Eberhard Heydel (* 23. März 1872; † 21. Februar 1926 in HamburgKölnische Zeitung (Erste Morgen-Ausgabe), 25. Februar 1926, S. 3, Sp. 1, ) war ein deutscher Konteradmiral der Reichsmarine. Leben Eberhard Heydel trat am 10. April 1891 in die Kaiserliche Marine ein. Nachdem er das Zeugnis der Reife zum Seekadetten auf Grund des erfolgreichen Besuches der Marine-Schule in Kiel erhalten hatteWilhelmshavener Tageblatt, Nr. 89, 14. April 1892, S. 1, Sp. 2, wurde er am 11. April 1892 vom Kadetten zum Seekadetten befördert und kurze Zeit später auf die Gneisenau zur weiteren Ausbildung kommandiert.
Am 20. September 1894 wurde er an Bord der Kaiserlichen Jacht SMY Hohenzollern (II) zum Unterleutnant zur See ernannt. Mit diesem Dienstgrad zählte er nacheinander zur Besatzung des Panzerschiffes SachsenRangliste der Kaiserlich preußischen Marine für das Jahr 1896 (Abgeschlossen am 30. November 1895), Berlin , S. 18, 81, 1000856425 und des Kanonenbootes Habicht.Norddeutsche Allgemeine Zeitung, Nr. 296, 27. August 1897, S. 7, Sp. 2. [„Auf der westafrikanischen Station“], Zu den im Schloss des kaiserlichen Gutes in Cadinen am 8. Oktober 1902 beförderten Seeoffizieren gehörte der danach als Flaggleutnant beim Stab des Kreuzergeschwaders dienende Heydel. Er hatte die Funktion des Adjutanten des Geschwaderchefs vom Ostasiengeschwader und wurde infolge zum Kapitänleutnant ernannt.Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger, 15. Oktober 1902, S. 1, Sp. 1.
Zu einem Fortbildungslehrgang an der Marine-Akademie in Kiel wurde er im Jahre 1903 kommandiert.Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 144, 23. Juni 1903, S. 2, Sp. 3 Nach Absolvierung des so genannten I. Coetus konnte er 1904 die Teilnahme an weiterführenden Lehrveranstaltungen für Marine-Offiziere in einem zweiten Studienjahr (II. Coetus) unter Leitung des Direktors Konteradmiral Ludwig Borckenhagen fortsetzen.Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 204, 31. August 1904. 2. Beilage, Sp. 1 Danach stand er der aktiven Schlachtflotte zur Verfügung.Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 56, 7. März 1905, S. 2, Sp. 1
Er wurde ab Herbst 1907 zum Admiralstab des Befehlshabers der Aufklärungsschiffe versetzt.Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 146, 25. Juni 1907, Beilage, Sp. 3
Im Rang eines Fregattenkapitäns arbeitete er zunächst ab Herbst 1911 im Admiralstab der Kaiserlichen Marine.Gerhard Granier: Die deutsche Seekriegsleitung im Ersten Weltkrieg. [Dokumentation] Bd. 3, Koblenz (2000), S. 42, Fn. 4, 116, 307, Fn. 1, ISBN 3-89192-098-9. Zum Korvettenkapitän erfolgte seine Beförderung am 12. April 1913.Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger, 17. April 1913, Erste Beilage, Sp. 2 [Kaiserliche Marine].
Am 16. Oktober 1915 wurde er zum Kapitän zur See befördert. Nachdem er als Dezernent im Admiralstab bis Dezember 1917 gedient hatteAlbert Hopman: Das ereignisreiche Leben eines "Wilhelminers". Tagebücher, Briefe, Aufzeichnungen 1901 bis 1920, Berlin/Boston 2004, ISBN 978-3-486-59483-6, S. 1206, , wurde er im selben Jahr Abteilungschef für den westlichen Kriegsschauplatz in der Operativen Gruppe des Admiralstabs. Anschließend war er von Juni bis November 1918, vertreten im August/September 1918, Kommandant der Oldenburg. Im August/September 1918 war er Kommandant der Helgoland.
