mini|Lukas Etlin (Datum unbekannt) Lukas Etlin OSB (* 25. Februar 1864 in Sarnen als Augustin Alfred EttlinEphrem Omlin: Die Geistlichen Obwaldens vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Historisch-Antiquarischer Verein Obwalden, Sarnen 1984, S. 225.; † 15. Dezember 1927 in Stanberry) war ein Schweizer Benediktinerpater.
Leben Etlin war Schüler auf Benediktinerschulen in Sarnen und Engelberg. Im September 1886 verließ er 22-jährig seine Heimat und wurde Novize in der Abtei Conception in den USA. Dort legte er am 13. November 1887 die Profess ab und wurde am 15. August 1891 von Bischof Otto Zardetti zum Priester geweiht. Danach wurde er 1892 Spiritual und Kaplan im Kloster der Schwestern der Ewigen Anbetung in Clyde (Missouri), das vom Schweizer Kloster Maria-Rickenbach aus gegründet worden war.
Im Zentrum von Etlins Theologie und Glauben stand die Eucharistie. Sein Vorbild war der Heilige Bruder Klaus, der angeblich beinahe 20 Jahre lang nur von der Kommunion gelebt hatte. Ferdinand Holböck meinte, Lukas Etlin sei ein Nachkomme des Bruders Klaus. Über Etlin wird berichtet, dass er täglich mehrere Stunden vor dem Ausgesetzten Allerheiligsten kniend in stiller Anbetung verbrachte. Im Kloster der Schwestern der Ewigen Anbetung in Clyde verbrachte er jede Nacht eine Stunde im Gebet in der Kirche. Etlin gründete 1905 die Zeitschrift Tabernacle and Purgatory (Tabernakel und Fegefeuer).https://www.worldcat.org/oclc/1773438 Zum Titel schrieb er in der ersten Nummer selbst:
Nach 1918 führte er karitative Tätigkeiten durch und sammelte mit Hilfe seiner Zeitschrift Geld für Notleidende, insbesondere auch in Europa. Er unterstützte auch die Priesterausbildung in Deutschland und Österreich, die vom Ersten Weltkrieg schwer getroffen worden war. Papst Pius XI. nannte ihn „den wohltätigsten Mann der Welt“.
Etlin starb am 16. Dezember 1927 bei einem Autounfall. Kardinal Michael von Faulhaber schrieb in einem Nachruf über ihn: „Die deutschen Bischöfe segnen Dein Andenken wie sie beim Hochamt den Weihrauch segnen: Mögest Du von dem gesegnet werden, zu dessen Ehre Du Dich verzehrt hast!“
In den Vereinigten Staaten wurde der Seligsprechungsprozess für Etlin eingeleitet. Er wird von Anhängern als „Apostel der Eucharistie“ bezeichnet.
Schriften (Auswahl) mit Iso Walser und Bernard Herman Bunning: Adoration book for convents of Perpetual adoration. Also a guide for all devout adorers of the most Blessed Sacrament. Clyde 1918, . The Holy Eucharist, our all. Clyde 1950, . Eucharistic miracles. Clyde 1957, .
Literatur Norbert Weber: P. Lukas Etlin. Ein kurzes Lebensbild. St. Ottilien 1930, . Ida Lüthold-Minder: Ein Apostel der Eucharistie. Pater Lukas Etlin OSB (1864–1927). Stein am Rhein 1975, ISBN 3-7171-0622-8. Ferdinand Holböck: Das Allerheiligste und die Heiligen. Eucharistische Heilige aus allen Jahrhunderten der Kirchengeschichte. Stein am Rhein 1979, S. 400–408, ISBN 3-557-98186-X. Ephrem Omlin: Die Geistlichen Obwaldens vom 13. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Historisch-Antiquarischer Verein Obwalden, Sarnen 1984, S. 225 f., . Marcel Albert: Generosissimus vir. P. Lukas Etlin OSB (1864–1927) und die Klöster der „Benediktinerinnen vom Hl. Sakrament“. In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. 115 (2004), S. 511–535, .
Weblinks
old.ewige-anbetung.de bautz.de faulhaber-edition.de benediktinerlexikon.de geist-und-leben.de archiv.abtei-muri.ch
Einzelnachweise
Kategorie:Eröffneter Seligsprechungsprozess Kategorie:Römisch-katholischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Benediktiner Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1864 Kategorie:Gestorben 1927 Kategorie:Mann