Der 35. Afrika-Cup (, , ) fand vom 21. Dezember 2025 bis zum 18. Januar 2026 in Marokko statt. Das Land war damit nach 1988 das zweite Mal Gastgeber des Afrika-Cup.
Der Gastgeber der alle zwei Jahre durchgeführten internationalen Fußballmeisterschaft der Männer in Afrika wurde im September 2023 verkündet, nachdem ein Jahr zuvor die Confédération Africaine de Football (CAF) Guinea die bereits zugeschlagene Austragung wieder entzogen hatte. Ursprünglich sollte das Turnier im Sommer 2025 ausgetragen werden, aufgrund von Terminkonflikten mit der erweiterten FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 musste es auf den Jahreswechsel 2025/26 verschoben werden.
Im Finale im Stade Prince Moulay Abdallah siegte der Senegal mit 1:0 nach Verlängerung gegen Gastgeber Marokko. Zwei Monate nach dem Endspiel erklärte die CAF, dass das Finale mit 3:0 zugunsten Marokkos gewertet wurde, weil Spieler des Senegals nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit vorübergehend den Platz verlassen hatten. Marokko gewann das Turnier damit zum zweiten Mal nach 1976. Am folgenden Tag gab der senegalesische Fußballverband bekannt, dass er gegen die Entscheidung beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) Berufung einlegen werde.
Das Spiel um Platz 3 gewann Nigeria mit 4:2 im Elfmeterschießen gegen Ägypten. Der Titelverteidiger aus der Elfenbeinküste scheiterte im Viertelfinale an Ägypten. Torschützenkönig wurde der Marokkaner Brahim Díaz mit fünf Toren.
Ausrichter Am 30. September 2022 gab CAF-Präsident Patrice Motsepe bekannt, dass Guinea wegen mangelnder Infrastruktur die Austragung des Afrika-Cup 2025 entzogen wurde und dass ein neuer Bewerbungsprozess gestartet werde. Eine neue Entscheidung über den Gastgeber sollte beim CAF-Gipfel am 10. Februar 2023 in Kairo fallen, wurde jedoch kurzfristig verschoben.Morocco Showcases Readiness to Host 2025 AFCON. Morocco World News, 13. Februar 2023.
Um die Austragung bewarben sich Algerien, Benin zusammen mit Nigeria, Marokko, Sambia und Südafrika. Algerien und Südafrika zogen ihre Bewerbung jedoch vor der Vergabe zurück.Afcon 2025 and 2027 hosts to be announced as Algeria withdraws from race. BBC, 26. September 2023. Am 27. September 2023 wurde schließlich Marokko als neuer Gastgeber bekanntgegeben.
Zeitplanverschiebung Am 30. November 2018 entzog die CAF Kamerun die Ausrichtung des Afrika-Cups 2019. Der ehemalige CAF-Präsident Ahmad Ahmad teilte Kamerun jedoch mit, dass es sich bereit erklärt habe, den Afrika-Cup im Jahre 2021 auszurichten. Folglich würde die Elfenbeinküste, ursprünglicher Gastgeber von 2021, den Afrika-Cup 2024 ausrichten, und Guinea, ursprünglicher Gastgeber von 2023, würde den Afrika-Cup 2025 ausrichten. Am 30. Januar 2019 bestätigte der CAF-Präsident die Zeitplanverschiebung nach einem Treffen mit dem ivorischen Präsidenten Alassane Ouattara in Abidjan.
Teilnehmer Qualifikation
Zur Qualifikation, die wie ab 2019 in zwei Runden ausgetragen wurde, meldeten sich 52 Mannschaften an. Eritrea und die Seychellen nahmen nicht teil. Reunion und Sansibar waren keine Vollmitglieder der CAF und damit von der Teilnahme ausgeschlossen. In der ersten Runde traten die in der FIFA-Weltrangliste vom 15. Februar 2024 am niedrigstplatzierten acht Mannschaften im März 2024 im K.-o.-System mit Hin- und Rückspiel gegeneinander an.
