Saltendorf ist ein Ortsteil der oberpfälzischen Marktgemeinde Wernberg-Köblitz im Landkreis Schwandorf des Regierungsbezirks Oberpfalz im Freistaat Bayern.

Geografie Saltendorf liegt 2 Kilometer westlich des Autobahnkreuzes Oberpfälzer Wald und 3,5 Kilometer südwestlich von Wernberg-Köblitz. Nordöstlich von Saltendorf erhebt sich der 450 Meter hohe Künzelberg. Am nördlichen Ortsrand von Saltendorf entspringt der Saltendorfer Bach.

Etymologie Der Ortsname Saltendorf ist in der Oberpfalz zweimal im Naabtal belegt, Saltendorf als Ortsteil des Marktes Wernberg-Köblitz und Saltendorf an der Naab als Ortsteil der Stadt Teublitz. Darüber hinaus gibt es gerade für die Zuordnung von Quellen im erweiterten Raum Saltendorf der Gemeinde Höchstadt a. d. Aisch, in Mittelfranken.

Der Etymologe und Herausgeber des Lexikons Bayerischer Ortsnamen, Wolf-Armin von Reitzenstein leitet den Ortsnamen Saltendorf vom altdeutschen Personennamen Salche, „Saliko“, „Saleto“ abMitteilung vom 16. Mai 2016 zum Ortsnamen Saltendorf, zitiert nach Ernst Förstemann, Altdeutsches Namenbuch, Personennamen, Nordhausen 1900, Sp. 1292. Im Gegensatz dazu hatte der Slavist Ernst Eichler 1962 einen slawischen Personennamen „Žal-k-“ unterstelltZur Etymologie und Struktur der slawischen Orts- und Flußnamen in Nordostbayern, in Wissenschaftliche Zeitschrift der Karl-Marx-Universität Leipzig, 11. Jahrgang, S. 385., der auch von Ines Häusler übernommen wurde.Ines Häusler, Der Beitrag des slavischen Siedlungsträgers zur Raumerschließung in der Oberpfalz - eine historisch-geographische Analyse, in RBRR 9/1, Kallmünz 2004, S. 50, 60. Grundsätzlich ist von Gemeinsamkeiten in den Ortsnamenbildungen für die genannten Ortsnamen Saltendorf auszugehen. Slavische Namensableitungen für den Raum Höchstadt oder Regensburg sind daher eher kritisch zu sehen.

Geschichte 8. bis 13. Jahrhundert Saltendorf (auch: Salttendorf, Saltendorff, Salttendorff, Schaltendorf) liegt in einem Gebiet, in dem im 8. Jahrhundert slawische und deutsche Siedlungsbewegungen aufeinander stießen. Dies wird besonders durch die Ortsnamensforschung erläutert. Aus der ersten Siedlungsphase im 8. und 9. Jahrhundert stammen die Orte mit slawischen Namen, wie zum Beispiel Ober- und Unterköblitz, Döswitz, Döllnitz, Köttlitz und Hohentreswitz, und die Orte mit deutschen Namen, die echten -Ing-Orte, wie zum Beispiel Nessating. Aus der zweiten Siedlungsphase im 10. und 11. Jahrhundert stammen die Dorf-Orte, wie zum Beispiel Oberndorf, Friedersdorf, Haindorf, Saltendorf und Damelsdorf, die von deutschen Siedlern angelegt wurden.

Vom 11. bis zum 13. Jahrhundert gehörte Saltendorf zur Mark Nabburg und zum Besitz der Diepoldinger. Die Mark Nabburg wurde Anfang des 11. Jahrhunderts erstmals in Urkunden erwähnt. Ende der 1070er Jahre erlangte sie ihre Selbständigkeit unter Kaiser Heinrich IV. und den schwäbischen Diepoldingern. Diepold II. von Vohburg nannte sich erstmals Markgraf. Ihm folgte 1078 sein Sohn Diepold III. von Vohburg. Nach dessen Tod im Jahr 1146 gelangte die Mark Nabburg kurzzeitig in den Besitz von Gebhard III. von Sulzbach.

Ab 1149 hörte die Mark Nabburg auf zu existieren. Die Nachfahren Diepolds III. behielten nur ihre Hausgüter in Nabburg, Etzelhof, Wölsendorf, Friedersdorf, Kagern (unklar: Kagern (Tiefenbach)? oder abgegangen), Saltendorf, Maierhof und Neunaigen. Nach dem Aussterben dieser Linie der Diepoldinger fielen diese Güter 1254 an die in Nabburg ansässige Linie der Wittelsbacher. Aus diesen Gütern verlieh König Ludwig den Nothaft zu Wernberg am 20. September 1320 drei Güter für geleistete Dienste.Harald Stark, Die Familie Nothaft - Die Wernberger Linie, Familiengeschichte Notthafft;

BayHStAM, Nothaft Urkunden U22 vom 20. September 1320;

Verhandlungen des Historischen Vereins der Oberpfalz und Regensburg, Band 57, S. 153;

Franz Notthafft von Weissenstein, Auszüge aus dem Repertorium über die Urkunden der freiherrlichen bzw. gräflichen Familie Nothaft, Stadtamhof 1905, S. 3;

Franz Notthafft von Weissenstein, Familiengeschichte der Notthafft, Teil 1-3, 1874-1903, handschriftliches Original im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, redigiert von Marie Therese Notthafft, Freiin von Weissenstein, neu überarbeitet von Franz Hoffmann 2011, Band 1, S. 228 und Band 2, S. 410. Damit begründete sich die spätere Präsenz der Herrschaft Wernberg in Saltendorf.

