Bruno Condé (* 5. März 1920 in Nancy; † 11. Februar 2004 ebenda) war ein französischer Höhlenforscher und Zoologe.
Leben Condé war der Sohn von Marguerite Baudot und Georges Condé, einem Kunstmaler. Er studierte in Nancy und begann 1943 seine Karriere als Präparator für Botanik an der wissenschaftlichen Fakultät der Universität Nancy. Zwei Jahre später wurde er Assistent am Lehrstuhl für Zoologie, den der Zoologe Paul Remy (1894–1962) innehatte. 1948 wurde Condé zum Leiter der praktischen Studien ernannt und 1952 verteidigte er seine Dissertation Matériaux pour une monographie des Diploures Campodéidés in den Naturwissenschaften. Darin beschreibt er unter anderem eine neue Gattung und zwei neue Arten aus der Familie Campodeidae in der Ordnung der Doppelschwänze (Diplura).
1955 wurde Condé stellvertretender Direktor des Zoologischen Museums von Nancy und 1960 Direktor. 1962 wurde er Universitätsprofessor.
Im November 1961 war er Gründungspräsident der Union spéléologique de l’agglomération nancéienne, eines Höhlenforschungsclubs mit einer streng wissenschaftlichen Ausrichtung. 58 Jahre war er Mitglied der Académie lorraine des sciences. 1972 wurde er korrespondierendes, assoziiertes Mitglied der Académie de Stanislas und 1976 wurde er mit dem Grand Prix der Académie für die Errichtung des tropischen Aquariums von Nancy ausgezeichnet, das 1971 eröffnet wurde. Condé gründete auch die Zeitschrift Revue française d’aquariologie et d’herpétologie, in der Berichte über die in diesem Aquarium gemachten wissenschaftlichen Beobachtungen veröffentlicht wurden.
Condés Forschungsschwerpunkte waren die Morphologie, Entwicklung, Ökologie und Biogeographie der Familie Campodeidae, insbesondere die Phylogenese der Unterfamilien Campodeinae, Hemicampinae und Lepidocampinae. Condé studierte die Anatomie der Beintastler, sehr kleiner und schwer zu sammelnder höhlenbewohnender Gliederfüßer, für die er eine neue Klassifikation entwarf. Außerdem interessierte er sich für die Unterklasse Penicillata aus der Klasse der Doppelfüßer, deren postembryonale Entwicklung, Morphologie und Biogeographie er untersuchte. Als letzte Gruppe der Wirbellosen befasste er sich schließlich mit den Palpenläufern (Palpigradi), für die er ebenfalls eine Klassifikation erstellt hatte, die auf einer neuen Studie der Anatomie beruht.
In Zusammenarbeit mit Paul Schauenberg studierte er die Biologie der Europäischen Wildkatze (Felis silvestris), wodurch die beiden zu den führenden Wildkatzenexperten in Europa zählten. Um ihr Verhalten zu beobachten, züchtete er sowohl in seinem Labor als auch bei sich zu Hause in der Rue de la Ravinelle sowie auf dem Grundstück seiner Eltern in La Poste de Velaine Wildkatzen, wobei die Tiere sowohl in Käfigen als auch in Freiheit gehalten wurden.
Condé war 58 Jahre lang Mitglied der Société zoologique de France, von 1983 bis 2000 Vorstandsmitglied und von 1992 bis 1994 deren Präsident.
Condés Bibliographie umfasst 320 Veröffentlichungen, darunter befinden sich die Erstbeschreibungen von 167 Arten. 1989 ging er in den Ruhestand.
Dedikationsnamen Nach Condé sind 29 Arten benannt, darunter:
Leptoneta condei Dresco, 1987 Eosentomon condei da Cunha, 1950 Pristiphora condei Lindqvist, 1955 Oritoniscus condei Brian, 1956 Eukoenenia condei Orghidan, Georgesco & Sârbu, 1982 Allopauropus condei Remy, 1947 Acerentomon condei Nosek & Dallai, 1982 Acerentulus condei Nosek, 1983 Ionescuellum condei Nosek, 1965 Proturentomon condei Nosek, 1967 Alaskaentomon condei Nosek, 1981 Amoria jamrachii amoria jamrachi condei Bail & Limpus, 2001 Apistoloricaria condei Isbrücker & Nijssen, 1986 Athetis condei Viette, 1963 Barbus condei Mahnert & Géry, 1982 Cercomantispa condei Poivre, 1982 Charax condei Géry & Knöppel, 1976 Cirrhilabrus condei Allen & Randall, 1996 Kenyentulus condei Prabhoo, 1975 Litocampa condei Ferguson, 1999 Madagascarentomon condei Nosek, 1978 Madagascaridia condei Nosek, 1978 Minolia condei Poppe, Tagaro & Dekker, 2006 Mitrella condei Rolán, 2005 Nosekiella condei Tuxen, 1955 Pagodula condei Houart, 2003 Remulopygus condei Demange, 1961 Turris condei Vera-Pelaez, Vega-Luz & Lozano-Francisco, 2000 Xenotrechus condei Barr & Krekeler, 1967
Literatur
Kategorie:Zoologe Kategorie:Höhlenforscher Kategorie:Hochschullehrer (Universität Nancy) Kategorie:Museumsleiter (Frankreich) Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 2004 Kategorie:Mann