mini|Schloss Drebkau (2013). Das Schloss Drebkau ist ein Schloss in der Stadt Drebkau im Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg. Das ehemalige Herrenhaus des historischen Rittergutes Drebkau ist ein eingetragenes Baudenkmal in der Denkmalliste des Landes Brandenburg.

Geschichte mini|Gemälde aus der Sammlung Alexander Dunckers, ca. 1860/1861. Das Schloss Drebkau wurde im Jahr 1301 als Burg „castrum et opidum Trebetz“ erstmals urkundlich erwähnt. Die Burg lag auf einer flachen Bodenerhebung zwischen zwei Sumpfniederungen. Im 14. Jahrhundert ließen die Herren von von Ileburg ein neues Festes Haus errichten. Es kam dann an die Herren von Köckritz, die sich als Raubritter betätigten, sodass 1408 Markgraf Jobst von Mähren die Burg belagerte.Schloss Drebkau. In: Urlaubsreich.de, Stand 8. September 2025.

Um 1700 ließ der damalige Gutsherr Joachim Erdmann von Köckritz das alte Vorgängergebäude abreißen und ließ das heutige Schloss gegen Ende des 17. Jahrhunderts neu errichten., Abruf am 5. Februar 2022. Es kam zu Auseinandersetzungen mit den dienstverpflichteten Hörigen, die der Schlossherr für die Abrissarbeiten in Anspruch nahm. Die Stallgebäude entstanden im 18. Jahrhundert.Gerhard Vinken, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg Dehio - Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, Berlin/ München 2000, ISBN 3-422-03054-9, S. 244. Ein Teil des Anbaues wurde als Orangerie genutzt.

1716 und 1750 bestand eine mehrfache Besitzteilung der Familien von Köckritz und von Köpping, im erstgenannten Jahr ein dritter Anteil bei die von Steinkeller. Erst 1776 vereinigte Adam Burchard von Schiebell den Besitz und gründete einen Familienfideikommiss. So gelangte über seine Schwester Marie Sophie von Arenstorff geborene von Schiebell (1711–1761) im weiteren 18. Jahrhundert das Schloss mit Rittergut ab da an für eine längere Zeit an die dänische Hauslinie der Familie von Arenstorff. 1770 sowie Ende des 18. Jahrhunderts blieb der Herrensitz Drebkau Teil eines Familienfideikommiss, hier nun aber für die Familie von Arenstorff. So konnte die Erbfolge geregelt und vor allem die Begüterung selbst abgesichert werden.Vgl. F. Hvass: Samling af Meddelelser og Familier af Navnet Hvas. Band 1, J. H. Schulz, Kopenhagen 1861, S. 132–133. Gesichert überliefert sind der ledig gebliebene sächsische Gardeoffizier, ff. preußische Oberstleutnant Andreas von Arenstorff (1768–1843), welcher auch auf Drebkau lebte.Hans Rudolf Hiort-Lorenzen, Anders Thiset: Danmarks Adels Aarbog. Jahrgang 3-1886, Verlag Vilh. Trydes Boghandel, Kopenhagen 15. Dezember 1885, S. 22. Der damalige Hauptmann Andreas von Arenstorff, immerhin standesgemäß Landes-Deputierter und somit befähigt zur Landratswahl, gründete vor Ort, etwa 1798/1799, einen Theaterzirkel, dem Gutsbesitzer der Umgebung und angesehene Drebkauer Bürger angehörten. Dieser Zirkel existierte als Privatbühne respektive Gastspieltheater mehrere Jahre. Man asstestierte schon in der ersten Saison 62 Aufführungen und führte die Einrichtung im Sinne einer Stiftung. In Rückblicken aus 1811 und 1812 standenIgnaz Franz Castelli: Thalia. Ein Abendblatt den Freunden der dramatischen Muse. N. 92, Anton Strauß, Wien, Samstag, den 16. November 1811, S. 365–366. damals im Repertoire einzelne Werke von Schiller im Mittelpunkt.August Wilhelm Iffland: Almanach fürs Theater 1812. Pkt. IV. Duncker und Humblot, Berlin 1812, S. 241–242–245. Die eingespielte Summe von 220 Thalern sollte für die Schillerschen Erben über den Kammerrat Christian Gottlob Frege II, immerhin Mitbegründer der Leipziger Gewandhauskonzerte, angelegt werden.Vgl. Carl Duncker: Iffland in seinen Schriften als Künstler, Lehrer und Director der Berliner Bühne. Zum Gedächtniss seines 100 jährigen Geburtstages am 19. April 1859. Duncker und Humblot, Berlin 1859, u. a. S. 281.

