Das Protokoll von TschugutschakProtokoll von Tschugutschak (russisch Чугучакский протокол / Tschugutschakski protokol, wiss. Transliteration ) oder Vertrag von Tarbagatai vom 7. Oktober 1864, das auf Chinesisch unter der Bezeichnung Zhong-E kanfen Xibei jieyue ji 中俄勘分西北界約記 (Chinesisch-russischer Vertrag über die Demarkation der Nordwest-Grenze) und auch als Tacheng yidingshu 塔城议定书 (Protokoll von Tacheng) bzw. Tacheng jieyue 塔城界約 (Grenzabkommen von Tacheng) und auf Englisch als Treaty of Tarbagatai (nach der kasachischen Bezeichnung des Ortes) oder Treaty of Chuguchak, Protocol of Chuguchak bzw. last not least Tacheng Protocol on the Delimitation of Sino-Russian Boundary bekannt ist. von 1864,Dem Jahr des Endes des langjährigen Taiping-Aufstandes (1851–1864). das im Chinesischen unter dem Begriff Chinesisch-russischer Vertrag über die Demarkation der Nordwest-Grenze bekannt ist (bzw. als Tacheng-Protokoll oder Tacheng-Grenzvertrag) und im Englischen als Treaty of Tarbagatai (nach der kasachischen Bezeichnung des Ortes) u. a., war einer der ungleichen Verträge, der zwischen dem Russischen Kaiserreich und dem Qing-Reich unterzeichnet wurde, um Gebiete im Nordwesten ChinasDie heute in China unter dem Begriff Wai Xibei (etwa: Äußere Nordwest-Territorien) bekannt sind. abzutreten. Mit dem am 7. Oktober 1864 unterzeichneten Vertrag wurden 440.000 Quadratkilometer Land nördlich des Pamir-Plateaus und westlich des Gebiets Tannu Uriankhai an die Russen abgetreten. Infolge der Auflösung der Sowjetunion sind die meisten der abgetretenen Gebiete an die zentralasiatischen Länder zurückgegeben worden. mini|Wassili Wereschtschagin: Ruinen des Theaters in Tschugutschak (Tacheng)
Hintergrund Ursprünglich stand das Gebiet vor mehr als hundert Jahren unter der Kontrolle des Qing-Hofes, nachdem der Qianlong-Kaiser 1755 eine Armee zur Zerstörung des Dsungarische Khanat entsandt hatte, woraufhin der Dsungaren-Klan ausgerottet und das Gebiet von Ausländern besiedelt wurde. Im Jahr 1851 unterzeichneten China und Russland in Ili (Kuldscha) und Tarbagatai (Tacheng) den chinesisch-russischen Handels- und Gewerbevertrag (den Vertrag von KuldschaIm Chinesischen bekannt unter dem Begriff Zhong-E Yili Ta'erbahatai tongshang zhangcheng .). Das zaristische Russland erhielt sowohl in der Region Ili (Kuldscha) als auch in der Region Tarbagatai Handelsrechte. Die wichtigsten Privilegien waren Steuerbefreiungen für den Handel, das Recht auf konsularische Zuständigkeit und umfangreiche Zugeständnisse, die den Zugang zu China vom Nordwesten aus auf dem Landweg eröffneten.