Frühe Urkunden

Der Ortsname Saltendorf taucht ca. 1110-1149 mit „Gotfrid de Saltendorf“ in den Traditionen des Klosters Prüfening auf.BayHStAM, Traditionen Prüfening, Nr. 101. Zuordnung dieser Urkunde nach Wolf Armin von Reitzenstein 2016, der Slavist Wolfgang Janka sieht diese Urkunde eher bei Saltendorf bei Burglengenfeld. Wenig später sind 1160 Gotfridus Cunradus Albero als „fratres de Salkendorf“ in den Traditionen des Klosters Ensdorf nachzuweisen.BayHStAM, Traditionen Ensdorf Nr. 89, Kopie des 14. Jahrhunderts, Zuordnung nach Wolf Armin von Reitzenstein. Auch im Jahr 1178 ist „Salkendorff“ bei diesem Kloster belegt.BayHStAM, Urk. Ensdorf Nr. 10a, jetzt StAAm, Kopie des 15. Jahrhunderts. Zuordnung nach Wolf Armin von Reitzenstein. 1228 lässt sich eine „Gertrude de Salkendorf ... in villa Salkend(orf)“ durch die Urkunden des Klosters Speinshart nachweisen.StAAm, Kloster Speinshart, Urk. 8.

Frühe kirchliche Verhältnisse

Als es im Jahr 1286 in der Diözese Regensburg zur Schätzung der Einkünfte einzelner Kirchen kommt, ist Saltendorf zwar als neu registriert aufgeführt, hat jedoch keine Einkünfte. Möglicherweise war es gerade die Zeit, wo versucht wurde, diese Kirche zu verselbständigen.Ein altes Pfarreienverzeichnis des Bistums Regensburg aus dem Jahre 1286, erschienen im 15. Jahresbericht des Vereins zur Erforschung der Regensburger Diözesangeschichte, S. 25f. Vierzig Jahre später, im Jahr 1326, erscheint bei einer weiteren Erhebung der kirchlichen Abgaben, in den Pfarreiverzeichnissen für ein „Schaltendorf“ im Dekanat Altendorf ein „nichil“Marianne Popp, Quellen und Erörterungen zur Bayerischen und Deutschen Geschichte. "Das Handbuch der Kanzlei des Bischofs Nikolaus von Regensburg (1313-1440), München 1972, S. 169, 178f. Dies legt nahe, dass die Pfarreigründung in diesem Ort möglicherweise aufgrund fehlender ausreichender Einkünfte misslungen war. Für eine frühe Kirche spricht, dass mit Saltendorf sowohl das Tauf- und Trau- als auch das Sepulturrecht verbunden ist.Paul Mai, Johann Gruber, Matrikel des Bistums Regensburg 1997, S. 515.

14. bis 17. Jahrhundert Saltendorf lag an einer alten Handelsstraße, die seit dem 14. Jahrhundert bestand. Von 1338 bis 1588 gab es in Pfreimd einen Eisenhammer. Das Roherz für diesen Eisenhammer wurde über eine in West-Ost-Richtung verlaufende Straße aus den Amberger Erzgruben herangeschafft. Diese Straße wurde „Hochstraße“ oder „Hohe Straße“ genannt. Sie verlief über Freudenberg, Kemnath am Buchberg, Trichenricht, Oberndorf, Saltendorf nach Iffelsdorf. Dort überquerte sie durch eine Furt die Naab und erreichte Pfreimd. Ihre Fortsetzung östlich von Pfreimd wurde „Erzstraße“ genannt. Sie führte über Köttlitz und Trausnitz zu den Eisenhämmern im oberen Pfreimdtal.

