mini|Armen Haghnazarian, Jerewan 2007 mini|Armen Haghnazarian am Vansee, 1972 mini|Armen Haghnazarian, Kapelle von Dsordsor, 1988, 2.von rechts mini|Armen Haghnazarian, Jerewan 2008

Armen Haghnazarian, auch Hakhnazarian (; , traditionell Արմէն Հախնազարեան; * 5. Mai 1941 in Teheran, Iran; † 19. Februar 2009 in Aachen, Deutschland) war ein armenisch-iranisch-deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Herkunftsfamilie Armen Haghnazarians Vater Hovhannes Haghnazarian (1900–1979) wurde in Agulis (heute Əylis in Nachitschewan, Aserbaidschan; armenischer Name der Region: Goghtan) geboren. Als junger Mann entkam er am 25. Dezember 1919 mit Glück dem Weihnachtsmassaker der Aserbaidschaner an den Armeniern in Agulis und schloss sich der Armee Garegin Nschdehs an. Über Täbris gelangte er nach Prag, wo er an der Karls-Universität den Doktorgrad in Linguistik erlangte. Danach kam er nach Teheran, wo er an der armenischen Haykazian-Kushesh-Davtian-Schule unterrichtete.Armen Hakhnazarian: A Few Words sowie Andranik Sarian: About the Author, 20. Juli 1983. In: Hovhannes Hakhnazarian: Goghtan District. Research on Armenian Architecture, Calouste Gulbenkian Foundation, Yerevan 2013. 200 Seiten, S. 3 sowie S. 4f. Armen Haghnazarians Mutter war Arusyak Haghnazarian, eine Klavierlehrerin am Staatlichen Konservatorium zu Teheran. Research on Armenian Architecture, Februar 2009, abgerufen am 3. Februar 2022.

Biografie Armen Haghnazarian wurde 1941 in der iranischen Hauptstadt Teheran geboren und besuchte dort von 1948 bis 1959 die armenische Kuschesch-Davidian-Volksschule und das dortige Gymnasium. 1961 ging er in die Bundesrepublik Deutschland und studierte von 1961 bis 1972 Architektur an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen und legte 1967 daselbst seine Diplomprüfung ab. Zum Studium armenischer Baudenkmäler im Rahmen seiner Doktorarbeit unternahm er eine Reihe von Studienreisen nach Westarmenien (östliche Türkei) und in die iranische Provinz West-Aserbaidschan.Anhang. Die armenischen Autoren: Armen Hakhnazarian. In: Friedrich Heyer (Hrsg., Übers.): Die Kirchen der Welt, Band XVIII. Die Kirche Armeniens: Eine Volkskirche zwischen Ost und West. Evangelisches Verlagswerk Stuttgart, Stuttgart 1978. S. 211. Vgl. auch im selben Band: Armen Haghnazarian: Die kirchliche Baukunst in Armenien (Kapitel 5), S. 117–138.

1968 nahm Haghnazarian Messungen am Kloster Sankt Thaddäus im iranischen West-Aserbaidschan vor.Արմեն Հախնազարյան, Ճարտարապետ, 5 մայիս, 1941 - 19 փետրվար, 2009. AV Production, 2012, abgerufen am 3. Februar 2022. 1969 gehörte er zu den Mitbegründern des späteren Zentralrats der Armenier in Deutschland.Zum 40. Todestag von Armen Haghnazarian (1941 - 2009). Zentralrat der Armenier in Deutschland, 5. April 2009. 1972 wurde er an der RWTH Aachen mit einer Dissertation zum architekturwissenschaftlichen Thema Das armenische Thaddäuskloster in der Provinz Westaserbaijan in Iran zum Dr. ing. promoviert. 1973 errang er an derselben Hochschule einen weiteren Doktortitel, diesmal in Stadtplanung.

