mini|Nordwestflügel der Klostergebäude
Das Benediktinerinnenkloster Niederprüm war eine Abtei der Benediktinerinnen in Prüm-Niederprüm. Es bestand von 1190 bis zur Säkularisation 1802.
Geschichte Als die Abtei Susteren zum Ende des 12. Jahrhunderts zerstört wurde, floh die Äbtissin Sophie von Vianden zu Gerhard von Vianden, Abt von Prüm, der für sie, zusammen mit weiteren Mitgliedern der Familie, 1190 das Kloster Niederprüm stiftete, dessen erste Äbtissin sie wurde. Für die Klosterkirche erhielt Niederprüm die 844 von Abt Markward mitgebrachten Reliquien der heiligen Märtyrer Gordianus und Epimachus. Das Kloster war immer ein Stift für adelige Damen. Im 15. Jahrhundert übernahm es die Statuten der Bursfelder Kongregation. 1576 gingen die Rechte der Abtei Prüm über Niederprüm an Trier über. Mehrfach rekrutierten sich die Äbtissinnen aus dem Trierer Kloster St. Irminen. 1794 kam es durch die Französische Revolution zur inoffiziellen und 1802 zur offiziellen Auflösung des Klosters.
Die heutigen Gebäude stammen aus den 1670er Jahren und wurden im 18. Jahrhundert umgestaltet und erweitert. 1920 kaufte der Vinzentinerorden das Kloster und richtete 1925 ein Progymnasium ein, das, nach Unterbrechung von 1939 bis 1945, seit 1965 den Namen Vinzenz-von-Paul-Gymnasium trägt. 2024 teilte der Orden mit, das Gymnasium aufgeben zu wollen. Grund seien die Überalterung der Gemeinschaft und der fehlende Ordensnachwuchs. Die Schülerinnen und Schüler sollen vom Prümer Regino-Gymnasium übernommen werden, für eine Übergangszeit wird weiterhin Unterricht in Niederprüm stattfinden, danach ist ein Verkauf der Klostergebäude vorgesehen.https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/trier/endgueltiges-aus-fuer-vinzenz-von-paul-gymnasium-in-pruem-100.html
Die Kirche St. Gordianus und Epimachus war als Doppelkirche von Anfang an Kloster- und Pfarrkirche.
Äbtissinnen 1. 1190–1212: Sophie von Vianden 2. 1212–? : Alveradis 3.– 6. : nicht bekannt 7. 1291–1334: Gertrud von Schönecken 8. 1334–1357: Ida von Dasburg 9. 1357–1359: Adelheidis von Beyvels/Byvels/Bivels 10. 1359–1397: Katharina von Eltz oder Eller 11. 1397–1426: Anna von Schönberg 12. 1429–1450: Thonissa von Enschringen (Escherange) 13. 1450–1478: Mechtildis von Kassel 14. 1478–1489: Margaretha von Rindorff 15: 1489–1507: Katharina von Elver oder Ore 16. 1507–1520: Klara von Hersdorf 17. 1520–1533: Klara von Ahr 18: 1533–1570: Margaretha von Byvels/Bivels oder Beveren 19: 1570–1605: Katharina von Benzerath 20. 1605–1611: Magdalena von Nassau 21. 1612–1631: Nicola von Lenoncourt 22. 1631–1666: Gertrudis Lachen von Wampach 23. 1666–1673: Margaretha von Montplainchamps 24. 1673–1694: Anna Magdalena von Montplainschamps (1624–1706) 25. 1694–1709: Maria Scholastica von Wentz (aus Niederlahnstein) 26. 1709–1720: Gertrudis d’Angly 27. 1720–1727: Maria Constantia von Modart 28. 1727–1743: Anna Christina de Laitres († 1747) 29. 1743–1766: Maria Agnes von Bendeleben 30. 1766–1794: Johanna Antoinetta von Lüderitz (aus Würzburg, † 1799) 31. 1794–1802: Scholastica von Hoefnagel (nominell, † 1825)
Siehe auch Liste von Sakralbauten in Rheinland-Pfalz#Eifelkreis Bitburg-Prüm Liste der Benediktinerinnenklöster
Literatur Eiflia sacra oder Geschichte der Klöster und geistlichen Stiftungen der Eifel zugleich Fortsetzung resp. Schluss der Eiflia illustrata von Schannat-Bärsch. Bearbeitet von Carl Schorn. Band 2. Hanstein, Bonn 1889, S. 407–423.
Weblinks Ehemaliges Klostergebäude in der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier
Einzelnachweise
PrumNiederprum Kategorie:Geschichte (Prüm) Kategorie:Christentum in Prüm Kategorie:Kulturdenkmal in Prüm Kategorie:Organisation (Eifelkreis Bitburg-Prüm) Niederprüm Kategorie:Aufgelöst 1802