mini|Selbstporträt Harry Croner 1952 Harry Croner (* 16. März 1903 in Berlin; † 27. September 1992 ebenda) war ein deutscher Presse- und Theaterfotograf.
Leben und Wirken Harry Croner wurde als Sohn des Kaufmanns Alfred Croner und seiner Frau Gertrud am 16. März 1903 als eines von vier Kindern in Berlin geboren. Von 1920 bis 1922 absolvierte er eine kaufmännische Lehre und arbeitete anschließend für die deutsche Automobilindustrie.
1933 eröffnete er sein eigenes Fotogeschäft mit dem Namen Foto Croner in Berlin-Wilmersdorf.
Im Jahr 1940 wurde Croner eingezogen und kam als Kriegsberichterstatter der Wehrmacht an die Westfront, wo er den Einmarsch in Paris dokumentierte. Nach eineinhalb Jahren wurde er nach eigener Aussage auf Grund seiner jüdischen Abstammung väterlicherseits als „wehrunfähig“ entlassen und ging zurück nach Berlin. Das Fotogeschäft musste er 1943 schließen. Ein Jahr später wurde er zwangsverpflichtet und kam in ein Arbeitslager an der französischen Kanalküste. Aus der sich anschließenden amerikanischen Kriegsgefangenschaft wurde er im April 1946 entlassen.
Heimgekehrt begann Croner seine zerstörte Heimatstadt zu fotografieren und lichtete die Menschen beim Beseitigen der Trümmer und beim Wiederaufbau ab. 1948 heiratete er Hildegard Krause geb. Albrecht. Fortan bildeten die beiden auch beruflich ein Team. Während er sich der Fotografie widmete, übernahm sie den Briefverkehr mit den Kunden und die Buchhaltung. Nach mehreren Umzügen war das letzte Domizil der Familie ein eigenes Haus in der Berliner Drakestraße. Ein eigenes Ladengeschäft betrieb Harry Croner bis zur Beendigung seiner Laufbahn nicht mehr.
Zahlreiche Prominente, wie der Politiker Willy Brandt, die Sängerin Angelika Milster oder der Schauspieler Klaus Kinski, begaben sich in Croners Atelier in seiner Wohnung und ließen sich dort von ihm ablichten.
Am 27. September 1992 starb Harry Croner in Berlin. Er wurde auf dem Parkfriedhof Lichterfelde beigesetzt.
Werk Mit Unterstützung der Stiftung Preußische Seehandlung konnte im Februar 1989 das umfangreiche Archiv Croners vom Berlin Museum erworben werden. Es umfasst mehr als 1,3 Millionen Negative, 100.000 Abzüge, Zeitungsartikel, Postkarten, Programmhefte und Dokumente.Webseite zur Ausstellung im Berliner Stadtmuseum
In der Deutschen Digitalen Bibliothek sind über 7000 Fotos von Harry Croner öffentlich abrufbar, deren Digitalisierung durch das digiS-Projekt, ein Förderprogramm zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin, ermöglicht wurde.Werke Harry Croners in der Deutschen Digitalen Bibliothek
Darunter finden sich neben Fotografien von Inszenierungen vieler Berliner Bühnen, wie des Berliner Schillertheaters oder der Freien Volksbühne Berlin. Die Berlinale begleitete er vom Beginn 1951 bis in die 1980er Jahre.Tagesspiegel vom 7. Januar 2015
Neben Künstlern wie Marlene Dietrich oder Maria Callas porträtierte er auch Politiker.
In den 1960er Jahren übernahm Harry Croner diverse Fotoarbeiten für die Jüdische Gemeinde im Westteil Berlins. Für sie fotografierte er Empfänge, Vorträge oder Ausstellungen sowie zahlreiche Gedenkveranstaltungen im Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße, das nicht weit entfernt von seinem einstigen Elternhaus nahe des Savignyplatzes lag.
Seine Werke werden heute in der Theatersammlung des Berliner Stadtmuseums verwahrt.Webseite der Theatersammlung des Stadtmuseums Berlin
Auszeichnungen Croner erhielt 1971 das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Literatur
Angelika Ret, Bärbel Reißmann, Bettina Machner: Berlin 1937/1947 : Fotografien von Harry Croner. Stiftung Stadtmuseum Berlin. Berlin: Verlag M, 2017
Weblinks
Der Bildreporter Harry Croner, Ausstellung, Deutsche Digitale Bibliothek Eintrag in der NDB/ADB Fotografien Croners auf der Webseite des Berliner Stadtmuseums
Einzelnachweise
Kategorie:Fotograf (20. Jahrhundert) Kategorie:Fotograf (Berlin) Kategorie:Person (deutsche Besetzung Frankreichs 1940–1945) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1903 Kategorie:Gestorben 1992 Kategorie:Mann