Geschichte Am 7. Oktober 1864Dem 3. Jahr der Tongzhi-Ära. beriefen sich u. a. die zaristischen Vertreter BabkowIwan Fjodorowitsch Babkow / Иван Фёдорович Бабков (1827–1905) und Sacharow auf die grundsätzlichen Bestimmungen der chinesisch-russischen Pekinger Konventionvgl. Zhong-E Beijing tiaoyue 中俄北京条约 (von 1860) über den Verlauf des westlichen Abschnitts der chinesisch-russischen Grenze, wobei sie die Grenze in deren Text nach den Karun (Militärstationen) als ständige Karun betrachteten und sich ausschließlich nach diesen richteten (während die Chinesen die Grenze nach den naturgegebenen geographischen Gegebenheiten über die karun hinaus sahen)Im Lehrbuch der allgemeinen Geographie wurde darauf hingewiesen, dass die Grenzlinie, die sich aus den Verträgen von Nertschinsk (1689), Kjachta (1727) und vor allem aus dem Vertrag von Peking (1860) mit dem Protokoll von Tschugutschak (1864) bis zum Vertrag von Petersburg (1881) entwickelt hatte, "von Anfang an viel Ähnlichkeit mit den Aufteilungsgrenzen in Afrika" hatte. (Martin Schwind, Erich Obst (Hrsg.): Allgemeine Staatengeographie. 1972, S. 143). und der Qing-Gesandte MingyiMingyi (Ming-i) 明誼/明谊 (1792–1868), der die nordwestliche Grenze vermessen hatte, war wegen des Ausbruchs der Ili-Krise gezwungen, in Tarbagatai (dem heutigen Tacheng) die insgesamt 10 Artikel zu unterzeichnen. Es legte insbesondere die Grenze vom Shabindabaha-Gebirgspasschin. Shabindabaha shankou 沙宾达巴哈山口 bis zur Grenze des Khanats Kokand fest. Sogar der Temurtu Noor (der heutige Issyk-Kul), der im chinesisch-russischen Vertrag von Peking als Grenzsee festgelegt worden war, wurde als Binnensee des zaristischen Russlands bezeichnet, womit 440.000 Quadratkilometer Territorium östlich und südlich des Balchaschsees und nördlich und südlich des Saisan Noor (des heutigen Saissansees) im äußersten Nordwesten abgetreten wurden. Mit der Unterzeichnung des Vertrages wurde die moderne Nordgrenze Chinas weitgehend festgelegt, mit Ausnahme der Grenze zwischen China und der Äußeren Mongolei. Die Kasachen, die in dem nun verlorenen Gebiet als Nomaden lebten, waren damit Russland zugesprochen worden. Der größte Teil des chinesischen Kasachenstammes der Keraitenchin. Kelie bu 克烈部 schloss sich zu dieser Zeit des Hui-Aufstands der Tongzhi-Ära in Xinjiangchin. Tongzhi Xinjiang Huiluan 同治新疆回乱 / Tongzhi Xinjiang Huibian 同治新疆回变 China an.vgl. die Angabe in Hasakezu jianshi 哈萨克族简史 (Kurze Geschichte der Kasachen). 2008 oder in Hasakezu 哈萨克族. 米尔扎汗贾合甫, 纳比坚·穆哈穆德罕, 何星亮. 1989, Seite 34. mini|Wassili Wereschtschagin: Gartentor in Tschugutschak (Tacheng)
Unterverträge Im Rahmen des Protokolls von Tschugutschak gab es später verschiedene Unterverträge (nach verschiedenen Orten benannt):
Untervertrag I: Kobdo-Grenzvertrag 13. August 1869chin. Kebuduo jieyue 1869 nian 8 yue 13 ri 科布多界约 1869年8月13日 Untervertrag II: Uliastai-Vertrag vom 4. September 1869chin. Wuliyasutai jieyue 1869 nian 9 yue 4 ri 乌里雅苏台界约 1869年9月4日 Untervertrag III: Tarbagatai, 12. August 1870chin. Ta'erbahatai jieyue 1870 nian 8 yue 12 ri 塔尔巴哈台界约 1870年8月12日
Siehe auch Russische Eroberung Turkestans
Literatur Yuan Tongli (Hrsg.): Zhong-E Xibei tiaoyue ji 中俄西北條約集 (Sammlung der chinesisch-russischen Verträge zum Nordwesten). Xinjiang yanjiu congkan 新疆研究叢刊 (Sinkiang Collectanea) No. 4. Hong Kong, Xinhua yinshua gufen gongsi, 1963
Sarah Crosby Mallory Paine: Imperial rivals. China, Russia, and their disputed frontier. M.E. Sharpe, Armonk 1996, ISBN 1-56324-724-0 (Digitalisat). Michael Weiers: Geschichte Chinas: Grundzüge einer politischen Landesgeschichte. 2009 (Online-Teilansicht) Моисеев В. А. Россия и Китай в Центральной Азии (вторая половина XIX в. — 1917 гг.) [Russland und China in Zentralasien (2. Hälfte des 19. Jahrhunderts bis 1917)]. Барнаул, 2003. Gerald Mund: Ostasien im Spiegel der deutschen Diplomatie: Die privatdienstliche Korrespondenz des Diplomaten Herbert von Dirksen von 1933 bis 1938. (Historische Mitteilungen, Beihefte, Band 63). 2006 (Online-Teilansicht)
Weblinks Protocol of Chuguchak – Text Zhong-E kanfen Xibei jieyue ji 中俄勘分西北界约记
Einzelnachweise und Fußnoten
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