Der T-40 (Objekt 020) war ein leichter sowjetischer Schwimmpanzer zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. In der Sowjetunion wurde er als „kleiner Panzer“ klassifiziert.
Das Konstruktionsbüro des Werks Nr. 37 in Moskau entwickelte den T-40 in der ersten Hälfte des Jahres 1939. Als Chefkonstrukteur wirkte Nikolai Alexandrowitsch Astrow, einer der damals führenden Spezialisten in der Entwicklung leichter Panzer. Die Rote Armee nahm den Panzer im Dezember 1939 an und das Werk Nr. 37 produzierte ihn bis Dezember 1941 in Serie.
Während der Serienfertigung modifizierten die Entwickler den T-40 mehrfach, sowohl um die Fertigung zu vereinfachen als auch um Panzerung und Feuerkraft zu verstärken. Die späteren Ausführungen, in der Literatur als T-40S und T-30 bezeichnet, wiesen einen besseren Panzerschutz auf und trugen als Hauptbewaffnung eine kleinkalibrige Maschinenkanone statt eines überschweren Maschinengewehrs. Gleichzeitig verloren die Panzer ihre Schwimmfähigkeit. Diese Varianten stellten Übergangsmodelle zum Nachfolgemodell, dem leichten Panzer T-60 dar.
Die Rote Armee setzte den T-40 hauptsächlich in den Kämpfen der Anfangsphase der deutschen Invasion der UdSSR ein. Die meisten T-40-Panzer wurden im Spätherbst des Jahres 1941 in der Schlacht um Moskau eingesetzt. Fast alle Panzer gingen hier und in Folge verloren, so dass der Typ bereits 1942 aus den Panzertruppen verschwand. Einzelne verbliebene Fahrzeuge verwendete die Armee zu Trainingszwecken bis zum Ende des Krieges.
Entwicklungsgeschichte Voraussetzungen mini|Der T-37A, im Dienst der Roten Armee ab 1933 mini|Der kleine Panzer T-38 wurde 1936 in Dienst genommen Neben den schweren, mittleren und leichten Panzern sah das System der Panzerausrüstung der Roten Armee eine besondere Klasse von Panzern vor, die sogenannten kleinen Panzer (russisch малые танки). Sie bildeten eine Unterart des leichten Panzers. Aufklärung, Schutz der Infanterie beim Marsch, Kampf gegen gegnerische Saboteure, Fallschirmjäger und Partisanen sowie die Nachrichtenverbindung waren typische Aufgaben für den kleinen Panzer der Roten Armee Ende der 1930er-Jahre. Auch sollten sie Wasserhindernisse ohne Vorbereitung überwinden können.A. G. Soljankin u. a.: Die sowjetischen kleinen und leichten Panzer 1941–1945. S. 3.
Ende der 1930er-Jahre gehörten zwei Typen von kleinen Panzern zur Ausrüstung der Roten Armee, der T-37A und der T-38. Beide Fahrzeuge waren Weiterentwicklungen eines britischen Schwimmpanzerprototyps, dessen Lizenz zum Bau und zur Weiterentwicklung des Entwurfs bei Carden-Loyd Tractors Ltd. gekauft worden war. Die Anpassung der britischen Konstruktion an die sowjetischen Produktionsbedingungen übernahm das Konstruktionsbüro des Moskauer Werks Nr. 37 unter Leitung N. N. Kosyrews und N. A. Astrows. Die großen an ihn gestellten Erwartungen konnte das Ergebnis dieser Arbeiten, der kleine Schwimmpanzer T-38 nur zu einem kleinen Teil erfüllen. Zwei darauf folgende Modernisierungen behoben nur einen Teil der Mängel. Der T-38 wies weiterhin folgende Hauptschwachpunkte auf:
schwache Bewaffnung mit nur einem 7,62-mm-DT-Maschinengewehr; schwache Panzerung, die nicht vor Treffern durch Panzerbüchsen, Granatsplitter und Handgranaten schützen konnte; räumlich getrennte Plätze für Fahrer und Kommandant, so dass der Panzer bei Verwundung oder Tod des Fahrers gänzlich ausfiel; ungenügende Schwimmfähigkeit; der Panzer konnte selbst bei gutem Wetter weder zwei Soldaten noch sonstige Nutzlast befördern, mehrmals sanken T-38 bei Übungen und Tests aufgrund ungenügender Abdichtung der Panzerwanne oder infolge leichten Wellengangs; schlechte Mobilität auf weichen Böden.Michail N. Swirin: Der gepanzerte Schild Stalins. Die Geschichte der sowjetischen Panzer 1937–1943. S. 8, 26.