Dann folgte sein Neffe Adam Frederik Schiebel von Arenstoff (1794–1864). Benannt wurden als Mitbesitzerinnen die Töchter des Oberst Tycho (auch Thoger) von Arenstoff (1770–1844), die unvermählte und auf den dänischen Gütern Bidstrup (Region Mitteljütland) sowie Laurbjerg lebende Friederike von Arenstorff (1806–1887) und Andrea (1807–1890), verheiratet mit dem kgl. dän. Kammerherrn Hans Henrik de Lichtenberg, 1867 verstorben, der selbst nicht erbberechtigt war.Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches Taschenbuch des Uradels. Band 1, Verlag von Friedrich Irrgang, Brünn/Rudolstadt Juli 1891, S. 22. Dieser Unterzweig der von Arenstorff starb aus. Durch das Fideikommiss blieb das Schloss bei der adeligen Gesamtfamilie.

Baulich wurde um das Jahr 1850 östlich ein Wohnhaus im italienischen Villenstil und ein hoher quadratischer Turm mit Zinnen und runden Ecktürmchen angebaut.Gerhard Vinken, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Brandenburg. 1. Auflage, Hrsg. Georg Dehio - Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, Berlin/ München 2000, ISBN 3-422-03054-9, S. 244. Ein Teil des Anbaues wurde als Orangerie genutzt.

Um 1880 betrug der direkt zum Herrensitz dazugehörige Grund vor Ort, ohne Nebengüter in der mittelbaren Region, 263 ha. Zum Rittergut gehörte eine Ziegelei, Pächter war damals der Ober-Amtmann Kahlbaum.Vgl. Reprint: ISBN 3-226-00787-4, S. 32–33. Auf dem Schloss lebte 1886 Marie von Arenstorff geb. Hubert.Ad. M. Hildebrandt: Der Deutsche Herold. Jahrgang XVII-1886-No. 5, Julius Sittenfeld-Carl Heymanns Verlag, Berlin Mai 1886, S. 54.

In den 1910er Jahren wurde das Schloss kurzzeitig als Landerziehungsheim genutzt.Die Anfänge der Schulen in Drebkau und Steinitz., In: Drebkau-online.de; Stand 5. Februar 2022. Im Jahr 1914 wurde der immer 263 umfangreiche Schlossbesitz vom Rittergut in Lösen aus verwaltet. Die Familie von Arenstorff-Drebkau lebte damals durchweg in Dänemark. Als Generalbevollmächtigter der Adelsfamilie vor Ort agierte Justizrat Gustav Dedolph mit Sitz in Cottbus. Die Nebengüter in Domsdorf, Golschow und Kausche waren sämtlich verpacht, so an Fritz von Diepow-Görigk, der Bereich in Kausche sogar an einen Generalleutnant Knobbe.Vgl. Ernst Seyfert: Güter-Adreßbuch für die Provinz Brandenburg. . Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe über 20 ha. Nach amtlichen Angaben. Handbuch der Königlichen Behörden. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 2. Auflage, Reichenbach’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1914, S. 224–225. Für 1927/1928/1929 stellte sich historisch ein ähnliches Bild dar, im letztmalig amtlich publizierten Güter-Adressbuch für die Provinz Brandenburg 1929, mit Redaktionsschluss vor Mai 1929, sind die von Arenstorff`schen Erben als Eigentümer von Schloss Drebau mit den Rittergütern Drebkau, Domsdorf, Golschow und Kausche geführt. Der nun auch als Notar wirkende G. Dedolph blieb Generalbevollmächtigter, die genannte Generalsfamilie vertrat ihre Exzellenz Frau Marianne Knobbe.Vgl. Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, Ludwig Hogrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. . Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts, Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin, sowie der Kreislandbünde. Nach amtlichen Quellen und auf Grund direkter Angaben bearbeitet. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage, (Letzte Ausgabe-Paul Niekammer-Reihe), Verlag Niekammer’s Adreßbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 190. Das Gut Schloss Drebkau mit dem aufgeführten Nebenbesitz blieb fideikommissarisch für die Erbengemeinschaft gebunden, dennoch ist in der jüngeren genealogischen Literatur namentlich keine einzelne personelle Festlegung nachvollziehbar.