Nothaftische Präsenz

Auf die Präsenz der Familie Nothaft in Saltendorf seit spätestens 1320 wurde bereits hingewiesen. Dass die Nothaft von Wernberg nachweislich für Saltendorfer Angelegenheiten ihrer Güter zu Gericht saßen, belegt die Gerichtssitzung vom 30. Mai 1356.StAAm, Leuchtenberg Landgrafschaft, U50 vom 20. Mai 1356;

Illumatius Wagner, Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg, Kallmünz 1952-1956, Band 2, S. 61. Einer der Saltendorfer Höfe wurde 1406 durch Heinrich Nothaft von Wernberg zur Dotierung der Stiftung des Schlossbenefiziums in der Burg Wernberg verwendet.StAAm, Landgrafschaft Leuchtenberg, Urk.1406 Mai 25, jetzt Staatsarchiv Amberg. Bei der Teilung der Herrschaft Wernberg 1470/71 hatte die Familie Nothaft noch ein Lehen in Saltendorf.Illumatius Wagner, Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg, Kallmünz 1952-1956, Band 3 S. 148f. An dieser Stelle ist nochmals kurz auf die Bezeichnungen „Uckersriet“ bzw. „Okersreuth“ einzugehen. In der Teilung der Herrschaft Wernberg im Jahr 1470Illumatius Wagner, Geschichte der Landgrafen von Leuchtenberg, Kallmünz 1952-1956, Band 3, S. 148ff. werden in der Beschreibung der dortigen Gehöfte sechs Bauern als zur Herrschaft Wernberg lehensabhängig aufgelistet.Es handelte sich um die Anwesen von Uli Merkl, Hensl Zimer, Hertzog Städler, Caspar Smid und Ottl Smid. Die Bezeichnungen „die Heiligen zu Saltendorf“ legt nahe, dass sich die Siedlung in unmittelbarer Nähe zu Saltendorf befand. Nur wenige Jahre später wurde Ukersried am 10. April 1475 als Öde bezeichnet.StAAm, Landgrafschaft Leuchtenberg, 10. April 1475.

Leuchtenberger Präsenz

Die Präsenz der Leuchtenberger in Saltendorf war gering. Ihr ursprünglicher Hof, der Porstleinshof (auch Peißleinshof) war bereits 1396/99 „ein- bzw. abgegangen“ und wurde als „ein Öd“ bezeichnend. Die zugehörigen Felder wurden als Lehen in kleinen Parzellen an diverse Saltendorfer verteilt.Georg Völkl, Das älteste Leuchtenberger Lehenbuch, Quellen zur Oberpfälzer Siedlungsgeschichte, in Verhandlungen des Historischen Vereins der Oberpfalz und Regensburg, Regensburg 1955, S. 325, 336, 368. Genannt sind Chunrad Smid zu Saltendorf, Amolf Pesel von Salchendorf, Hans Schrell zu Saltendorf, Pesold Per von Saltendorf, Diepolt von Saltendorf, "Smide" von Saltendorf. Der Zehend ging an den Amberger Bürger "Smidgandenerynne". Dieser eine Hof war auch noch im Nachlass der Leuchtenberger, als sie 1646 ausstarben.Georg Brunner, Geschichte von Leuchtenberg und der ehemaligen Landgrafen von Leuchtenberg, Amberg 1863, S. 31f. Es muss also zwischenzeitig zur Katastrophe gekommen sein, eine Katastrophe, die dazu führte, dass die Siedlung nicht mehr aufgebaut wurde. Infrage für den Standort dieses Gebietes kommt möglicherweise das Gebiet „Ödwiesen“, 500 Meter nördlich vom heutigen Ortskern. Natürlich kann es zu einem verheerenden Brand oder anderen Unglücken gekommen sein. Näher liegen jedoch politische Aspekte: Spätestens mit dem Tod der älteren Brüder Albrecht Nothaft (1468)Albrecht Nothaft wurde am 15. Oktober 1468 bei Kötzting von den Böhmen erschlagen. Er ist in der Straubinger Karmeliterkirche beerdigt. und Heinrich (1471)Grabdenkmal in der Straubinger Karmeliterkirche. versuchte das Königreich Böhmen verstärkt, den seit Jahrzehnten unter der Herrschaft der Nothaft von Wernberg stehenden Markt Luhe abzulösen. Nachdem sich die Nothaft widersetzten, war es zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die erst am 14. September 1478 zu einem Waffenstillstand führten.BayHStAM, Nothaft-Archiv U584 vom 14. September 1478. Vorher war es zu erheblichen Verwüstungs- und Verheerungszügen bei den Hintersassen beider Seiten gekommen. Letztlich konnten die Nothaft Luhe auf Dauer behaupten.StAAm, Staatseigene Urkunden 1123 vom 12. Juni 1482.

Kurpfälzische Präsenz des Amtes Nabburg

Saltendorf wurde im Nabburger Salbuch von 1413 erwähnt.

1460 wurde vom Vitztum, dem Nabburger Pfleger, eine Wochenmarktsordnung erlassen. In dieser Ordnung wurden die pflegämtischen Dörfer um Nabburg, darunter auch Saltendorf, verpflichtet, den Wochenmarkt von Nabburg zu besuchen. 1527 wurde diese Ordnung dahin gehend präzisiert, dass alle Kaufgeschäfte grundsätzlich nur auf dem offenen Markt in Nabburg an den dort vorgeschriebenen Plätzen zu tätigen seien. Bei Nichtbefolgung drohten Strafen von 1/4 bis zu 1 Gulden.