mini|August Louis Schmiemann als junger Mann (um 1885) August Louis Schmiemann (* 14. September 1869 in Hohenholte bei Münster; † 14. Januar 1918Stadtarchiv Leipzig, Sterbebuch 1918, Seite 126 in Leipzig) war ein deutscher Bildhauer und erstgeborener Sohn des münsteraner Bildhauers August Schmiemann.
Leben Nach seiner Wehrdienstzeit in Berlin (1891–1893) zog August Louis Schmiemann vom elterlichen Haus und Bildhauerbetrieb des Vaters in Münster nach Wiedenbrück, um sich persönlich weiterzuentwickeln („Wiedenbrücker Schule“). Der Aufenthalt in Wiedenbrück dauerte nicht lang, denn schon Ende 1895 führte es ihn weiter nach Leipzig, wo er zunächst in der Weststraße das Atelier Schrebergäßchen eröffnete. Mit dem Umzug nach Leipzig-Plagwitz zog er räumlich in die Nähe von Max Klinger, für den er viele Jahre tätig war. Das Gebäude in der Karl-Heine-Straße 19 wurde 1901 als Wohnung und Atelier umgebaut.Kulturdenkmale im Freistaat Sachsen - Denkmaldokument, Obj.-dok.-Nr 09264395, auf denkmalliste.denkmalpflege.sachsen.de, abgerufen am 28. Januar 2022 Er heiratete am 15. März 1901 die aus Eisenach stammende Alma Ehrlich.Heiratsregister der Stadt Eisenach, Nr. 39/1901
Sein jüngerer Bruder Anton Hubert (* 15. März 1883 in Münster; † 20. September 1927 in Leipzig), der ebenso als Bildhauer tätig war, folgte ihm im Jahre 1910 nach Leipzig.Einwohnermelderegister der Stadt Münster (1900–1910)
Tragisch endete sein Leben während seines Schaffens. Beim Aufstellen einer steinernen Figur wurde August Louis Schmiemann von ihr erschlagen. Er wurde im schlichten Brettsarg in einem einfachen Reihengrab beerdigt.
Werke (Auswahl) Heinz Knobloch betitelt Schmiemann in seinem „Extrablatt“ von 1996 als „sehr guten Bildhauer“. Neben seiner Tätigkeit für Max Klinger arbeitete er auch für den französischen Bildhauer und Zeichner Auguste Rodin.
Beethoven-Skulptur (1902) Die Vorarbeiten an der Beethoven-Skulptur von Max Klinger erledigte der „Abbozator“ (abbozare [ital.] = skizzieren) Schmiemann. Der Marmorblock wurde mit Hilfe eines Punktierungsverfahrens vorgehauen.Elsa Asenijeff: Eine »kunst-technische Studie« über das Beethoven-Denkmal (1902)
Nietzsche-Büste (1902/1903) An der Erstellung der Büste von Friedrich Nietzsche war August Louis Schmiemann maßgeblich beteiligt.Schriftverkehr im GSA, Goethe- und Schiller-Archiv Weimar mit Frau Förster-Nietzsche
Neues Rathaus, Leipzig (1905) Das Neue Rathaus in Leipzig wurde zwischen 1899 und 1905 nach Plänen von Hugo Licht errichtet. Das im Stil des Historismus entworfene Gebäude erhielt ein reichhaltige bildhauerische Ausstattung. Von Schmiemann stammen Flachreliefs über den Hauptgeschossfenstern.Artikel in der Deutschen Bau-Zeitung, Band 39 (1905), Seite 531.
Gellert-Denkmal, Leipzig (1909) Im Frühjahr 1909 wurde das Gellert-Denkmal (eine Nachbildung des Oeserschen Denkmals) aus Mitteln der „Stiftung für die Stadt Leipzig“ errichtet. Das Denkmal wurde neu modelliert vom Leipziger Bildhauer Max Lange. Die Ausführungen stammen von Bildhauer August Louis Schmiemann und Steinmetzmeister Carl Laux. Es steht heute in den Anlagen an der Schillerstraße. mini|Gellertdenkmal (1909) von August Louis Schmiemann und Carl Laux
Stadthaus, Leipzig (1908–1912) Drei Jahre nach der Fertigstellung des Neuen Rathauses, begann man im Jahre 1908 mit dem Neubau des Stadthauses am Burgplatz. Die Arbeiten an den Schlusssteinen der Hauptgeschossfenster mit Kinderreliefs stammen von August Louis Schmiemann., auf leipzigentdecken.demini|Fenster des Hauptgeschosses des Stadthauses mit Kinder-Reliefs Schiller-Denkmal, Leipzig (1914) Aus der Hand Schmiemanns stammt das 1914 nach Entwürfen von Johannes Hartmann geschaffene Schillerdenkmal in Leipzig. Das Schillerdenkmal steht in der Lenné-Anlage, nahe der Schillerstraße in der Innenstadt Leipzigs.mini|Schillerdenkmal (1914) in der Lenné-Anlage Leipzig
Grabmalanlage Niederlein (später Fomm), Südfriedhof Leipzig (1914) In der X. Abteilung des Südfriedhofs befindet sich die Grabmalanlage der Hoteliers Paul Niederlein (1875–1913), für die Schmiemann eine weibliche Marmorskulptur als auch ein Abendmahl-Relief aus Carrara-Marmor schuf. Die Grabstätte wechselte im Juli 1923 auf den Direktor Willy Poenisch und im November 1925 auf den Maschinenfabrikanten Georg Fomm.
Eine identische Grabmalplastik wurde 1915 für die Familie des Dr. med. Karl Hilgemeier, gelegen auf dem Südfriedhof I. Abt. Erbbegräbnis No. 30 geschaffen.
Einzelnachweise
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