In den 1970er Jahren unternahm Haghnazarian sechs Forschungsreisen in die Türkei, die jeweils knapp zwei Monate dauerten. Danach wurde er von den Behörden zur Persona non grata erklärt und konnte seinen Forschungen nicht mehr nachgehen. Mitarbeiter der FHTW reisten allerdings in Zusammenarbeit mit ihm weiterhin in die Türkei, um Studien über Westarmenien, Kleinarmenien und Kilikien durchführen zu können.

1973 heiratete Haghnazarian die deutsche Architektin Margrit Bünemann (dann Haghnazarian-Bünemann), mit der er zwei Töchter hatte: Talin und Shahriz.Birth of Armen Hakhnazarian. Armenian Prelacy (Catholicosate, His Holiness Aram I, Catholicos, Holy See of Cilicia, Antelias, Lebanon), 29. April 2021. 1974 gründete er in Teheran das Architekturunternehmen Monit. 1982 gründete er in Aachen die Nichtregierungsorganisation Organisation zum Studium der armenischen Architektur (Research on Armenian Architecture; RAA), die 1996 in den Vereinigten Staaten und 1998 in Armenien registriert wurde. Von 1983 bis zu seiner Emeritierung lehrte Haghnazarian am Fachbereich Stadtplanung der RWTH Aachen. Haghnazarian starb am 19. Februar 2009 nach langer Krankheit in Aachen. Armenier in Rhein-Main, Februar 2009.

Erneuerung von Kirchen Haghnazarian leitete die Erneuerung folgender Kirchen in Iran, Armenien, Arzach und Syrien oder nahm an ihnen teil: Research on Armenian Architecture, 26. November 2015, abgerufen am 3. Februar 2022. Kirche in Vanak, Teheran, Iran Armenische Kirche St. Georg (Teheran), Iran Kloster Sankt Stephanos (15 km westlich von Dscholfa), Ost-Aserbaidschan, Iran Kloster Sankt Thaddäus in (20 km südlich von Maku), West-Aserbaidschan, Iran Kapelle von Dsordsor bei Barun (Landkreis Maku), Iran Kirche Surb Astvatzatzin (Heilige Muttergottes), Karintak (Daschalty) bei Schuschi, Republik Arzach (2020 von Aserbaidschan erobert, Zustand unbekannt) Kloster Dadiwank, Schahumjan (Provinz), Republik Arzach (2020 von Aserbaidschan besetzt, Kəlbəcər (Rayon), russische Friedenstruppen anwesend) St.-Minas-Kirche von Tatev, Sjunik, Armenien Kirche von Davit Bek, Sjunik, Armenien Saghmosawank Monastery, Aragazotn Region, Armenien Sankt-Sargis-Kloster von Uschi in Uschi, Aragazotn, Armenien St.-Stepanos-Kirche von Garaturan (as-Samra, ), Distrikt Kessab, Syrien (2014 von Islamisten zerstört) Einige historische Gebäude in Kessab, Syrien (2014 von Islamisten zerstört)

Veröffentlichungen Das armenische Thaddäuskloster in der Provinz Westaserbaijan in Iran. RWTH Aachen (Doktorarbeit), Aachen 1973. Die kirchliche Baukunst in Armenien. In: Friedrich Heyer (Hrsg., Übers.): Die Kirchen der Welt, Band XVIII. Die Kirche Armeniens: Eine Volkskirche zwischen Ost und West. Evangelisches Verlagswerk Stuttgart, Stuttgart 1978. Kapitel 5, S. 117–138. 1983 to 1989 - 7 volumes of microfilms on Armenian Architecture Ակնարկ Հայկական ճարտարապետութեան (A Review of Armenian Architecture), 1988 Nor Djulfa. Documents of Armenian Architecture, No. 21. OEMME, Venezia 1992. ISBN 9788885822566

Weblinks

The Monasteries of St. Thaddeus the Apostle and St. Stephen the Proto-Deacon. Julfa: The Annihilation of the Armenian Cemetery by Nakhijevan’s Azerbaijani Authorities. Three Monasteries of Artaz.

Einzelnachweise

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