Arcade Records war eine niederländisch-britische Schallplattenfirma, die vor allen Dingen durch ihre Kompilationsalben („Sampler“) bekannt geworden ist. Arcade wurde 1972 gegründet. In den 1970ern und frühen 1980ern stand Arcade im Wettbewerb mit K-Tel und anderen Sampler-Plattenlabels.

Geschichte

Arcade Records (Großbritannien) Arcade Records wurde 1972 von Laurence Myers gegründet, einem britischen Musikindustriellen, der in Management und Produktion für einige britische Popkünstler wie zum Beispiel The Animals, David Bowie und den Rolling Stones gearbeitet hatte. Myers gehörte ursprünglich der Gem-Toby Organisation an, die sich vor allem um die Belange von The New Seekers kümmerte, später aber auch weitere Bands managte. Bekannt wurde er vor allem dadurch, dass er 1970 David Bowie zu Gem brachte.

Mitte August 1972 gründete Myers schließlich Arcade Records als reines Kompilationen-Label, das sich als erstes europäisches Label insbesondere durch Fernsehwerbung zu vermarkten versuchte. Die ersten Alben erreichten hohe Chartplatzierungen, was bis dahin keinem Sampler in dieser Form gelang. Alleine das erste Album 20 Fantastic Hits erreichte 1972 Platz 1 der britischen Charts und wurde erst sechs Wochen später von K-Tels-Kompilation 20 Dynamic Hits abgelöst. Insgesamt blieb das Album 24 Wochen in den Charts. Die beiden Fortsetzungen Vol. 2 (November 1972) und Vol. 3 (Mai 1973) erreichten Platz 2 und Platz 3. Im Laufe der Zeit entstanden mehr als 60 Best-Of-Kompilationen.

Das besondere an Arcade Records war, dass die Plattenfirma nicht wie andere Best-Of-Labels wie Hallmark Records oder Music for Pleasure auf Soundalikes und nachgespielte Stücke setzte, sondern immer die Originalinterpreten aufnahm. Hauptkonkurrenten waren K-Tel und Ronco.

Arcade Benelux 1979 wurde die Plattenfirma zu Arcade Music Benelux umgeformt. Herman Heinsbroek, der Vizepräsident von CBS Music (Benelux), wurde der neue Leiter des Unternehmens, das nun auf den europäischen Markt drängte. Der Sitz wurde nach Naarden, Niederlande verlegt und es wurden zahlreiche weitere europäische Labels gegründet, unter anderem in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Dänemark, Schweden und Norwegen. 1981 hatte das Label einen Umsatz von 50 Millionen US-Dollar.

In den 1980ern kam es zu den ersten Pleiten. Besonders spektakulär war der Niedergang von Arcade Records Deutschland GmbH in Frankfurt. Es handelte sich dabei um das älteste Sublabel, das bereits 1974 von Larry Levene in Frankfurt als Vertriebslabel gegründet wurde. Es besaß weder ein Presswerk, noch hatte es Verträge mit den Künstlern, sondern verkaufte vor allem Lizenzprodukte des britischen Labels. Später kamen auch Lizenzprodukte von deutschen Stars hinzu, unter anderem Best-of-Alben von Udo Lindenberg, Vicky Leandros und Peter Maffay. Zum Teil gelangten diese Alben auch in die deutschen Charts. So erreichte das Best-of Frei sein von Peter Maffay Platz 1 und Die 20 größten Erfolge von Ernst Mosch Platz 5 der deutschen Charts. Das Label machte noch 1981 einen Umsatz von 75 Millionen Deutsche Mark, musste aber ein Jahr später Konkurs anmelden. Für eine einzige Schallplatte schaltete das Label zum Teil 2,5 Millionen Mark Werbung. Schätzungen gingen davon aus, das rund 30 % des Umsatzes wieder in Werbung investiert wurden. Nachdem man mit dieser Geschäftsidee jahrelang erfolgreich war, wurden die Erfolge, auch durch den Druck der Konkurrenten wie Ariola, Teldec und RCA seltener. Das Label hinterließ Schulden in Höhe von 20 Millionen Deutsche Mark.

Dennoch gelang es dem Label bis Mitte der 1990er erfolgreich zu sein und dank ihrer aggressiven Werbekampagne neue Märkte zu erschließen. 1996 wurde das Label jedoch vom niederländischen Zeitungsverlag Wegener aufgekauft und aufgesplittet in mehrere Labels, die voneinander unabhängig waren. Mitte der 1990er veröffentlichte man einige Kompilationen aus dem Bereich Trance und Hardcore Techno, darunter die langlebige und erfolgreiche Thunderdome-Serie. An dieser arbeitete unter anderem der später bekanntgewordene DJ Mental Theo mit.