Die vier Sieger der ersten Runde und die restlichen 44 höher platzierten Mannschaften wurden im Juli 2024 in zwölf Vierergruppen gelost. Die zweite Runde wurde von September bis November 2024 im Doppelrundenformat ausgespielt. Für die Endrunde qualifizierten sich aus allen zwölf Gruppen, mit Ausnahme der Gruppe B, jeweils die Gruppenersten und -zweiten. Aus Gruppe B qualifizierte sich neben den Gastgebern aus Marokko nur eine weitere Mannschaft.
Auslosung Die Gruppenauslosung fand am 27. Januar 2025 in Rabat statt. Die marokkanische Mannschaft war als Gastgeber automatisch als Kopf der Gruppe A gesetzt, während die Elfenbeinküste als Titelverteidiger ebenfalls in Topf 1 gesetzt war. Die restlichen Mannschaften wurden nach den jeweiligen Platzierungen in der FIFA-Weltrangliste vom 19. Dezember 2024 verteilt.
Topf 1 (Gastgeber, 14) (17) (33) (37) (44) (Titelverteidiger, 47)
Topf 2 (49) (51) (52) (57) (61) (66)Topf 3 (84) (85) (87) (88) (93) (94)
Topf 4 (96) (103) (106) (113) (121) (136)
Gruppe A Gruppe B Gruppe C Gruppe D Gruppe E Gruppe F
Spielorte Das Turnier wurde in neun Stadien in den sechs Städten Agadir, Casablanca, Fès, Marrakesch, Rabat und Tanger ausgetragen, wobei in Rabat vier Stadien zum Einsatz kamen.
Agadir Casablanca Stade AdrarKapazität: 41.144 Stade Mohammed VKapazität: 45.000 200px|Stade Adrar 200px|Stade Mohammed V Fès Marrakesch Stade de FèsKapazität: 35.468 Stade de MarrakechKapazität: 41.245 200px|Stade de Fès 200px|Stade de Marrakech Rabat Rabat Stade Prince Moulay AbdallahKapazität: 69.500 Stade Moulay HassanKapazität: 22.000 200px|Stade Prince Moulay Abdallah 200px|Stade Moulay Hassan Rabat Rabat Tanger Stade Olympique de RabatKapazität: 21.000 Stade Al MedinaKapazität: 18.000 Grand Stade de TangerKapazität: 75.600 200px|Stade Olympique de Rabat 200px|Stade Al Medina
Gruppenphase Gruppe A
21. Dezember 2025, 20:00 Uhr in Rabat (Moulay Abdallah) Marokko – Komoren 2:0 (0:0) 22. Dezember 2025, 15:00 Uhr in Casablanca Mali – Sambia 1:1 (0:0) 26. Dezember 2025, 18:30 Uhr in Casablanca Sambia – Komoren 0:0 26. Dezember 2025, 21:00 Uhr in Rabat (Moulay Abdallah) Marokko – Mali 1:1 (1:0) 29. Dezember 2025, 20:00 Uhr in Rabat (Moulay Abdallah) Sambia – Marokko 0:3 (0:2) 29. Dezember 2025, 20:00 Uhr in Casablanca Komoren – Mali 0:0
Gruppe B
22. Dezember 2025, 18:00 Uhr in Marrakesch Südafrika – Angola 2:1 (1:1) 22. Dezember 2025, 21:00 Uhr in Agadir Ägypten – Simbabwe 2:1 (0:1) 26. Dezember 2025, 13:30 Uhr in Marrakesch Angola – Simbabwe 1:1 (1:1) 26. Dezember 2025, 18:00 Uhr in Agadir Ägypten – Südafrika 1:0 (1:0) 29. Dezember 2025, 17:00 Uhr in Agadir Angola – Ägypten 0:0 29. Dezember 2025, 17:00 Uhr in Marrakesch Simbabwe – Südafrika 2:3 (1:1)
Gruppe C