Um oder nach 1929 verkaufte die Familie von Arenstorff, firmiert unter den von Arenstoff`schen Erben, das Gut an die „Gewerkschaft Consolidiertes BKW Fuchs & Buchholz (Anhaltinische Kohlenwerke)“ für 1.675 000 Goldmark. Die Braunkohlenverwaltung richtete im Herrenhaus Arbeiterwohnungen ein. 1945 wurde das Unternehmen enteignet.

Nach Kriegsende bewohnten zunächst 43 Personen, darunter 24 Flüchtlinge aus den früheren Ostgebieten des Deutschen Reiches, die sechs Wohnungen. Das Schloss ging in der Bodenreform an den brandenburgischen Bergbau über. In dessen Besitz befand sich das Schloss bis kurz nach der Wiedervereinigung. Im Jahr 1996 kaufte die Stadt Drebkau das Schloss von der Treuhandanstalt.Josephine Japke: Drebkau wartet seit 30 Jahren auf neuen Schlossherrn., In: Lausitzer Rundschau, Cottbus/Calau vom 7. August 2020, Stand 5. Februar 2022. Seit dem Jahr 2000 wurde das stark verfallene Schloss restauriert. Der Schlossturm neigte sich zu dieser Zeit so stark zur Seite, dass er wegen Einsturzgefahr abgerissen und später rekonstruiert wurde. Im Jahr 2022 wurde mit dem zweiten Bauabschnitt der Sanierung begonnen, das Schloss soll danach als Sitz der Gemeindeverwaltung genutzt werden.Schloss Drebkau/Drjowk. Stadt Drebkau, Stand 8. September 2025. mini|Stall des Wirtschaftshofes, im Hintergrund die Stadtkirche (2013).

Architektur Das Schloss ist ein auf der Südseite dreigeschossiger Bau mit sieben Achsen und einem Walmdach. Die nördliche Seite des Herrenhauses liegt an einem aufgeschütteten Wall und ist daher nur zweigeschossig. An der Seite der Aufschüttung steht eine Feldsteinmauer als erhaltener Rest der mittelalterlichen Burg.Georg Dehio - Nachfolge/ Dehio-Vereinigung e.V.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Brandenburg. 2. Auflage, Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 259. Die Fassade ist mit Eckquaderungen und einem oberhalb des Erdgeschosses verlaufenden Putzband gegliedert. Das Dach ist mit Fledermausgauben versehen. Zum das Schloss umgebenden Wirtschaftshof gehören mehrere Stallgebäude aus Feldsteinen aus dem 19. Jahrhundert.

Literatur Drebkau., In: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern, nebst begl. Text. Band 4, Selbstverlag Duncker sen., Berlin 1861, Litho u. Text-Blatt 188. Götz Freiherr von Houwald: Die Niederlausitzer Rittergüter und ihre Besitzer. Band 4/1, Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1988, S. 249–281. Drebkau, In: Vincenz Czech, Christiane Salge: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Kommentierte Neuausgabe des Ansichtenwerks von Alexander Duncker (1857–1883). Band 1, S. 95 (Originaltext), Band 2 (Katalog). Hrsg. Peter-Michael Hahn, Hellmut Lorenz, Nicolai/Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 113–116. [Schloss] Drebau, In: Gerhard Vinken, Barbara Rimpel, u. v. a.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler: Brandenburg. 2. Auflage, Hrsg. Georg Dehio – Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V., Deutscher Kunstverlag, Berlin/ München 2012, ISBN 978-3-422-03123-4, S. 259.

Weblinks

Stadt Drebkau: Schloss Drebkau/Drjowk

Einzelnachweise

Kategorie:Schloss im Landkreis Spree-Neiße Schloss Schloss Kategorie:Barockbauwerk in Brandenburg Kategorie:Ersterwähnung 1301 Kategorie:Erbaut im 17. Jahrhundert Drebkau