miniatur|rechts|250px|Moorgebiet südlich von Bad Aibling (Schuhbräufilze) Der Landkreis Bad Aibling war ein Landkreis in Oberbayern. Sein Gebiet gehört heute größtenteils zum Landkreis Rosenheim.
Geographie Lage Der Landkreis umfasste den größten Teil des Mangfalltals.
Wichtige Orte Die wichtigsten Orte waren die Städte Bad Aibling und Kolbermoor, der Markt Bruckmühl und die Gemeinden Bad Feilnbach, Großkarolinenfeld und Tuntenhausen.
Nachbarkreise Der Landkreis grenzte 1972 im Uhrzeigersinn im Norden beginnend an die Landkreise Ebersberg und Rosenheim, an die kreisfreie Stadt Rosenheim sowie an die Landkreise Miesbach, Wolfratshausen und München.
Geschichte Landgericht Das Gebiet des ehemaligen Landkreises Bad Aibling ist weitgehend mit dem bajuwarischen Sundergau identisch. Nach jahrhundertelangem Bestand zunächst als Vogtei Aibling, später als Pfleggericht und ab 1803 als Landgericht Aibling wurde die Gebietskörperschaft im Jahre 1806 zunächst aufgelöst und dem wiedererrichteten Landgericht Rosenheim, das seinerseits 1803 aufgelöst und dem Landgericht Aibling angegliedert worden war, unterstellt.
Bezirksamt Am 1. Januar 1900 wurde das Bezirksamt Aibling aus den 22 Gemeinden des 1862 gegründeten Bezirksamtes Rosenheim gebildet, die zum Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts Aibling gehörten.Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern 1904
Landkreis Am 1. Januar 1939 wurde wie überall im Deutschen Reich die Bezeichnung Landkreis eingeführt. So wurde aus dem Bezirksamt der Landkreis Bad Aibling.
Am 1. Juli 1972 wurde der Landkreis Bad Aibling im Rahmen der bayerischen Gebietsreform aufgelöst. Der größte Teil (95 %) des Kreisgebiets ging im neuen Landkreis Rosenheim auf, nur die Gemeinde Helfendorf (heute Teil der Gemeinde Aying) und das gemeindefreie Gebiet Hofoldinger Forst-Süd (Teil des ehemaligen gemeindefreien Gebiets Hofoldinger Forst) wurden dem Landkreis München angegliedert.
Bezirksamtmänner, Bezirksoberamtmänner und Landräte 1913–1919 Oskar Popp 1920–1922 Alois Kohlndorfer 1924–1925 Friedrich Merz 1928 Vakant 1929 Julius Schmitt 1929–1933 Josef Wagner Mai–November 1933 Pankraz Habruner 1934–1938 Heinrich Kneuer 1938–1945 Martin Roidl 1948–1957 Fritz Stahler 1957–1972 Ferdinand Leis
Einwohnerentwicklung Datum Einw. 1. Dez. 1900 21.952 1. Dez. 1910 24.939 1925 27.397 1933 28.357 1939 30.750 1950 45.035 1960 42.600 6. Juni 1961 42.612 27. Mai 1970 48.295 31. Dez. 1971 50.100
Wappen Das Wappen des ehemaligen Landkreises Bad Aibling zeigt im oberen Teil die bayerischen Rauten. Die unteren zwei Drittel tragen auf rotem Grund das Schwert als Symbol für die kaiserlichen Besitzungen auf dem Aiblinger Hofberg, den Bischofsstab, der das Benediktinerkloster Tegernsee und das Augustinerkloster Beyharting symbolisiert, und einen Moorkolben als Verbildlichung der durch größere Moorgebiete geprägten naturräumlichen Gegebenheiten des ehemaligen Landkreises.
Wirtschaft und Infrastruktur Die bewirtschaftete Fläche dient vor allem der Viehhaltung und dem Obstanbau. In Kolbermoor und in Bruckmühl sind größere Industriebetriebe angesiedelt. Große Kur- und Rehabilitationseinrichtungen befinden sich in Bad Aibling und Bad Feilnbach. In Bad Aibling waren darüber hinaus bis 2004 größere militärische Einrichtungen stationiert, geheimdienstliche Institutionen finden sich noch heute.