23. Dezember 2025, 18:30 Uhr in Fès Nigeria – Tansania 2:1 (1:0) 23. Dezember 2025, 21:00 Uhr in Rabat (Olympic) Tunesien – Uganda 3:1 (2:0) 27. Dezember 2025, 18:30 Uhr in Rabat (Al Medina) Uganda – Tansania 1:1 (0:0) 27. Dezember 2025, 21:00 Uhr in Fès Nigeria – Tunesien 3:2 (1:0) 30. Dezember 2025, 17:00 Uhr in Fès Uganda – Nigeria 1:3 (0:1) 30. Dezember 2025, 17:00 Uhr in Rabat (Olympic) Tansania – Tunesien 1:1 (0:1)
Gruppe D
23. Dezember 2025, 13:30 Uhr in Rabat (Al Medina) Senegal – Botswana 3:0 (1:0) 23. Dezember 2025, 16:00 Uhr in Tanger DR Kongo – Benin 1:0 (1:0) 27. Dezember 2025, 13:30 Uhr in Rabat (Olympic) Senegal – DR Kongo 1:1 (0:0) 27. Dezember 2025, 16:00 Uhr in Tanger Benin – Botswana 1:0 (1:0) 30. Dezember 2025, 20:00 Uhr in Tanger Benin – Senegal 0:3 (0:1) 30. Dezember 2025, 20:00 Uhr in Rabat (Al Medina) Botswana – DR Kongo 0:3 (0:2)
Gruppe E
24. Dezember 2025, 13:30 Uhr in Casablanca Burkina Faso – Äquatorialguinea 2:1 (0:0) 24. Dezember 2025, 16:00 Uhr in Rabat (Moulay Hassan) Algerien – Sudan 3:0 (1:0) 28. Dezember 2025, 16:00 Uhr in Casablanca Äquatorialguinea – Sudan 0:1 (0:0) 28. Dezember 2025, 18:30 Uhr in Rabat (Moulay Hassan) Algerien – Burkina Faso 1:0 (1:0) 31. Dezember 2025, 17:00 Uhr in Rabat (Moulay Hassan) Äquatorialguinea – Algerien 1:3 (0:3) 31. Dezember 2025, 17:00 Uhr in Casablanca Sudan – Burkina Faso 0:2 (0:1)
Gruppe F
24. Dezember 2025, 18:30 Uhr in Marrakesch Elfenbeinküste – Mosambik 1:0 (0:0) 24. Dezember 2025, 21:00 Uhr in Agadir Kamerun – Gabun 1:0 (1:0) 28. Dezember 2025, 13:30 Uhr in Agadir Gabun – Mosambik 2:3 (1:2) 28. Dezember 2025, 21:00 Uhr in Marrakesch Elfenbeinküste – Kamerun 1:1 (0:0) 31. Dezember 2025, 20:00 Uhr in Marrakesch Gabun – Elfenbeinküste 2:3 (2:1) 31. Dezember 2025, 20:00 Uhr in Agadir Mosambik – Kamerun 1:2 (1:1)
Rangliste der Gruppendritten Die vier besten Gruppendritten spielten im Achtelfinale gegen die Gruppenersten der Gruppen A, B, C und D. Die genauen Paarungen hingen davon ab, aus welchen Gruppen sich die Dritten qualifizierten. Für jede der fünfzehn Möglichkeiten legte eine Tabelle in den offiziellen Regularien die Zuordnung wie folgt fest.
!! Gruppe || F || D || E || C || B || A |} Klassifizierungsregeln: 1) Punkte; 2) Tordifferenz; 3) Erzielte Tore; 4) Disziplinarpunkte; 5) Losentscheid
+ Möglichkeiten Kombinationen(3. aus Gruppen) 1. Gruppe Aspielt gegen3. Gruppe 1. Gruppe Bspielt gegen3. Gruppe 1. Gruppe Cspielt gegen3. Gruppe 1. Gruppe Dspielt gegen3. Gruppe A B C D C D A B A B C E C A B E A B C F C A B F A B D E D A B E A B D F D A B F A B E F E A B F A C D E C D A E A C D F C D A F A C E F C A F E A D E F D A F E B C D E C D B E B C D F C D B F B C E F E C B F B D E F E D B F C D E F C D F E
Finalrunde
In der Finalrunde wurde im K.-o.-System gespielt. Stand es nach der regulären Spielzeit von 90 Minuten unentschieden, kam es zur Verlängerung von zweimal 15 Minuten und eventuell (falls immer noch kein Sieger feststand) zum Elfmeterschießen. Einzige Ausnahme war das Spiel um Platz 3, in dem bei einem Unentschieden direkt ein Elfmeterschießen folgte.
