mini|Heinrich Karl Ernst Köhler Heinrich Karl Ernst Köhler ( oder ) (* 6. September 1765 in Wechselburg in Sachsen; † in Sankt Petersburg) war ein deutscher Philologe, Klassischer Archäologe und Numismatiker in russischen Diensten. Er gilt als einer der bekanntesten Archäologen seiner Zeit.

Leben und Wirken Köhler wurde als Sohn von Johann Rudolph Ernst Köhler, Amtmann in Rochsburg, und der Angestellten Amalie, geborene Dienemann, geboren.Karl Morgenstern 1839, S. 2. Von seiner frühen Ausbildung ist wenig bekannt, nur dass er zunächst in Wittenberg studierte und 1787 sein Studium in Leipzig fortsetzte. „In Klassischer Philologie und Kunstgeschichte scheint er wohl hauptsächlich Autodidakt gewesen zu sein.“Karl Morgenstern 1839, S. 3.

Im Jahr 1790 ging er auf Empfehlung eines Leipziger Universitätsprofessors nach Russland und wurde Hauslehrer in der Familie des Petersburger Kaufmanns Ovander. 1794 veröffentlichte er in dem von Johann Heinrich Busse herausgegebenen Journal von Russland zwei Artikel: Über das Kaiserliche Museum zu Zarskoe-Selo und Bemerkungen über die Russisch-Kaiserliche Sammlung von geschnittenen Steinen. Dank seiner umfangreichen Kenntnisse der antiken Kunst wurde er 1795 in den Dienst der Eremitage aufgenommen und wurde Direktor der 1. Abteilung und Hüter des Stein- und Medaillenkabinetts. Er erhielt den Titel Wirklicher Staatsrat.

Er wurde zum korrespondierenden Mitglied (13. April 1803) und später zum ordentlichen Akademiemitglied (3. September 1817) der Kaiserlich-Russischen Akademie der Wissenschaften gewählt. Darüber hinaus war er Ehrenmitglied der Akademie der Künste, korrespondierendes bzw. auswärtiges Mitglied der Akademien in Göttingen (1797), Berlin (1812), München (1808), Stockholm, Rom, Wien und mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften im Ausland.

Auf Befehl des Kaisers Alexander I. von Russland unternahm er 1804 eine archäologische Reise auf die Krim, wo er Denkmäler und materielle Hinterlassenschaften der antiken Kulturen in Chersones und anderen Orten studierte. In den Jahren 1817 bis 1819 inspizierte Köhler Museen und studierte Kunstsammlungen in Deutschland, Frankreich und Italien. Nach einer zweiten Reise auf die Krim im Jahr 1821 legte er einen Bericht über Notwendigkeit und Methoden des Schutzes der antiken Kulturgüter auf der Krim vor.Bericht des Akademiemitglieds Köhler an die Kaiserliche Akademie der Wissenschaften über seine Reise auf die Krim, 23. November 1821, enthalten in Notizen der Gesellschaft für Geschichte und Antiquitäten in Odessa Band 8, 1872, S. 384–388.

Köhlers Monographien über Altertümer, insbesondere Medaillen und Edelsteine, wurden in den Akten der Akademie und in separaten Broschüren veröffentlicht und von Ludolf Stephani (H. K. E. Köhler's gesammelte Schriften) herausgegeben. Köhler schrieb seine wissenschaftlichen Arbeiten in deutscher oder französischer Sprache. Er erstellte eine Sammlung von Abformungen von griechischen und römischen Münzen mit mehr als 10.000 Exemplaren und übertraf damit die berühmte Mionett-Abformungssammlung. Köhlers Sammlung wurde vom Grafen Sergei Grigorjewitsch Stroganow für das Münzamt der Moskauer Universität erworben.

Familie Die Ehefrau Sophia Maksimowna geb. Briskorn († 1834) war Tochter des russischen Staatsmanns und Senators Maxim Maximowitsch Briskorn () (1788–1872). Die Söhne des Paars waren: Wilhelm Polydorus (russisch ) (1802–1864), Kanzlist, Bibliothekar Dmitri Jegorowitsch () (1806–1839), Hofrat

Die Enkelin, Sofia Wassiljewna Koehler () (1829–nach 1907), war eine russische Schriftstellerin, die auch das Pseudonym Jewgeni Lunski () verwendete.

Seine Schwester Wilhelmine Ernestine (1768–1838) war mit Graf Heinrich Ernst von Schönburg-Rochsburg (1760–1825), dem letzten Grafen der Linie Schönburg-Rochsburg, verheiratet. „Diese Vermählung veranlasste, sagt man, dass die Köhlersche Familie in Deutschland geadelt wurde. Unser K. indess erwähnte dergleichen niemals, legte darauf auch wenig Werth.“Karl Morgenstern 1839, S. 2. Für die Titelaufnahme seiner Werke in Bibliotheken hat sich das „von Köhler“ eingebürgert, obwohl „von“ auf den Titelseiten seiner Schriften und Bücher nicht auftaucht.

Veröffentlichungen (Auswahl)

H. K. E. Köhler’s gesammelte Schriften, herausgegeben von Ludolf Stephani Band 1: Band 2: } Band 3: Band 4: Band 5: Band 6:

Literatur

Weblinks

Die Deutschen Russlands ist eine Enzyklopädie, die einem der Völker Russlands gewidmet ist, das einen bedeutenden Beitrag zur russischen Geschichte und Kultur geleistet hat. Die Enzyklopädie wurde von der internationalen Organisation „Öffentliche Akademie der Wissenschaften der Russlanddeutschen“ mit Unterstützung der Regierungen Russlands und Deutschlands im Rahmen des Föderalen Zielprogramms zur Entwicklung der sozioökonomischen und kulturellen Basis für die Wiederbelebung der Russlanddeutschen in den Jahren 1997 bis 2006 erstellt. Das Projekt wurde aus den Bundeshaushalten Russlands und Deutschlands finanziert.

Einzelnachweise

Kategorie:Klassischer Archäologe Kategorie:Numismatiker Kategorie:Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Eremitage (Sankt Petersburg) Kategorie:Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1765 Kategorie:Gestorben 1838 Kategorie:Mann