Olga Belajeff bzw. Olga von Belajeff, russ. Olga Beljaewa (Ольга Беляева), zum Karrierebeginn als Olga d’Org, in den USA bürgerlich Olga de Belaieff, verehelichte Olga Moulton. Weiterer Name Olga Scholnirowsky (* vermutlich 1899laut Schiffspassage-Unterlage 1933, der zufolge sie zum Reisezeitpunkt im März 1933 bereits 34 Jahre alt war, laut US-Social Security Death Index Dieses Geburtsjahr scheint äußerst unwahrscheinlich, da Belajeff zu Beginn ihrer Filmkarriere 1917 bereits erwachsen war in Russland; † 17. Februar 1976 in Sarasota, Florida, Vereinigte StaatenLebensdaten laut Social Security Death Index) war eine russischstämmige Schauspielerin beim (überwiegend deutschen) Stummfilm.
Leben und Wirken Über Herkunft und Ausbildung der gebürtigen Olga Beljaewa ist derzeit nichts bekannt. Angeblich soll sie als sehr junge Frau mit einem zaristischen Offizier namens Scholnirowsky verheiratet gewesen sein. Belajeff stieß im Revolutionsjahr 1917 zum russischen Film und schloss sich um 1919/1920 dem Tross zahlreicher Kinoschaffenden an, die via der zeitweise von den Weißrussen noch gehaltenen Krim-Halbinsel in Richtung Westeuropa flohen. Sie landete mit ihren russischen Exilanten-Kollegen zunächst in Italien und versuchte dort ihre Filmtätigkeit unter dem Künstlernamen “Olga d’Org” mit Hilfe des gleichfalls vor den Kommunisten geflohenen Landsmannes und Regisseurs Aleksandr Uralsky fortzusetzen. 1922 traf sie, aus Dänemark kommend, wo sie im Vorjahr von A. W. Sandberg die weibliche Hauptrolle in einer ambitionierten Verfilmung von Charles Dickens’ Große Erwartungen erhalten hatte, in Berlin ein und wurde dort sofort vor die Kamera geholt. Als Olga (von) Belajeff machte sie eine moderate Karriere beim deutschen Stummfilm und erhielt 1923 sogar gleich drei Rollen in der von Paul Leni inszenierten Schauergeschichte Das Wachsfigurenkabinett. Trotz des Welterfolgs dieses Klassikers des Phantastischen Films erlebte ihre Karriere keinen Schub, und Olga Belajeff geriet bald in Vergessenheit. Nach mehreren Nebenrollen konnte sie seit Anbruch der Tonfilmzeit, möglicherweise aufgrund von Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache, keine Rollen mehr an Land ziehen.
Am 15. März 1933 verließ Belajeff von Bremen aus das anderthalb Monate zuvor nationalsozialistisch gewordene Deutschland und reiste in die Vereinigten Staaten ab, wo sie sich zunächst in New York niederließSchiffspassage 1933 und nunmehr Olga de Belaieff nannte. Am 24. Juli 1934 heiratete sie in Frankreich den deutlich älteren US-Amerikaner Arthur Julian Moulton. Das Paar blieb offensichtlich dort bis 1938, dem Jahr, in dem sie und Moulton sich entfremdeten und er eine Scheidung anstrebte. Schließlich übersiedelte man in die USA. 1940 wurde Olga de Belaieff-Moulton US-Staatsbürgerin. Das Paar ließ sich schließlich 1945 scheiden. Nach Moultons Tod 1951 kam es 1955 zu einem innerfamiliären Rechtsstreit um dessen ErbeStreitsache De Belaieff vs. Moulton, 17 F.R.D. 207, dem im darauf folgenden Jahr eine juristische Unterhaltseinlassung BelajeffsBeschwerde bezüglich einer monatlichen Unterstützung Moultons an seine (Ex-)Frau für die Jahre 1944 bis 1949 in Höhe von 750 Dollar folgte. Anschließend lebte die ehemalige Stummfilmschauspielerin Olga de Belaieff bzw. Belaieff-Moulton zurückgezogen in Sarasota (Florida), wo sie im Februar 1976Kurzmeldung in der Sarasota Herald Tribune vom 19. Februar 1976, Seite 4 starb, ohne dass die Filmfachwelt irgendeine Notiz davon nahm.
Filmografie 1917: Syn morja 1917: W krasje jejo byl smerti jad 1918: Beloje i tschonoje 1920: Unter dem Verdachte des Brudermordes (La medaglia e il rovescio) 1921: Olga, Dik e Puk 1921: Nedbrudte nerver 1922: Große Erwartungen (Store forventninger) 1922: Des Landknechts letzte Liebe (Lasse Månsson fra Skaane) 1922: Es leuchtet meine Liebe 1922: Die drei Marien und der Herr von Marana 1923: Zaida, die Tragödie eines Modells 1923: Mutter, dein Kind ruft! 1923: Das Wachsfigurenkabinett 1924: Mensch gegen Mensch 1924: Zwei Kinder 1925: Der Mann seiner Frau 1928: Casanovas Erbe 1929: Die Schleiertänzerin
Einzelnachweise
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