No Angels [ˈnoʊ ˈeɪndʒəlz] ist eine deutsche Girlgroup, die im Jahr 2000 aus der ersten deutschen Staffel der Castingshow Popstars hervorging. Die Mitglieder sind Nadja Benaissa, Lucy Diakovska, Sandy Mölling und Jessica Wahls sowie bis Ende 2003 Vanessa Petruo.

2001 belegten die No Angels mit ihrer Debütsingle Daylight in Your Eyes und dem Album Elle’ments Platz eins der Single-, Airplay- und Albumcharts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Ende des Jahres 2003 löste sich die Gruppe auf. 2007 starteten sie ohne Petruo ein Comeback. Nach dem Ausstieg von Benaissa im August 2010 traten die No Angels bis zu ihrer Trennung Ende 2010 als Trio auf. Zum 20-jährigen Bandjubiläum veröffentlichten die No Angels im Juni 2021 das Album 20, das auf Platz eins der deutschen Albumcharts einstieg.

Mit über fünf Millionen verkauften Tonträgern, vier Nummer-eins-Hits in den deutschen Singlecharts und vier Nummer-eins-Alben in den deutschen Albumcharts ist die Gruppe bis heute die deutsche Girlgroup mit den meisten verkauften Tonträgern und die erfolgreichste Girlgroup Kontinentaleuropas. Die No Angels veröffentlichten 19 Singles, sechs Studio- sowie zwei Livealben, absolvierten vier Tourneen und wurden mit mehr als 20 Musikpreisen ausgezeichnet.

Bandgeschichte 2000: Popstars + Songs beim ersten Vorsingen Bandmitglied Lied Originalinterpret Benaissa Hero Mariah Carey Diakovska River Deep – Mountain High Ike & Tina Turner Mölling Bohemian Rhapsody Queen Petruo Ain’t No Sunshine Bill Withers Wahls Saving All My Love for You Whitney Houston

Im September 2000 startete der private Fernsehsender RTL II mit der Ausstrahlung einer deutschen Version von Popstars. Auf der Suche nach einer Girlgroup bewarben sich über 4500 junge Frauen ab 18 Jahren, von denen nach einem ersten Vorsingen und anschließendem Recall insgesamt 32 Teilnehmerinnen nach Mallorca flogen, um dort an einem Workshop teilzunehmen. Während des einwöchigen Gesangs- und Tanztrainings unter der Leitung des Choreographen Detlef „D!“ Soost wurden die Teilnehmerinnen durch das Urteil der Jurymitglieder Simone Angel, Rainer Moslener und Mario M. Mendrzycki auf elf reduziert. Die verbliebenen Finalistinnen kehrten anschließend nach Deutschland zurück.

Im November 2000 erfuhren Benaissa, Diakovska, Mölling, Petruo und Wahls innerhalb einer Sonderausgabe des Formates, dass sie als Siegerinnen des Wettbewerbs Teil der endgültigen Formation werden. Wenig später bezog die Girlgroup ein Domizil in München und begann mit den Vorbereitungen auf ihre Karriere als Popstars, darunter Gesangs-, Tanz- und Performancetraining und Aufnahmen für das Debütalbum der Band. Parallel dazu richtete RTL II eine Umfrage für den Namen der Gruppe aus, wobei die Zuschauer für einen von drei Vorschlägen – Elle’ments, Champaign oder No Angels – stimmen konnten. Der Bandname wurde im Rahmen der Morningshow des Münchener Radiosenders Energy 93,3 bekanntgegeben. Später stellte sich heraus, dass der Name No Angels bereits zuvor festgelegt und die Abstimmung somit ohne Belang war. Viele Zuschauer fühlten sich betrogen; wegen der ohne Gegenleistung vertelefonierten Gebühren wurden von einzelnen Abstimmungsteilnehmern Betrugsklagen gegen Polydor angestrengt.Artikel auf musicline.de, mit Erwähnung des Abstimmungsbetrugs; abgerufen am 21. April 2006. In insgesamt 17 Folgen verfolgten im Durchschnitt 1,8 Millionen Fernsehzuschauer, wie aus Benaissa, Diakovska, Mölling, Petruo und Wahls die Popband No Angels wurde.

