Suck: The First European Sex Paper war ein Untergrund-Pornomagazin, das freie Liebe und queere Sexualität propagiert hat. Es wurde 1969 in London von Jim Haynes, William Levy, Heathcote Williams, Germaine Greer und Jean Shrimpton gegründet. Großbritannien verbot die erste Ausgabe noch vor ihrem Erscheinen.

Die Zeitschrift war ein umstrittenes Produkt der damals aktuellen sexuellen Revolution, sah sich als Teil der Gegenkultur der Hippiezeit und wurde in einem Leitartikel von 1971 so beschrieben: „Unsere Sache ist die sexuelle Befreiung. Unsere Taktik ist die Auflehnung gegen die Zensur.“

Magazin Information Publiziert von Joy Publications (Postbus 2080 – Amsterdam – Holland) Herausgeber: William Cooney Lapides Art Director: Willem de Ridder Mitherausgeber: Jesper James (Paris), Billy Sugar (London), Dr. Gee (Italy). Redaktion: Purple Susan Beitragende Redakteure: Didi Wadidi (Frankfurt), Moy0Kam (Peking), Mother Boats (San-Francisco), Herbie (Hamburg), Earth Rose. Vertrieb: Daley News (POB 634 – Amsterdam) abgerufen am 29. Januar 2022

Geschichte Suck wurde 1969 in London ins Leben gerufen, aber in Amsterdam herausgegeben, um die britischen „Zensurgesetze“ zu umgehen. Christine Wallace, Germaine Greer, untamed shrew, 1998, ISBN 0571199348, abgerufen am 29. Januar 2022 Bei einer Befragung durch Scotland Yard und die niederländische Polizei 1969 äußerten sich Jim Haynes und Willem de Ridder nach eigenen Angaben wie folgt:

Suck enthielt sexuell explizite Bilder (z. B. Nacktheit und Aufnahmen von (hetero)sexueller Penetration) und entsprechend explizite Artikel, schmutzige Geschichten, schmutzige Gedichte, Essays über sexuelle Freiheit und eine Klatschspalte, in der die sexuellen Gewohnheiten von Menschen beschrieben wurden. Unter Anderen versah Greer als Mitgründerin und Autorin sie mit der anschaulichen, bewusst provokativen Prosa, für die sie bekannt war. Jay Thompson, 2016, Porn Sucks: The Transformation of Germaine Greer? M/C Journal, 19 (4). ISSN 1441-2616, PDF, 560 kB, abgerufen am 29. Januar 2022 Die beschriebenen Text- und Fotobeiträge und im Prinzip die Veröffentlichung von Suck an sich, weisen auf eine Rebellion gegen sexuelle Unterdrückung hin. Diese Rebellion war charakteristisch für die sexuelle Revolution in Folge der 68er-Bewegung und der Liberalisierung der Pornografiegesetze in den Niederlanden.Kate Gleeson, From Suck Magazine to Corporate Paedophilia: Feminism and pornography— remembering the Australian way. Women’s Studies International Forum 38, 2013, Seite 83–96, abgerufen am 29. Januar 2022

Die erste Ausgabe enthielt ein langes und hemmungslos beschreibendes erotisches Gedicht, das W. H. Auden zugeschrieben wurde, und ein explizites Foto von Germaine Greer, das er gegen ihren Willen verwendete. Siehe Brief von Germaine Greer auf Jim Haynes Homepage: Thanks for coming, Kapitel 5 auf Archive.org, abgerufen am 30. Januar 2022.

1970 und 1971 organisierte die Redaktion von Suck als Co-Veranstalter das Untergrund Wet Dream Film Festival und begleitete es mit Publikationen.

Nach 5 Jahren wurde das Magazin mit der Ausgabe 8 The Last Suck eingestellt. Das Magazin war später Gegenstand von Artikeln oder wurde in Arbeiten referenziert.

Kritik 1972 verließ Germaine Greer wegen Differenzen mit Jim Haynes die Redaktion von Suck. In einem Brief, den Haynes veröffentlichte (was er laut Greer ständig in Auszügen oder vollständig mache), warf Greer 1972 Haynes autokratisches und selbstherrliches Handeln vor, da er pornografische Bilder von ihr in unabgesprochener Weise veröffentlichte. Zudem kritisierte sie das Konzept an sich und warf Suck vor konterrevolutionär zu sein.

