Gozd ( Gust) ist ein Dorf und Schulzenamt der Stadt-und-Land-Gemeinde Bobolice (Bublitz) im Powiat Koszaliński der Woiwodschaft Westpommern in Polen.
Geographische Lage Das Kirchdorf liegt in Hinterpommern, etwa sechs Kilometer nördlich von Bobolice (Bublitz) und 33 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Koszalin (Köslin) an dem Flüsschen Gozel. mini|hochkant|Dorfkirche, bis 1945 evangelisch (2014)
Geschichte Um 1784 hatte das Dorf Gust, zu dem ein landesherrliches Domänen-Vorwerk mit einem Areal von mehr als 637 Morgen gehörte, 21 Bauern, sechs Kossäten, zehn Büdner, unter denen sich auch zwei Holzwärter befanden, einen Schulmeister, einen auf dem kircheneigenen Gelände wohnhaften Büdner und insgesamt 42 Feuerstellen (Haushaltungen).Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 541, Ziffer (6). Damals waren acht der Bauern und zwei der Kossäten auf dem Vorwerk dienstpflichtig.Ludwig Wilhelm Brüggemann, 1784, ebenda, S. 543, Ziffer (4).
Im 19. Jahrhundert verfügte das einwohnerreichste Dorf im Amt Bublitz über ein eigenes Schulhaus. Um 1861 hatte das Bauerndorf 110 Wohnhäuser und 120 Ställe, Scheunen und andere landwirtschaftliche Gebäude.
Im Jahr 1945 gehörte Gust zun Landkreis Köslin im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs.
Die Region wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Gust kam gemäß dem Potsdamer Abkommen an die Volksrepublik Polen. Die Dorfbevölkerung wurde vertrieben.
Bevölkerungsentwicklung + Bevölkerungsentwicklung bis 1945 Jahr Einwohner Anmerkungen 1818 424 königliches KirchdorfAlexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preußischen Staats, Band 2: G–Ko, Halle 1821, S. 107. 1843 653 in 70 Wohnhäusern, einschließlich des Neu-Bublitz genannten VorwerksHeinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 295. 1852 898 Topographisch-statistisches Handbuch des Preußischen Staats (Kraatz, Hrsg.). Berlin 1856, S. 213. 1861 1067 in 193 Familien 1864 1129 am 3. Dezember, auf einer Gesamtfläche von 7969 MorgenPreußisches Finanzministerium: Die Ergebnisse der Grund- und Gebäudesteuerveranlagung im Regierungsbezirk Köslin (4. Kreis Fürstenthum). Berlin 1866, S. 18–24, Ziffer 122. 1867 1093 Domänen-Amtsdorf, am 3. DezemberPreußisches Statistisches Landesamt: Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preußischen Staates und ihre Bevölkerung (VIII. Kreis Schlawe). Berlin 1873, S. 128–129, Ziffer 20. 1871 1095 Domänen-Amtsdorf, am 1. Dezember, sämtlich Evangelische 1910 947 am 1. Dezember, Dorf mit GutGust, Landkreis Köslin, in: Meyers Gazetteer (mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer alten Landkarte der Umgebung von Gust) 1925 952 1933 1055 1939 945
+ Weitere Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner Anmerkungen 1998 331 2011 298 Volkszählung 2021
Söhne und Töchter des Ortes Hermann Falkenhagen (1828–1902), deutscher Kommunalpolitiker, Bürgermeister von Trarbach, Meisenheim und Sankt Johann
Siehe auch Liste der Orte in der Provinz Pommern
Literatur Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinter-Pommern. Teil II, Band 2: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Cößlin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 541, Ziffer (6). Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogthums Pommern und des Fürstenthums Rügen. Teil III, Band 1, Anklam 1867, S. 295.
Fußnoten
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Westpommern Kategorie:Gmina Bobolice Kategorie:Ort in Pommern