2001: Beginn des Erfolges Als erste Single der No Angels war von ihrer Plattenfirma Cheyenne Records der Song Go Ahead and Take It geplant. Die Bandmitglieder setzten sich jedoch für den Song Daylight in Your Eyes als erste Single ein, die im Februar 2001 veröffentlicht wurde.Podcast Kathi Mal unter Uns…, Folge: Privater Talk mit Ex-No Angel Sandy Mölling – über Nacht zum Popstar, 11. Januar 2021. Die kolumbianische Backgroundsängerin Victoria Faiella hatte dieses Lied schon zuvor aufgenommen und im Sommer 2000 veröffentlicht. Daylight in Your Eyes von den No Angels stieg auf Platz eins in die deutschen, schweizerischen, österreichischen, brasilianischen und in den Ländern Osteuropas zwischen Platz eins und Platz vier in die Single- und Airplaycharts ein und machte die Gruppe europaweit bekannt. In Frankreich erreichte die Single Platz 80 und im Vereinigten Königreich Platz 89. In Deutschland verkaufte sich die Single innerhalb von 24 Stunden 500.000 Mal und ist damit eine der am schnellsten verkauften Singles in der deutschen Musikgeschichte. Insgesamt wurde das Lied in Deutschland mit weit über einer Million abgesetzter Exemplare zur verkaufsstärksten Single des Jahres 2001. Mit der Single gewannen die No Angels einen Echo für die Beste nationale Single – Rock/Pop.

Im März 2001 erschien das Album Elle’ments. Es erreichte Platz eins in den deutschen, österreichischen und Schweizer Albumcharts, verkaufte sich in vier Wochen rund 600.000 Mal in Deutschland und belegte mit über 1,1 Millionen verkauften Exemplaren ebenfalls die Spitze der deutschen Jahrescharts. Das Album erhielt vier Gold- und drei Platinauszeichnungen und gilt bis heute als eine der erfolgreichsten Produktionen, die von einer deutschen Gruppe veröffentlicht wurde. Ende April erschien Rivers of Joy als zweite Single der No Angels. Sie erreichte die Top 10 in Deutschland und der Schweiz sowie Platz elf in Österreich. Nachdem die Gruppe bis Mitte 2001 bereits in ganz Europa Erfolge verbucht hatte, wurde Daylight in Your Eyes im Sommer 2001 auch auf dem nordamerikanischen Markt veröffentlicht. Das Musikvideo wurde – diesmal im sportlichen Look und nicht in sexy Outfits – unter der Regie von Stephen Scott im kanadischen Toronto neu gedreht, um der amerikanischen Zensur zu entgehen. In den USA erreichte die Single als Höchstplatzierung Platz 36 der US-Billboard-Charts.Billboard (2002): The International Newsweekly of Music, Video and, Home Entertainment. June 1/2002, S. 82. Aufgrund mäßiger Erfolgsaussichten wurde von weiteren Veröffentlichungen in den USA abgesehen.

Im August 2001 erschien mit dem Eurythmics-Cover There Must Be an Angel die dritte Single der No Angels. Sie platzierte sich sowohl in Deutschland als auch in Österreich an der Spitze der Singlecharts, in Brasilien auf Platz zwei und wurde mit einer Goldenen Schallplatte in Deutschland und der Schweiz ausgezeichnet. Im November 2001 wurde die Doppel-A-Single When the Angels Sing/Atlantis veröffentlicht. Bei Atlantis handelt es sich um eine Neuaufnahme des im Jahre 1969 erstmals erschienenen Titels gemeinsam mit dem Originalinterpreten Donovan. Der Song war Teil des Soundtracks zum Disney-Film Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt. Die Single platzierte sich auf Platz fünf der deutschen Singlecharts und wurde für über 270.000 verkaufte Exemplare mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Nach ihrer kurzen Disco-Tour durch Diskotheken verschiedener Städte in Deutschland und der Schweiz sowie einer Deutschlandtournee im Vorprogramm von DJ Bobo und Westlife traten die No Angels anschließend im Rahmen ihrer eigenen Rivers of Joy Tour von Oktober bis Dezember 2001 in mehr als 30 Städten innerhalb Deutschlands, Österreichs und der Schweiz auf. Die Band präsentierte die Songs ihres ersten Studioalbums. 2001 wurde die Band mehrfach ausgezeichnet, etwa mit dem Bambi, einem Comet, der 1Live Krone, dem Top-of-the-Pops-Award und dem Bravo Otto.

