Groß Baltruschehlen, 1935 bis 1945 Grüneichen, , ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich an einer Nebenstraße von Meschduretschje (Kauschen, sechs Kilometer südwestlich) nach Djatlowo (Kaliningrad) (Neuweide, fünf Kilometer östlich).
Geschichte mini|Die Gemeinde Grüneichen (Groß Baltruschehlen) auf einem Messtischblatt von 1935 Baltruschelen, auch Laschinnen genannt, wurde im Jahr 1688 als Schatulldorf gegründet.Erwin Spehr: Aus der Geschichte des Kreises Schloßberg (Pillkallen), auf wiki.genealogy.netJohann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 9. Um 1870 bestand die Landgemeinde Baltruschelen aus den beiden Ortsteilen Grossbaltruschelen und Kleinbaltruschelen (). 1874 wurde sie namensgebend für einen neu gebildeten Amtsbezirk im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Grüneichen Seit der ersten Hälfte der 1880er Jahre hieß die Landgemeinde Groß Baltruschehlen. 1935 wurde sie in Grüneichen umbenannt.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Einen russischen Namen bekam er nicht mehr.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 170 1871 179 Davon in Grossbaltruschelen 156, in Kleinbaltruschelen 22Die Summe geht nicht ganz auf, offenbar ein Fehler in der Quelle. 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 169 Davon in Klein Baltruschehlen 21 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 134 Davon in Klein Baltruschehlen 16 1910 150 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 138 1939 148
Amtsbezirk Baltrusche(h)len (Grüneichen) 1874–1945 Der Amtsbezirk Baltruschelen wurde 1874 im Kreis Pillkallen eingerichtet. Er bestand zunächst aus 14 Landgemeinden (LG) und zwei Gutsbezirken (GB).Die Zugehörigkeit der in der Quelle aufgeführten Landgemeinde Kamanten erscheint ungewiss, vgl. Uslowoje. In der ersten Hälfte der 1880er Jahre wurde die Schreibweise in Baltruschehlen geändert. 1935 wurde der Amtsbezirk in Grüneichen umbenannt.
Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Bemerkungen Baltrusche(h)len (LG) Grüneichen (1935) Blumenthal (LG) Lugowoje wurde 1922 in den Amtsbezirk Schmilgen umgegliedert Brödlaugken (LG) Bröden Melnitschnoje Drozwalde (GB) Darwino seit 1928 in einem anderen Zuschnitt LG Droszwalde Girrehlischken A (LG) Krasnoselskoje 1928 an die LG Droszwalde angeschlossen Girrehlischken B (LG) Ebenwalde Groß Jodupönen (LG) Schwarzfelde Grünwalde (LG) Iwenberg (LG) Klein Jodupönen (LG) Kleinsorge Sumarokowo Klein Meschkuppen (LG) Bärenbach (Ostpr.) seit 1922, vorher im Amtsbezirk Spullen Neu Stonupönen (LG) Hagenrode Neuweide (GB) Djatlowo seit 1928 LG Orupönen (LG) Grünrode Sinjawino Trakeningken (LG) Ritterswalde (1930) Uszgirren (LG) Waldenau (1930) (Neu) Wingeruppen (LG) 1928 zur LG Neuweide
Im Oktober 1944 umfasste der Amtsbezirk noch 14 Gemeinden: Bärenbach (Ostpr.), Bröden, Drozwalde, Ebenwalde, Grüneichen, Grünrode, Grünwalde, Hagenrode, Iwenberg, Kleinsorge, Neuweide, Ritterswalde, Schwarzfelde und Waldenau.
Kirche Groß Baltruschehlen/Grüneichen gehörte zum evangelischen Kirchspiel Rautenberg.
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk Kategorie:Ort in Ostpreußen