Deshalb begann das Konstruktionsbüro des Werks Nr. 37 unter der Leitung N. A. Astrows bereits im zweiten Halbjahr des Jahres 1937 mit den Arbeiten am Projekt eines neuen kleinen Schwimmpanzers, der diese Mängel nicht mehr aufweisen sollte. Eine Hauptentwicklungsrichtung lag im Bereich der Panzerwanne, die durch eine günstigere Formgebung bessere Schwimmeigenschaften aufweisen sollte, um so die bestehenden Beschränkungen in der Abmessung der Wanne zu verringern. Außerdem sollten billige und zuverlässige Teile aus der Automobilindustrie für den Antrieb sowie technische Neuentwicklungen für das Laufwerk verwendet werden. Einige Bestandteile des neuen Entwurfs wurden vom T-38 übernommen, das Projekt mit der Bezeichnung 010 war aber keine Weiterentwicklung des britischen Urahnen der T-37A- und T-38-Panzer, sondern eine unabhängige Neuentwicklung durch Astrows Konstruktionsbüro.Michail N. Swirin: Der gepanzerte Schild Stalins. Die Geschichte der sowjetischen Panzer 1937–1943. S. 35.Die Erinnerungen des Chefkonstrukteurs N. A. Astrow über die T-40-Panzer: Плавающий танк Т-40 был разработан перед самой войной. Оригинальная, не имевшая прототипа машина … – deutsch etwa: Der Schwimmpanzer T-40 wurde vor dem Krieg entwickelt. Das Fahrzeug war originell, es hatte keinen Prototyp …
Vorkriegsentwicklung Das Schicksal des Projektes 010 war in einer frühen Entwicklungsstufe akut bedroht. Der Auftraggeber der Panzerfahrzeuge, das Hauptpanzeramt der Roten Armee (GBTU (ГБТУ РККА – ), wünschte anstatt eines Panzers wie dem T-38 als Schwimmaufklärer ein Fahrzeug, das sich, ähnlich den Fahrzeugen der BT-Serie, sowohl auf Rädern als auch mit aufgezogenen Ketten (bei der Fahrt im Gelände) fortbewegen konnte (колёсно-гусеничный танк, Koljoßno-Gußennitschnij Tank)). Als Gewicht waren fünf bis sechs Tonnen, als Antrieb ein Dieselmotor mit etwa 150 bis 180 PS gefordert. Dieses Projekt trug die Armeebezeichnung T-39. Zu diesem Zeitpunkt vertrat Astrow den verhafteten N. N. Kosyrew als Direktor des Werks Nr. 37. Er meldete dem GBTU die Unmöglichkeit des Baus eines solchen Panzers im Rahmen der Gewichts- und Kostenvorgaben. Auch stand kein passender Dieselmotor zur Verfügung, es gab nicht einmal ein Projekt zu dessen Entwicklung. Diese Einwände führten nur zur Anweisung, einen solchen Motor bis zum Herbst 1937 zu entwickeln. Im Juli 1937 folgte die Inspektion durch das GBTU, dessen Bericht für Astrow und seine Mitarbeiter unbefriedigend ausfiel. Im Frühjahr 1938 änderte die neue Führung des GBTU (die vorhergehenden Kader waren der stalinischen Tschistka zum Opfer gefallen) jedoch die taktischen und technischen Anforderungen für den neuen Schwimmpanzer deutlich. Jetzt sollte dieser ausschließlich auf Ketten fahren können und ein Ottomotor mit 90 PS Leistung zum Einsatz kommen. Diesen Anforderungen entsprach Astrows Projekt 010 gut. Zur selben Zeit erhielt das Projekt die Armeebezeichnung T-40.Michail N. Swirin: Der gepanzerte Schild Stalins. Die Geschichte der sowjetischen Panzer 1937–1943. S. 32.
In dieser Zeit wurde das 010-Projekt vom kleinen Konstruktionsbüro des Werks Nr. 37 entwickelt. Außer dem Chefkonstrukteur, der aktiv an der Projektierung teilnahm, waren die Ingenieure R. A. Anschelewitsch und A. W. Bogatschew mit der Entwicklung des neuen Panzers beschäftigt. Es wurde jedes Laufrad einzeln mit einem Drehstab gefedert. Die Konstrukteure legten besondere Sorgfalt auf die Ergonomie des Fahrzeugs. Anders als beim T-38 saß die Mannschaft des T-40 in einem Raum; der Fahrer hatte seinen Arbeitsplatz mittig in der Panzerwanne mit einem guten Blickfeld. Seine Sehöffnung war hoch in der Frontpanzerung angebracht, um das Eindringen von Wasser bei Wasserfahrten zu vermeiden; auch wurde Platz für die sperrige 71-TK-3-Funkanlage vorgesehen. Abweichend von der offenen Anbringung des Schraubenpropellers am T-38 wurde dieser am neuen Fahrzeug zum Schutz vor möglichen Beschädigungen in einer speziellen hydrodynamischen Nische am Heck platziert.„Russian BattleField“, basiert auf E. I. Protschkos Artikel Die leichten Panzer T-40 und T-60 (englisch), abgerufen am 17. September 2008.Michail N. Swirin: Der gepanzerte Schild Stalins. Die Geschichte der sowjetischen Panzer 1937–1943. S. 40.