Spielplan
V Sieg nach Verlängerung E Sieg im Elfmeterschießen W Sieg am grünen Tisch
Achtelfinale 3. Januar 2026, 17:00 Uhr in Tanger – 3:1 (2:1) 3. Januar 2026, 20:00 Uhr in Casablanca – 1:1 n. V. (1:1, 0:0), 3:2 i. E. 4. Januar 2026, 17:00 Uhr in Rabat (Moulay Abdallah) – 1:0 (0:0) 4. Januar 2026, 20:00 Uhr in Rabat (Al Medina) – 1:2 (0:1) 5. Januar 2026, 17:00 Uhr in Agadir – 3:1 n. V. (1:1, 0:0) 5. Januar 2026, 20:00 Uhr in Fès – 4:0 (2:0) 6. Januar 2026, 17:00 Uhr in Rabat (Moulay Hassan) – 1:0 n. V. 6. Januar 2026, 20:00 Uhr in Marrakesch – 3:0 (2:0)
Viertelfinale 9. Januar 2026, 17:00 Uhr in Tanger – 0:1 (0:1) 9. Januar 2026, 20:00 Uhr in Rabat (Moulay Abdallah) – 0:2 (0:1) 10. Januar 2026, 17:00 Uhr in Marrakesch – 0:2 (0:0) 10. Januar 2026, 20:00 Uhr in Agadir – 3:2 (2:1)
Halbfinale 14. Januar 2026, 18:00 Uhr in Tanger – 1:0 (0:0) 14. Januar 2026, 21:00 Uhr in Rabat (Moulay Abdallah) – 0:0 n. V., 2:4 i. E.
Spiel um Platz 3 17. Januar 2026, 17:00 Uhr in Casablanca – 0:0, 2:4 i. E.
Finale Im Finale kam es zum Eklat, als der Schiedsrichter kurz vor Ende der regulären Spielzeit beim Stand von 0:0 den Marokkanern nach einer VAR-Entscheidung einen umstrittenen Strafstoß zusprach – unmittelbar nachdem zuvor ein Tor der Senegalesen aberkannt worden war. Die Mannschaft des Senegal verließ unter Protest den Platz, zog sich in die Kabine zurück und kehrte erst nach knapp 20 Minuten zurück. Brahim Díaz – später als Torschützenkönig des Turniers ausgezeichnet – scheiterte beim Elfmeter, als er einen Panenka-Heber versuchte. In der Verlängerung erzielte Pape Gueye dann den entscheidenden Treffer zum Sieg des Senegal.
Der senegalesische Fußballverband und sein Trainer Pape Thiaw wurden vom afrikanischen Fußballverband für unsportliches Verhalten mit Geldstrafen belegt, und mehrere Spieler erhielten Sperren. Aber der Antrag Marokkos, dem Senegal den Sieg abzuerkennen, wurde zunächst abgelehnt. Auch der marokkanische Verband wurde bestraft, weil seine Balljungen dem senegalesischen Torhüter mehrmals das Handtuch entwendet hatten.Sportschau: Afrika-Cup-Eklat: CAF sperrt Spieler und Trainer, 29. Januar 2026, abgerufen am 2. Februar 2026
Im März wertete die CAF-Berufungskommission das vorübergehende Verlassen des Spielfelds als Verstoß gegen das Regelwerk und als Spielaufgabe. Infolgedessen wurde die Partie nachträglich mit 3:0 für Marokko gewertet. Dem Senegal wurde der Titel aberkannt, und Marokko zum Sieger des Turniers erklärt. Gegen die Entscheidung zog die senegalesische Mannschaft vor den Internationalen Sportgerichtshof.
Beste Torschützen Nachfolgend sind die bisher besten Torschützen des Turniers aufgeführt. Bei gleicher Trefferanzahl sind die Spieler alphabetisch geordnet.