Verkehr Der Landkreis Bad Aibling war an die Mangfalltalbahn von Holzkirchen nach Rosenheim, ein Teilstück der Bayerischen Maximiliansbahn angeschlossen. Bahnhöfe befanden sich in Westerham, Bruckmühl, Heufeld, Bad Aibling und Kolbermoor, zusätzliche Haltepunkte in Heufeldmühle und Bad Aibling Kurpark.
Von der Mangfallbahn zweigten eine Stichstrecke von Westerham nach Vagen und die Lokalbahn Bad Aibling–Feilnbach mit den Bahnhöfen Bad Aibling Lokalbahnhof, Dettendorf, Au bei Bad Aibling und Feilnbach und den Haltepunkten Willing, Berbling und Lippertskirchen ab.
Ab 1871 verlief ein Teil der neu errichteten Direktverbindung von München nach Rosenheim über das Gebiet des Landkreises. Bahnhöfe befanden sich hier in Großkarolinenfeld und Ostermünchen.
Seit den 1930er Jahren wurde der Landkreis Bad Aibling von der Autobahn 8 von München nach Salzburg mit der Anschlussstelle 100 (Bad Aibling / Fischbachau / Bad Feilnbach) durchquert.
Gemeinden mini|Landkreiskarte 1960/61 mit Gemeindegrenzen Bis zum Beginn der bayerischen Gebietsreform umfasste der Landkreis Bad Aibling in den 1960er Jahren 22 Gemeinden:Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 Au bei Bad Aibling zu Bad Feilnbach Bad Aibling Bad Feilnbach Beyharting zu Tuntenhausen Bruckmühl (die Gemeinde hieß bis 1948 wie der heutige Ortsteil Kirchdorf am Haunpold) Dettendorf zu Bad Feilnbach Ellmosen zu Bad Aibling Feldkirchen Götting zu Bruckmühl Großkarolinenfeld Helfendorf kam zu Aying (Landkreis München) Höhenrain zu Feldkirchen-Westerham Hohenthann zu Tuntenhausen Holzham zu Bruckmühl Kolbermoor Litzldorf zu Bad Feilnbach Mietraching zu Bad Aibling Tattenhausen zu Großkarolinenfeld Tuntenhausen Vagen zu Feldkirchen-Westerham Wiechs zu Bad Feilnbach Willing zu Bad Aibling Nach der Gemeinde-Gebietsreform blieben noch sieben Gemeinden im (dann schon nicht mehr existierenden) Altlandkreis Bad Aibling selbständig.
Kfz-Kennzeichen Am 1. Juli 1956 wurde dem Landkreis bei der Einführung der bis heute gültigen Kfz-Kennzeichen das Unterscheidungszeichen AIB zugewiesen. Es wurde bis zum 3. August 1974 ausgegeben. Seit dem 10. Juli 2013 ist es aufgrund der Kennzeichenliberalisierung in den Landkreisen München und Rosenheim erhältlich.
Galerie
Siehe auch Geschichte Bad Aiblings
Literatur Der Mangfallgau. Heimatkundliches Jahrbuch für den Landkreis Bad Aibling. Bd. 1, 1956 – Bd. 21, 2001, . Klaus J. Schönmetzler: Mangfalltal. Bad Aibling und seine Landschaft. Fotos von Kurt Schubert und Klaus G. Förg. Edition Förg, Rosenheim 1995, ISBN 3-9803116-2-7.
Weblinks Geschichte des Landkreises Gemeindeverzeichnis Landkreis Bad Aibling im Jahre 1945
Einzelnachweise
Kategorie:Geschichte (Landkreis Rosenheim) Badaibling Kategorie:Bad Aiblinger Geschichte BadAibling Kategorie:Aufgelöst 1972