Canella winterana oder der Weiße Zimtrindenbaum, Zimtbaum, ist ein Baum in der Familie der Canellaceae aus Florida, der Karibik, Venezuela und dem südöstlichen Mexiko. Es ist die einzige Art der Gattung Canella. Sie ist nicht mit der Winterrinde (Drimys winteri) zu verwechseln.
Beschreibung mini|Illustration aus Medical Botany (1836) von John Stephenson und James Morss Churchill
Vegetative Merkmale Canella winterana wächst als langsamwüchsiger, immergrüner Baum bis etwa 15 Meter hoch, sie bleibt aber meist einiges kleiner. Der Stammdurchmesser erreicht etwa 25 Zentimeter. Die Borke ist rissig bis furchig und gräulich-braun.
Die wechselständigen, einfachen und kurz gestielten Laubblätter sind wechselständig und gehäuft an den Zweigenden angeordnet. Sie sind ledrig, kahl, oberseits glänzend, ganzrandig, spatelförmig oder verkehrt-eiförmig, abgerundet bis stumpf, seltener spitz oder eingebuchtet und bis 5–12 Zentimeter lang mit keilförmiger Basis. Der kurze Blattstiel ist bis 1 Zentimeter lang. Die Blätter sind mehr oder weniger drüsenbesetzt und die Nervatur ist gefiedert mit undeutlichen Seitenadern. Die Nebenblätter fehlen.
Generative Merkmale Canella winterana ist protogyn, also vorweiblich.Hanna Makowski et al.: Floral scent is different between sexual phases within individuals in a synchronously dichogamous shrub (Canella winterana) but there is no distinct female or male scent profile across individuals. In: Biochemical Systematics and Ecology. Volume 96, 2021, 104270, doi:10.1016/j.bse.2021.104270, online auf researchgate.net. Es werden endständige, rispige bis schirmrispige Blütenstände gebildet. Die kleinen, duftenden, gestielten und roten Blüten sind zwittrig mit doppelter Blütenhülle. Es sind 3 kleine, dachige, ledrige, rundliche bis leicht herzförmige und „bereifte“ Kelchblätter vorhanden. Die 5 freien, dachigen, verkehrt-eiförmigen Petalen sind fleischig und bis etwa 5 Millimeter lang. In der neutralen bis männlichen Phase sind sie innen am Grund gelblich. Es sind bis etwa 10 kurze, röhrig verwachsene, rote Staubblätter ausgebildet. Der einkammerige Fruchtknoten ist oberständig mit kurzem Griffel und schwach zweilappiger, gelber; weibliche Phase, bis rötlicher; männliche Phase, Narbe. Die Narbe schrumpft in der neutralen bis männlichen Phase zurück.Journal of the Arnold Arboretum. 55(2), 1974, S. 276, 279, online auf biodiversitylibrary.org. An der Basis der Staubblattröhre sind Nektarien vorhanden.Claudia Erbar: Nectar secretion and nectaries in basal angiosperms, magnoliids and non-core eudicots and a comparison with core eudicots. In: Plant Diversity and Evolution. 131(2), 2014, S. 63–143, doi:10.1127/1869-6155/2014/0131-0075, online auf researchgate.net.
Es werden kleine, rundliche, etwa 0,8–1,2 Zentimeter große und mehrsamige, rötliche, später schwärzliche, leicht ledrige Beeren mit kleinen Griffelresten und beständigem Kelch gebildet. Die bis zu sechs glatten, schwärzlichen, etwa rundlichen bis schwach nierenförmigen und leicht abgeflachten Samen sind 5–6 Millimeter groß.Canellaceae bei Family guide for fruits and seeds, bei DELTA.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.
Vorkommen Canella winterana hat ursprüngliche Vorkommen in Florida, im südöstlichen Mexiko, in Venezuela, in Kuba, Hispaniola, Jamaika, Puerto Rico, auf den Bahamas, den Cayman-Inseln und weiteren Inseln in der Karibik.
Taxonomie Die Gattung Canella wurde 1756 durch Patrick Browne in The Civil and Natural History of Jamaica in Three Parts Seite 275 aufgestellt. Die Erstveröffentlichung der Art erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Laurus winterana durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 371. Die Neukombination zu Canella winterana wurde 1788 durch Joseph Gärtner in De fructibus et seminibus plantarum, Band 1, Tafel 77 veröffentlicht. Weitere Synonyme für Canella winterana sind beispielsweise: Winterana canella , Canella alba , Canella obtusifolia .
Bilder
Verwendung Die Rinde wird als Zimtersatz verwendet (Weißer Zimt, Weißer Kanehl, Canel, Canella, Weiße Zimtrinde, Wilder Zimt), aber auch die Blätter werden als Gewürz genutzt. Sie werden auch als Fischgift, Barbasco, verwendet. Die getrockneten, unreifen Früchte können als Pfefferersatz genutzt werden. Vollreif sind die Beeren süß.
Die Rinde wird auch medizinisch genutzt.
Das Holz ist hart und schwer. Es sind aber nur kleineren Mengen verfügbar.
Literatur Elbert Luther Little, Frank H. Wadsworth: Common Trees of Puerto Rico and the Virgin Islands. Agriculture Handbook No. 249, USDA, 1964, S. 362 f. Henri Alain Liogier: Descriptive Flora of Puerto Rico and Adjacent Islands. Volume III, Universidad de Puerto Rico, 1994, ISBN 0-8477-2336-4, S. 248–251. Klaus Kubitzki, Jens Gunter Rohwer, Volker Bittrich: The Families and Genera of Vascular Plants. Vol. II: Flowering Plants Dicotyledons, Springer, 1993, ISBN 978-3-642-08141-5 (Reprint), S. 200–203. Gloria Andrea Murcia et al.: Angiosperm flag species for mangrove conservation in san andrés island (Colombia) are highly vulnerable and locally rare. In: Caldasia. 38(1), 2016, S. 1–16, doi:10.15446/caldasia.v38n1.57818. Wolfgang Blaschek, Rudolf Hänsel, K. Keller et al.: Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis. 5. Auflage, Folgeband 2: Drogen A–K, Springer, 1998, ISBN 978-3-642-63794-0 (Reprint), S. 277 ff. Daniel F. Austin: Florida Ethnobotany. CRC Press, 2004, ISBN 0-8493-2332-0, S. 162 ff. Adolf Engler, Carl Prantl: Die natürlichen Pflanzenfamilien. III. Teil, Abteilung 6 und 6a, Verlag Engelmann, 1895, S. 314–318, online auf biodiversitylibrary.org.
Weblinks
Canella winterana bei Useful Tropical Plants. Canella bei NYBG. Canella winterana bei Plantsystematics (Bilder). Canella winterana im Lexikon der Arzneipflanzen und Drogen.
Einzelnachweise William Fawcett, Albert Barton Rendle: Flora of Jamaica. Volume V., 1926, S. 207 f, Fig. 82, online auf biodiversitylibrary.org. G. C. Wittstein: Handwörterbuch der Pharmakognosie des Pflanzenreichs. Trewendt, 1882, S. 157 f.
Kategorie:Bedecktsamer Kategorie:Magnoliopsida Kategorie:Baum Kategorie:Rindengewürz Kategorie:Blattgewürz Kategorie:Fruchtgewürz