2000 trennten sich Wegener und Arcade wieder. Arcade wurde als Joint Venture mit Roadrunner Records unter dem Namen Roadrunner Arcade Music Group weitergeführt. Ab 2000 wurden mehrere Alben von Interpreten aus dem Roadrunner-Roster wie Deicide oder Soulfly veröffentlicht, aber auch andere Interpreten wie Axwell und Samuel Fröler veröffentlichten Singles und Alben unter dem Namen Roadrunner Arcade. Dies hielt jedoch nicht lange und Arcade Records verschwand 2001 wieder vom Markt.

2008 belebte CNR Records Arcade Music wieder. Die Mutter firmiert heute unter dem Namen CNR Entertainment und führt das Label als Sublabel. Es dient derzeit als digitale Plattform, die Playlists für Spotify zusammenstellt und alte Kompilationen digital zugänglich macht.

Diskografie (Auswahl) Im Laufe der Jahre erschienen über Arcade Records und seine zahlreichen Sublabels mehr als 5000 Kompilationen, so dass hier nur besonders kommerziell erfolgreiche, bedeutsame oder von Interpreten lizenzierte aufgeführt werden. Die Chartsübersicht konzentriert sich auf die Sampler.

Arcade Records (UK)

1972–1973: 20 Fantastic Hits by the Original Artists Vol. 1–3 1975: Tommy Steele’s 40 Greatest 1975: Jim Reeves – 40 Golden Greats 1975: Disco Hits 1975 1975: The Best of Roy Orbison 1975: Paul Anka & Neil Sedaka – Their 20 Greatest 1976: Superstars Tribute to the Beatles 1976: Gene Pitney – His 20 Greatest 1976: Henry Mancini – 40 Greatest 1977: The Best of The Mamas and the Papas 1978: Harry Belafonte – His 20 Greatest Hits 1979: Peters & Lee – Love and Affection 1979: Elvis – The Soundtrack of the Movie (Soundtrack zum Fernsehfilm Elvis – The King)

Arcade Deutschland

1974: Elvis Presley – 40 Greatest Hits 1975: Golden Earring – The Best of Golden Earring 10 Years 20 Hits 1976: Hit Explosion 1976: Hit Machine 1977: Rolling Stones – Die 30 größten Hits in Originalaufnahmen 1978: Ernst Mosch und seine Original Egerländer Musikanten – Die 20 größten Erfolge 1978: Paul Biste – Die 20 schönsten Wanderlieder 1978: Orchester Billy Vaughn – Moonlight Melodies (Die 20 schönsten Melodien vom Orchester Billy Vaughn) 1978: The Mamas & The Papas – Die 20 schönsten Hits 1978: Paul Biste – Ein Männlein steht im Walde (Die 40 schönsten Kinderlieder) 1978: Helmut Zacharias – Und die zärtlichste Geige der Welt 1978: Nini Rosso – Trumpet Dreams (Die 20 schönsten Melodien mit Nini Rosso) 1978: The Kinks – Ihre 20 größten Hits 1978: Adamo – Der Troubadour 1979: Peter Maffay – Frei Sein – Seine größten Hits 1979: Lale Andersen – Hafenträume (Die 20 schönsten Erinnerungen an Lale Andersen) 1979: The Beatles – 20 Golden Hits (Originalaufnahmen) 1979: Jim Reeves – The One I Love 1979: Paul Biste – Waldeslust – Die 20 Schönsten Wald- und Heidelieder 1979: Paul Biste – Fröhliche Weihnachten Zuhause 1980: Vicky Leandros – Die 20 Schönsten Lieder von Vicky Leandros 1980: Cliff Richard – Move It – Seine Besten Songs 1980: Die Blödel- und Stimmungshitparade '80 1980: Beat Club Super Revival mit Uschi Nerke 1980: Hot Chocolate – 20 Greatest Hits 1980: The Islanders – Südsee Melodien 1980: Udo Lindenberg – Meine Panik – Seine größten Panik Hits 1980: Telly Savalas – Sweet Surprise 1981: Wiener Philharmoniker & Willi Boskovsky – Der Jahrhundert-Ball 1981: Auf gut deutsch (Das Beste aus der deutschen Schlagerszene) 1981: Andrea Jürgens – Andrea Jürgens singt die schönsten deutschen Volkslieder 1981: Schlager-Gala (Dieter Thomas Heck präsentiert die Top Stars aus dem „Tag Des Deutschen Schlagers“) 1981: Mainzelmännchen – Mainzelmännchen's Hitparade 1982: Nicole – Ein bißchen Frieden 1982: Luis Trenker – Ein Leben für die Berge

