mini|hochkant=0.6|Lübzer Schwarzbier 2014
Die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH ist eine Brauerei in Lübz in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist der größte Arbeitgeber der Stadt, hier werden jährlich rund 1,5 Millionen Hektoliter Bier und Biermischgetränke hergestellt. Das Unternehmen gehört zur Carlsberg Deutschland und ist Marktführer in Mecklenburg-Vorpommern.NDR1 Radio MV vom 25. Dezember 2019
Geschichte Als Bairische Bier-Brauerei wurde das Unternehmen 1877 durch den Brauer August Krüger gegründet und bot anfangs ein helles und ein dunkles Bier bayrischer Brauart an, 1880 kam auch ein Bockbier dazu.Reno Stutz: Brauen in Mecklenburg - Zeit für Lübzer seit 125 Jahren, Hinstorff Verlag, Rostock 2002, Seite 39 ff Nach mehreren Konkursen, Besitzer- und Namenswechseln übernahm der Brauer Franz Radloff 1897 die Brauerei Lübz. Er modernisierte das Unternehmen und erweiterte das Sortiment, neben verschiedenen Bieren wurden auch Limonaden und Selterswasser angeboten.Vgl. Stutz, Seite 44 ff Im Frühjahr 1905 meldete die Brauerei Lübz wieder Konkurs an, doch schon Anfang April trafen sich mehrere Interessenten, um über die Rettung des Betriebes zu beraten. Die Brauerei wurde als Bürgerliches Brauhaus zu Lübz GmbH in das Handelsregister eingetragen, Kaufmann Karl Planeth und Senator Hollenbeck übernahmen die Geschäftsführung.Vgl. Stutz, Seite 51 ff
Bereits 1907 forderte der Verein mecklenburgischer Gastwirte die Geschäftsführung auf, den bisherigen Namen der Brauerei zu ändern, denn erst durch das Kapital der fast 50 Wirte umfassenden Gesellschaftergruppe war die Erweiterung und Modernisierung der Produktionsanlagen möglich gewesen. Auf der außerordentlichen Generalversammlung im November 1907 wurde die Namensänderung in Vereinsbrauerei Mecklenburger Wirte zu Lübz GmbH bestätigt.Vgl. Stutz, Seite 55 ff.
Nach dem Ersten Weltkrieg fand in der Brauindustrie ein erbitterter Verteilungskampf um Rohstoffe und Absatzmärkte statt. In Mecklenburg bestanden Ende 1919 noch 36 Brauereien, kleinere und angeschlagene Firmen wurden von größeren, finanziell stabilen Brauereien aufgekauft. Die Lübzer Brauerei übernahm kleine Braubetriebe in Dargun, Wittstock und Güstrow und einigte sich mit ihren größten Konkurrenten Mahn & Ohlerich aus Rostock und Schall & Schwencke in Schwerin über die Aufteilung der Absatzgebiete. Als GmbH waren notwendige Investitionen jedoch nicht mehr finanzierbar und der Aufsichtsrat stimmte im Oktober der Bildung einer Aktiengesellschaft zu. Das Lübzer Unternehmen firmierte jetzt unter Vereinsbrauerei Mecklenburger Wirte AG zu Lübz.Vgl. Stutz, Seite 75 ff.
Durch eine Eigentumsübertragung im Frühjahr 1945 wurde Johannes Eisenbeiss (1913–1987) zum Hauptaktionär (55 %). Seine jüdische Familie war in der NS-Zeit enteignet und vertrieben worden, er nahm in den USA die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Brauerei demontiert, doch Eisenbeiss konnte aufgrund seiner amerikanischen Staatsbürgerschaft nicht enteignet werden, daher wurde der Betrieb treuhänderisch verwaltet.Vgl. Stutz, Seite 112 ff
Der Wiederaufbau der Brauerei setzte Ende 1946 mit der Beschaffung von Maschinen und Baumaterial ein, zwei Jahre später begann die Produktion von Fassbrause mit 43 Mitarbeitern. Nach dem Einbau einer älteren Sudanlage aus Berlin konnte im Mai 1949 wieder Bier gebraut werden. Anfang der 1950er Jahre umfasste das Lübzer Sortiment bereits vier Biersorten, Selters und Limonaden.Vgl. Stutz, Seite 115 ff. Neben der laufenden Produktion wurde die Brauerei zwischen 1969 und 1978 vollständig umgebaut und modernisiert, dazu gehörte auch eine 1978 bei Quandt in Wedel erworbene Dosenabfüllanlage, zu diesem Zeitpunkt die einzige in der gesamten DDR.Vgl. Stutz, Seite 135 ff 1972 erfolgte die Zuordnung zum VEB Getränkekombinat Schwerin als VEB Brauerei Lübz.
Der Bierexport nach Westdeutschland begann Ende 1975 und erfolgte in Kooperation mit den Firmen Michael Quandt und Engelbert Wohlbauer, über die Unternehmen wie Edeka, Coop, Spar, Aldi, Tengelmann, Rewe und Penny-Markt mit Bier aus Lübz beliefert wurden.Vgl. Stutz, Seite 139 ff
Im Juni 1990 wurde die Mecklenburgische Brauerei Lübz GmbH gegründet und ins Handelsregister eingetragen. Ein Jahr später stieg die Hamburger Holsten-Brauerei unter Leitung der Familie Eisenbeiss als Mehrheitseigner ein.Vgl. Stutz, Seite 154 ff Es erfolgte eine grundlegende Modernisierung der Brauanlagen. 1996 übernahm die Mecklenburgische Brauerei Lübz die Biermarken Nordbräu und Von Raven der insolventen Neubrandenburger Nordbräu GmbH. Seit 2004 ist die Brauerei Lübz mit ihrer Hamburger Mutterfirma Teil des in Kopenhagen ansässigen Carlsberg-Konzerns.
Die Mecklenburgische Brauerei Lübz tritt beim Fußballverein F.C. Hansa Rostock als Sponsor auf. In der Saison 2008/09 war die Brauerei Trikotsponsor des Vereins.
Produktion Die Brauerei Lübz braut Biere (u. a. Pils, Bock, Export und Schwarzbier), Radler sowie alkoholfreie Biere und Radler in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Außerdem werden Limonaden verschiedener Geschmacksrichtungen unter der Marke LÜMOS produziert. Zum Produktportfolio gehören auch Getränke anderer Marken (z. B. Duckstein, Carlsberg und Somersby). 2025 lag die hergestellte Biermenge bei 1,5 Mio. Hektolitern, rund 200 Beschäftigte sind derzeit für das Unternehmen tätig (Stand August 2026).
Literatur Reno Stutz: Brauen in Mecklenburg - Zeit für Lübzer seit 125 Jahren, Hinstorff Verlag, Rostock 2002, ISBN 3-356-00955-9
Weblinks
Offizielle Seite der Brauerei Lübz Lübzer Bierdeckel Lübzer Flaschenetiketten DDR-Bierdeckel der Brauerei Lübz
Einzelnachweise Bundesanzeiger
Lubz Kategorie:Lübz Kategorie:Brauerei (DDR) Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) Kategorie:Unternehmensgründung 1877 Kategorie:Carlsberg (Brauerei)