Die Arbeiten am Entwurf waren im Frühling 1939 fast beendet und schon im Juli 1939 begannen die Tests der ersten vier Versuchspanzer. Zwei Fahrzeuge fuhren mit der neuen Drehstabfederung, die anderen beiden Panzer waren mit der alten Federung mit zwei Rollenwagen und Blattfedern ausgestattet. Das ausgedehnte Testprogramm umfasste die Prüfung der Lauf- und Manövriereigenschaften zu Land und zu Wasser, die Überwindung von künstlichen und natürlichen Hindernissen, die Erprobung der Waffen sowie die Bewertung der Bedienerfreundlichkeit der Waffen und des Panzers im Ganzen. Da das GAS-Werk Probleme mit dem Beginn der Serienproduktion der 85-PS-Ottomotoren GAS-202 hatte, waren alle vier Versuchpanzer mit importierten Prototypen des GAS-202-Motors (Dodge Export) ausgestattet. Das Testprogramm war gegenüber dem der Vorgänger um einiges umfangreicher, da jetzt möglichst alle Schwächen des Entwurfs noch vor dem Ende der Entwicklungsphase gefunden und behoben werden sollten, um den T-40 so auch in der Hand eines gering qualifizierten Soldaten zuverlässig funktionieren zu lassen.
Die Tests zeigten eine Vielzahl an nötigen Änderung des Entwurfs, das Werk Nr. 37 konnte diese Mängel aber schnell beheben. Insbesondere wurde die Panzerwanne um zwölf Zentimeter verlängert und um fünf Zentimeter verbreitert, während die Höhe verringert wurde, um so die Stabilität zu Lande und zu Wasser zu verbessern. Auch verstärkten die Konstrukteure die Drehstäbe der Federung, vergrößerten den Durchmesser und die Breite der Laufrollen und ersetzten den dreiflügeligen Propeller durch einen vierflügeligen. Als Ergebnis der Tests erwies sich die Drehstabfederung der alten Variante mit zwei Rollenwagen und Blattfedern überlegen und wurde daher für die künftigen Serienfahrzeuge empfohlen. Nach den erfolgten Verbesserungen des Panzers wurde dieser von den Militärexperten und der staatlichen Leitung der Panzerindustrie akzeptiert.Michail N. Swirin: Der gepanzerte Schild Stalins. Die Geschichte der sowjetischen Panzer 1937–1943. S. 36.
Am 19. Dezember 1939 hatte das Verteidigungskomitee der UdSSR mit der Resolution Nr. 433ss den verbesserten kleinen Panzer des 010-Projekts unter derselben Armeebezeichnung T-40 gleichzeitig mit einigen anderen neuen Militärfahrzeugen in den Dienst übernommen. Dieses Dokument stellte an das Werk Nr. 37 eine Reihe von neuen Aufgaben: bis zum 1. März 1940 sollte der Betrieb drei Versuchspanzer des T-40 fertigen, bis 1. August 1940 sollte eine kleine Vorserie aus 15 Fahrzeuge fertiggestellt sein und am 1. Oktober 1940 sollte mit der Serienproduktion des T-40 begonnen werden.Michail N. Swirin: Der gepanzerte Schild Stalins. Die Geschichte der sowjetischen Panzer 1937–1943. S. 38.
Im Laufe des späten Frühlings 1940 baute das Werk Nr. 37 noch zwei weitere Versuchspanzer, bei denen alle Anmerkungen auf Grundlage der Ergebnisse der Tests Berücksichtigung fanden. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten sowjetischen GAS-11-Motoren aus der Serienproduktion geliefert, genau zur rechten Zeit, da infolge von Verschleiß der importierten Ottomotoren in den vorherigen Versuchsfahrzeugen diese einen erhöhten Wartungsaufwand zum Weiterbetrieb erforderlich machten. Im Sommer 1940 besuchten der Volkskommissar der Verteidigung S. K. Timoschenko und der Generalstabschef G. K. Schukow das Werk, um die neuen T-40-Vorserienpanzer zu begutachten. Letzterer hatte ein besonderes Interesse am T-40 und der Fähigkeit des Werks zur Serienfertigung des T-40.
Entwicklung während des Krieges