Arcade Benelux

1977: Buddy Holly – Zijn 20 Grootste Hits 1980: Happy Reggae 1980–1987: Woman in Love Vol. 1–8 1980: Suzi Quatro – Wild Wild Suzi 1980: Diana Ross & The Supremes – Their Greatest Hits 1980: Dr. Hook – Greatest Hits 1981: The Shadows – Guitar Giants The Fantastic Shadows – The Original Super Hits 1981: Smokie – The Very Best Of 1981: David Gates and Bread – The Music of David Gates and Bread 1981: Ray Charles – The Legend Lives... 1981: Smokie – I'll Meet You at Midnight – The Very Best Of Smokie 1981–1982: I Love You Because... Volume 1 & 2 1982: Frankie Laine – The World of Frankie Laine 1982: Timi Yuro – I'm Yours 1982: Guy Mitchell – The World of Guy Mitchell 1982: Bobby Vinton – The Very Best of Bobby Vinton 1982: Johnnie Ray – The World of Johnnie Ray 1982–1985: Reihe The Country Collection (unter anderen mit Barbara Mandrell, Oak Ridge Boys und Freddy Fender) 1983–1985: Remember The 60's Vol. 1–9 1983–1984: Remember The 70's Vol. 1–6 1983: Barry White and Love Unlimited – Love Songs 1983: Roberta Flack – Love Songs 1983: Break Dancing 1983: Rondò Veneziano – Venezia 2000 1983: The Everly Brothers – Reunion Concert (Recorded Live at the Albert Hall September 23rd 1983) 1983: Elvis Presley – Golden Filmhits 1984: Mireille Mathieu – Mireille Mathieu Volume 1 & 2 1984: Let’s Break 1984: The Cats – Het Complete Hit-Album (Volume 2) 1984: The Rolling Stones – Rewind (1971–1984) 1985: The Complete Hit-Album (Reihe mit u. a. 10cc, Creedence Clearwater Revival und Status Quo) 1985: Imagination – The Best of Imagination 1985: Anita Meyer – Anita Meyer 1985: Lee Towers – Merry Christmas 1985: Vicky Leandros – Eine Nacht in Griechenland 1985: Neil Diamond – The Very Best of Neil Diamond 1986: Jimi Hendrix – The Legend 1986: The Stylistics – Love Songs 1986: Nana Mouskouri – Only Love Songsg 1986: George Benson – The Love Songs 1986: The Manhattans – The Love Songs 1986: Earth Wind and Fire – The Very Best of Earth Wind and Fire 1986: Santana – The Very Best Of 1986: Abba – Live 1986: Roy Orbison – The Very Best Of 1986: Doris Day – The Most Beautiful Songs 1986: Elton John – The Very Best of Elton John 1986: The Who – Greatest Hits 1986: Eric Clapton – Greatest Hits 1986: Ray Charles – The Country Side of Ray Charles 1986–1989: Golden Love Songs Volume 1–15 1986: 14 Exclusive Popsongs Vol. 1–2 1986: Hold Me Tonight – 13 Romantic Popsongs – Volume 1–2 1986: The Reunion Jazz Band – Jazz Against Polio 1986: Imagination – Trilogy 1986: Today's Blues – Vol. 1–4 1987: Leonard Bernstein, New York Philharmonic*, George Gershwin, Maurice Ravel – Rhapsody In Blue, Rhapsodie Espagnol, Bolero, La Valse 1987: Rappers Delight 1987: E.L.O. – All Over The World 1987: Andy Borg – Seine größten Erfolge 1987: Andy Williams – Christmas With Andy Williams 1987: The Original Music From The 50's Volume 1–3 1987: Stille Nacht 1–2 1987: The Original Music from the 60's Volume 1–3t 1987: Steve Miller Band – LIVE! 1987: Popol Vuh – Cobra Verde 1987: John Carpenter – New-York 1997 (Escape from New-York) (Soundtrack zu Die Klapperschlange) 1987: Harry Manfredini – Friday The 13th: Meurtres En 3 Dimensions (Original Motion Picture Soundtrack) 1988: Golden Earring – The Very Best of 1965–1988 1988: Normaal – 12½ Jaar 1988: Rex Gildo – Rex Gildo '88 1988: James Brown – Soul Brother Number One 1988: Albert West – West & Friends 1988–1989: Dance Classics Vol. 1–14 1988: Dance ’88 Vol.1 & 2 1988: Country Classics Vol. 1–3 1988: Gerard Lenorman – Les Plus Grands Succes 1988: Aznavour – The Collection Vol. 1 & 2 1988: Salut La France 1–3 1988: Ute Lemper – Chante Sings Kurt Weill– 1989: Ed Starink – Synthesizer Greatest Vol. 1–3 1989–1997: Turn Up The Bass Volume 1–25 1989: Albert West – 25 Jaar 1989: Supertramp – The Very Best of 1989: Nino Rota / Katyna Ranieri – Chansons Pour Fellini 1989–1990: Dance Classics – The Remixes Vol. 1–4 1989–1990: The Blues Ballads Vo. 1–4 1989: Nancy Sinatra With Frank Sinatra & Lee Hazlewood – Greatest Hits 1990: Star Inc. – Once Upon a Time – The Greatest Ennio Morricone Hits 1990: Kool & The Gang – The Very Best Of