Konstantin Joseph Wilhelm Wieland (* 15. März 1877 in Ravensburg; † 23. August 1937 bei Bad Wurzach) war ein deutscher Geistlicher und Jurist.

Leben

Er studierte von 1896 bis 1899 Rechtswissenschaft an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Während des Studiums wurde er Mitglied der katholischen Studentenverbindung AV Guestfalia Tübingen im CV, aus der er 1911 ausschied.

Von 1899 bis 1903 absolvierte er sein Referendariat in Ravensburg. 1903 trat er in den württembergischen Justizdienst ein und war Hilfsarbeiter bei der Staatsanwaltschaft Ravensburg sowie stellvertretender Amtsrichter in Rottweil. Anschließend war er von Januar bis Oktober 1904 in Ravensburg als Rechtsanwalt tätig. 1904 folgte er seinem älteren Bruder Franz Wieland in das Priesterseminar in Dillingen an der Donau. Am 29. Juli 1906 wurde er zum Priester geweiht und war anschließend bis 1909 Kaplan in Neu-Ulm. 1909 wurde er Benefiziat in Lauingen. 1910 verweigerte er zusammen mit seinem Bruder den Antimodernisteneid und trat aus dem Kirchendienst aus. 1911 wurde er wegen seiner Schrift „Eine deutsche Abrechnung mit Rom“ exkommuniziert.

Seit 1913 war er wieder als Rechtsanwalt tätig, wechselte aber kurz darauf in den württembergischen Staatsdienst. Ab 1915 war er Amtsanwalt in Ludwigsburg und ab 1916 war er bei der Staatsanwaltschaft Ulm tätig. Von 1920 bis 1925 war er Amtsrichter in Ulm und wurde anschließend nach Calw strafversetzt, woraufhin er 1926 aus dem Justizdienst ausschied. Danach war er als Rechtsanwalt in Ulm tätig.

In Ulm überzeugte ihn Christian Storz, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Bei der Gemeinderatswahl 1923 wurde er als Spitzenkandidat der Friedensgesellschaft in den Gemeinderat gewählt und führte dort deren Fraktion an.

1929 trat er bei der Oberbürgermeisterwahl in Ulm gegen Emil Schwamberger an, verlor jedoch deutlich mit 5.030 zu 17.141 Stimmen.

Politisch war er sowohl Mitglied der SPD als auch seit 1929 des Ludendorff-Kreises. Aus der römisch-katholischen Kirche trat er 1932 aus.

Er starb bei einem Autounfall.

Schriften (Auswahl) Die Heilstat Christi als Neuschöpfung und Wiedergeburt. Leipzig 1907, . Hat Jesus geirrt? Ein Lösungsversuch zur Parusiefrage. Dillingen 1910, . Judas Iscariot. Die Kirche im Weltkrieg. Augsburg 1920, . Los von Rom. Bad Homburg 1925, .

Literatur

Wieland der Schmied, in: Vossische Zeitung Nr. 85, 19. Februar 1911, S. 1. Judith Schepers: Streitbare Brüder. Ein parallelbiographischer Zugriff auf Modernismuskontroverse und Antimodernisteneid am Beispiel von Franz und Konstantin Wieland. Paderborn 2016.

Weblinks Otto Weiß: Artikel im BBKL

Einzelnachweise

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