1976 erboste sich Tom Wolfe in seinem Essay Tom Wolfe on the 'Me' Decade in America für das New York Magazine über Suck, deren Gründer Greer und Haynes er im September 1969 in London traf, das in seinen Artikeln auch Klarnamen verwendete und damit Personen kompromittierte. Zudem kritisierte er Haynes dafür, dass er aus Sex seine Religion gemacht und eine Theologie entwickelt habe, in der der Orgasmus zu einer Form der spirituellen Ekstase geworden war.

In den 2000er Jahren geriet das Magazin in Kritik, weil die propagierte Liberalität auch päderastische Elemente nicht ausschloss.

Bibliografie SUCK, No. 1, 1969 – Joy Publications, 16 Seiten, Softcover, (ca. 45 cm × 32 cm), Offsetdruck in Farbe auf Zeitungspapier, Oktober 1969. SUCK, No. 2, 1970 – Joy Publications, 23 Seiten, Softcover, (ca. 46,5 cm × 30,5 cm) Offsetdruck in Farbe auf Zeitungspapier, März 1970. SUCK, No. 3, 1970 – Joy Publications, 20 Seiten, Softcover, (ca. 45 cm × 32 cm) Offsetdruck in Farbe auf Zeitungspapier, August 1970. SUCK, No. 4, 1970 – Joy Publications, 20 Seiten, Softcover, (ca. 45 cm × 32 cm) Offsetdruck in Farbe auf Zeitungspapier, November 1970. SUCK, No. 5, 1971 – Joy Publications, 24 Seiten, Softcover, (ca. 45 cm × 32 cm) Offsetdruck in Farbe auf gestrichenem Papier, Mai 1971. SUCK, No. 6, 1971 – Joy Publications, 24 Seiten, Softcover, (ca. 45 cm × 32 cm) Offsetdruck in Farbe auf gestrichenem Papier, Mai 1971. Beinhaltet Reviews zeitgenössischer Erotikfilme von William S. Burroughs. The Virgin Sperm Danger (SUCK Spezialausgabe), 1972 – Joy Publications, 72 Seiten, Softcover mit Mylar-Umschlag (ca. 38 cm × 27,5 cm), Juni 1972. SUCK, No. 7, 1972 – Joy Publications, 26 Seiten, Softcover (ca. 43 cm × 30,5 cm) Offsetdruck in Farbe auf gestrichenem Papier, September 1972. Wet Dreams - festivals presented by SUCK: that European Sexpaper, 1973 – Joy Publications, 263 Seiten, Softcover, (ca. 35 cm × 25,5 cm) Mai 1973. Produziert in Verbindung mit dem zweiten Wet Dream Film Festival. FINGER: SPECIAL SUCK ISSUE! – Joy Publications, 32 Seiten, Softcover, (ca. 38 cm × 29 cm) Offset-Zeitungsdruck. Enthält als Beilage einen Schwarz-Weiß-Nachdruck von SUCK Nr. 6, signiert von Willem de Ridder, 1970er Jahre THE LAST SUCK – Number 8: That First European Sex Paper, 1974 – Joy Publications, Softcover, (ca. 30,5 cm × 43 cm) Offsetdruck auf gestrichenem Papier, Juni 1974. Enthält das Rücktrittsschreiben der Gründerin und Herausgeberin Germaine Greer. Suck Turns Flesh into Words, Words into Flesh – Joy Publications, Poster, (ca. 60 cm × 43 cm) Gedruckt auf gestrichenem Papier, 1970er Jahre Lady Love Your Cunt, Essay von Germaine Greer wurde erstmals 1971 in Suck veröffentlicht.University of Melbourne Archives, Germaine Greer archive. 1971. 2014.0038, Unit 219. File name: “Lady love Your Cunt Suck”. “Lady Love Your Cunt”. Originally published in Suck Magazine. Viewed in unpublished manuscript form. Unpaginated Kopien der Suck Magazine sind im Germaine Greer Archive der University of Melbourne einzusehen.

Literatur

Artforum Nummer 46, Ausgabe 9, Seiten 121 ff, Issn=1086-7058.

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterscheinen 1969 Kategorie:Zeitschrift (Amsterdam) Kategorie:Pornografie Kategorie:LGBT-Zeitschrift Kategorie:Englischsprachige Zeitschrift Kategorie:Fachzeitschrift Kategorie:LGBT-Pornografie