Nach dem Krieg wurde er in die Reichsmarine übernommen und hier am 4. März 1920 mit dem Charakter als Konteradmiral aus der Marine verabschiedet. Er befasste sich neben seiner zivilen Berufstätigkeit bei einem Wirtschaftsunternehmen militärhistorisch mit dem Seekrieg innerhalb des Ersten Weltkrieges. Die späteren Admirale der Kriegsmarine Max Bastian sowie Otto Groos und weitere Kriegsteilnehmer veröffentlichten mit ihm 1922 erstmals ihre Erkenntnisse in der Weimarer Republik. Vierter Band von Der grosse Krieg 1914-1918 in zehn Bänden: "Der Seekrieg", , Inhaltsverzeichnis Seine Wohnung hatte er ab Oktober 1911 in Berlin-Charlottenburg. Zuvor wohnte er mit seiner Ehefrau in Wilhelmshaven.Ostfriesenstraße 43 in Wilhelmshaven, Wilhelmshavener Tageblatt, 19. Januar 1911, Anzeigenseite, Rubrik Offene Stellen, In Berlin wurde er zuletzt um 1920 aufgeführt.Berliner Adressbuch, Ausgabe 1920, Teil I, S. 1054, Sp. 4, Charlottenburg, Kaiserdamm 102, Kapitän z. See Bereits im Herbst 1918 hatte er sich entschlossen, nach Norddeutschland umzuziehen und veröffentlichte als Kpt. z. S. Heydel, Kommandant S.M.S. Oldenburg Such-Anzeigen für ein Wohn- oder Einfamilienhaus in Regionalzeitungen.Jeversches Wochenblatt. Friesisches Tageblatt, 22. Oktober 1918, S. 4, Wilhelmshavener Tageblatt, Nr. 219, 1. Beilage, 22. Oktober 1918, S. 3, Anzeigenseite
Im Alter von 54 Jahren verstarb der Konteradmiral a. D. nach einer Operation. In einem Nachruf wurde seine Freundlichkeit und Güte als Handelsvertreter sowie die Verbundenheit mit der letzten Arbeitsstelle, einer Hamburger Firma, gewürdigt.
Auszeichnungen (Auswahl) Die Königliche Krone zum Roten Adlerorden 4. Klasse wurde ihm im Jahre 1909 verliehen, als er Admiralstabsoffizier beim Stab des Befehlshabers der Aufklärungsschiffe war.Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger, 22. Juli 1909, S. 1, Sp. 1, . Den Königlichen Kronenorden dritter Klasse bekam er im September 1912 als Fregattenkapitän im Admiralstab der Marine.Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger (Abends), Nr. 226, 21. September 1912, S. 1, Sp. 3, . Den Königlichen Kronenorden zweiter Klasse mit Schwertern erhielt er im Rang eines Kapitäns zur See im Juni 1918.Deutscher Reichsanzeiger und Preußischer Staatsanzeiger (Abends), Nr. 148, 25. Juni 1918, S. 1, Sp. 1, .
Werke (Auswahl) Der Seekrieg. Der Krieg um die Kolonien [u. a.]. 1922, , Literatur Marine-Offizier-Verband (Hrsg.), Albert Stoelzel: Ehrenrangliste der Kaiserlich Deutschen Marine. 1914–18. Thormann & Goetsch, Berlin 1930, S. 134. Weblinks Ordensverleihungen Kaiserliche Marine 1909, darunter Admiralstabsoffizier Heydel: Militär-Wochenblatt, Bd. 94, (Nr. 93), S. 2106 Bildnis 1903 Flaggleutnant Heydel Ehrenrangliste der Kaiserlich Deutschen Marine, 1914–1918 Heydel Traueranzeige Eberhard Heydel, Konter-Admiral a. D.: Hamburger Fremdenblatt (Abendausgabe), Nr. 55, 24. Februar 1926, S. 4 Einzelnachweise
Kategorie:Kapitän zur See (Kaiserliche Marine) Kategorie:Großlinienschiff-Kommandant (Kaiserliche Marine) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Konteradmiral (Reichsmarine) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1872 Kategorie:Gestorben 1926 Kategorie:Mann