockbands spielten.
Diskografie
Studioalben 1993: When Everyone Has Gone 1996: E.S.T. Plays Monk (Coveralbum mit Songs von Thelonious Monk) 1997: Winter in Venice 1999: From Gagarin’s Point of ViewDas 2001 veröffentlichte Album Somewhere Else Before für den US-Markt ist eine Compilation und enthält Titel aus den Alben From Gagarin’s Point of View und Good Morning Susie Soho. (DE: ) 2000: Good Morning Susie Soho (DE: ) 2002: Strange Place for Snow (DE: ) 2003: Seven Days of Falling 2005: Viaticum 2006: Tuesday Wonderland 2008: Leucocyte (Posthum) 2012: 301 (Posthum)
Livealben 1995: E.S.T. Live ’95in Schweden unter dem Titel Mr. & Mrs. Handkerchief (DE: ) 2003: Live in Stockholm, DVD aufgenommen im Dezember 2000, mit Interview 2005: Viaticum Live in Berlin 2007: Live in Hamburg aufgenommen am 22. November 2006 in der Laeiszhalle, Aufzeichnung des NDR (DE: ) 2016: E.S.T. Symphony, ACT 2018: E.S.T. live in London, ACT, rec. 2005, ed. 2018 2019: E.S.T. Live in Gothenburg , ACT, rec. 2001, ed. 2019
als Magnus Öström & Dan Berglund 2024: e.s.t. 30, ACT, rec. 2023, ed. 2024
Kompilationen 2009: Retrospective - The Very Best of E.S.T.
Literatur Hans-Olov Öberg Die Saga vom Esbjörn Svensson Trio Edel Books 2013; ISBN 978-3-8419-0192-7Besprechung (Jazz thing) E.S.T. Songbook Vol. 1. 2007, ISBN 978-3-86543-330-5
Weblinks
e.s.t.-Webpräsenz
Interview mit Esbjörn Svenson
Einzelnachweise und Anmerkungen
Kategorie:Jazzband Kategorie:Schwedische Band