2002: Now … Us! Im Januar 2002 spielten die No Angels ein Konzert im Kosovo für die Bundeswehr. Im Mai erschien Something About Us als erste Single aus dem zweiten Studioalbum Now … Us!. Nachdem ihre Plattenfirma zunächst das Lied 2 Get Over U gemeinsam mit der britischen Band Hear’Say als neue Single vorgesehen hatte,Popmusik: Das Modell „Popstars“ ist nicht beliebig wiederholbar. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. erwirkten die fünf Bandmitglieder unter Androhung der Trennung die Veröffentlichung von Something About Us.We LOVE No Angels documentary. Pro Sieben. Abgerufen am 10. Juni 2007. Der von dem Bandmitglied Vanessa Petruo mitgeschriebene Song befasst sich mit einer Reihe von Vorurteilen und Gerüchten, die im Jahr zuvor über die No Angels publiziert worden waren und in dem mit einem Echo ausgezeichneten Musikvideo parodistisch umgesetzt wurden. Die Band erreichte damit innerhalb von 14 Monaten zum dritten Mal die Spitze der Charts in Deutschland und Österreich.

Das Album Now … Us! wurde im Juni 2002 veröffentlicht. Für das Album beanspruchten alle Gruppenmitglieder Mitspracherecht beim Songwriting. So befinden sich auf dem Album, neben der von Petruo geschriebenen Single vier weitere Titel, die von den anderen Bandmitgliedern geschrieben wurden. Auf dem Album präsentierten sich die No Angels durch Elemente aus Soul und Rhythm and Blues musikalisch reifer als auf ihrem Debütalbum. Sie traten auch mit einem neuen in veränderten Outfits und mit Backgroundtänzern auf. Das Album setzte sich an die Spitze der deutschen Albumcharts und verkaufte sich bis Ende des Jahres 2002 mehr als 800.000 Mal.My Hit Your Song, ProSieben, 31. Januar 2019. Mit der Ballade Still in Love with You gelang ihnen mit Platz zwei ein weiterer Top-5-Hit in den Single- und Radiocharts. Der von Mousse T. produzierte Remix von Let’s Go to Bed erreichte Platz zwölf in den Singlecharts und die Top 10 der Dancefloorcharts, nachdem unter dem Pseudonym NoA Progressive-House-Remixe von Let’s Go to Bed auf Schallplatte veröffentlicht worden waren.vip.de, abgerufen am 22. Oktober 2019.

Nach dem im Oktober 2002 aufgeführten Exklusivkonzert im Berliner Tränenpalast in der Friedrichstraße erschien im November 2002 das von Till Brönner produzierte Livealbum When the Angels Swing, eine Sammlung neuer und neu arrangierter Songs der Band in Swing-Arrangements. Die Alison-Moyet-Coverversion All Cried Out wurde als Single sowohl in einer Swing- als auch in einer Popversion veröffentlicht und erreicht die Top 20 der deutschen Singlecharts. Das Konzert wurde später auf DVD herausgebracht und mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet sowie in der Sendereihe ZDF in concert im Fernsehen ausgestrahlt.

Im November und Dezember 2002 reisten die No Angels innerhalb ihrer Four Seasons Tour erneut durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Im Fokus der Tour standen die Songs ihres zweiten Albums. Im Anschluss an die Tour verließ Jessica Wahls die Gruppe in eine ursprünglich für sechs Monate geplante Babypause. Nach der Geburt ihrer Tochter im März 2003 teilte die Plattenfirma mit, dass die Sängerin zugunsten ihres Kindes und einer Karriere als Solointerpretin zunächst nicht zurückkehren und die Band als Quartett weitermachen werde. Erst im Frühjahr 2021 wurde bekannt, dass nicht Wahls, sondern das damalige Management wegen Bedenken hinsichtlich einer weiteren Mutter neben Benaissa innerhalb der Gruppe ihren Ausstieg gefordert hatte.

2003: Pure und Auflösung der Gruppe Im Februar 2003 positionierten sich die vier verbliebenen Mitglieder Benaissa, Diakovska, Mölling und Petruo öffentlich gegen den Irakkrieg, indem sie in T-Shirts mit dem Aufdruck No War auf der Echoverleihung 2003 erschienen. Im Folgemonat gaben die No Angels unter dem Titel Acoustic Angels – No Angels in the Club ein Unplugged-Konzert im Münchner Club P1. Ausschließlich begleitet von Akustikgitarre, Schlagzeug und Bass präsentierte die Band, neben bekannten Songs ihrer bisherigen zwei Studioalbum, auch die drei neuen Songs Someday, No Angel (It’s All in Your Mind) und Washes Over Me aus ihrem dritten Studioalbum Pure. Eine Aufzeichnung des Konzertes wurde im April 2003 von MTV unter dem Titel No Angels Live ausgestrahlt. Im selben Monat gelang es der Gruppe mit dem Song No Angel (It’s All in Your Mind) ihre vierte Nummer eins in den deutschen Singlecharts zu platzieren. Die Single Someday erreichte im Juli 2003 die Top fünf der Singlecharts.