mini|Stadtgarten mini|Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus Der Stadtgarten ist ein anfangs 6 Hektar und heute rund 22 HektarStadt Gelsenkirchen: Stadtgarten Zeppelinallee; abgerufen am 15. Januar 2022 großer Volkspark im Stadtteil Gelsenkirchen-Altstadt.

Er wurde 1897 zum 100. Geburtstag Kaiser Wilhelms I. vom damaligen Oberbürgermeister Friedrich Wilhelm Vattmann (1847–1902) eröffnet und nach dem Herrscher benannt. Als Grundfläche diente zunächst der ehemalige Bauernhof der Familie Schalke. Es erfolgten 1901/02, 1912, 1914 und 1918 umfangreiche Erweiterungen mit Stadthalle, Musikpavillon, Palmenhaus, Eselstall und Kinderspielplätzen sowie einem Grünzug mit Kleingartenanlagen für die Bewohner des inzwischen dicht besiedelten Innenstadtviertels. 1933 erlangte der Park seine heutige Form nach dem Umbau durch den Gartendirektor Ludwig Simon (1870–1933)Ludwig Simon auf gelsenkirchener-geschichten.de, abgerufen am 12. Januar 2023., im Volksmund wird er daher auch teilweise Simonsberg genannt. 1944 durch Bomben stark zerstört, wurde er 1949 wieder instand gesetzt. Nördlich der Zeppelinallee entstand 2009 ein japanischer Garten im Kare-san-sui-Stil. Ebenfalls im Norden wurde ein Lehrgarten zur Geschichte der Blütenpflanzen angelegt. Außerdem gibt es einen Rosengarten und einen Wassergarten mit Wechselbepflanzung.

Der Stadtgarten liegt westlich des Gelsenkirchener Stadtzentrums. Südlich wird er vom Schwarzbach begrenzt, nördlich liegen die Evangelischen Kliniken und ein Hotelhochhaus, westlich der Stadtteil Feldmark mit der Kleingartenanlage „Schwarzmühle“ sowie dem Freibad und dem Revierpark Nienhausen. Die Zeppelinallee durchschneidet den Park in Ost-West-Richtung.

Im Stadtgarten gibt es drei Erinnerungsorte: Die Ermordung von „Ostarbeitern“ im StadtgartenStadt Gelsenkirchen: Die Ermordung von "Ostarbeitern" im Stadtgarten; abgerufen am 15. Januar 2022Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges fanden im Stadtgarten Erschießungen von Zwangsarbeitern statt, ihre dort verscharrten Leichen wurden auf Betreiben der Briten im Frühjahr 1946 exhumiert. Der Prozess gegen einen SA-Scharführer endete – aus Mangel an Beweisen – mit einem Freispruch. Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus Erinnerungsstele für die deutschen Kriegsgefangenen

Heute enthält der Stadtgarten mit einem Enten- und Schwanenteich, einer Reihe von kleineren Becken mit Wasserspielen, Nordic Walking Strecken, einem Restaurant, den Sportanlagen des Gelsenkirchener Tennisclubs, dem Naturfreundehaus Fritz Bohne, zahlreichen Spazierwegen und Sitzbänken sowie weitläufigen Wiesen und verschiedenen Skulpturen alles, was ein Stadtpark bieten sollte.

Musikpavillon und kulturelle Nutzung Der 1963 neu erbaute Musikpavillon im südlichen Teil des Stadtgartens wurde als Konzertmuschel errichtet und entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem zentralen Veranstaltungsort für kulturelle Ereignisse im Stadtgarten. Insbesondere die seit 1990 stattfindende Konzertreihe „SommerSound“ nutzt den Pavillon als Bühne für Open-Air-Konzerte. Seit 2006 liegt der Schwerpunkt vor allem im Bereich Folk- und Weltmusik. Die Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt statt.

Neben Musikveranstaltungen wurde der Pavillon auch für Stadtfeste, Jubiläumsveranstaltungen, politische Veranstaltungen, Kulturprogramme und andere öffentliche Veranstaltungen genutzt.

Brand und Zerstörung 2026 Ende März 2026 wurde der Musikpavillon durch einen Brand schwer beschädigt und damit zum größten Teil zerstört. Erste Ermittlungen ergaben, dass eine natürliche Brandursache ausgeschlossen werden kann.

Nach einer statischen Untersuchung stellte sich heraus, dass die Dachkonstruktion aufgrund der Brandschäden nicht erhalten werden kann und daher abgebaut werden muss. Anschließend sollen weitere Untersuchungen der verbliebenen Bauteile erfolgen.

Der Brand des Musikpavillons löste in Gelsenkirchen öffentliche Diskussionen über einen Wiederaufbau aus, da der Pavillon als wichtiger Ort für Kulturveranstaltungen und Begegnungen im Stadtgarten gilt.

Siehe auch Liste von Parkanlagen in Nordrhein-Westfalen

Weblinks

Stadtgarten Gelsenkirchen auf gelsenkirchener-geschichten.de Stadtgarten Gelsenkirchen auf gaerten-in-westfalen.de Erinnerungsorte – eine Aktion von Stadt Gelsenkirchen, Institut für Stadtgeschichte und Demokratischer Initiative, 2017

Einzelnachweise

Kategorie:Parkanlage in Gelsenkirchen Kategorie:Wilhelm I. als Namensgeber Kategorie:Erbaut in den 1890er Jahren Kategorie:Parkanlage in Europa Kategorie:Route der Industriekultur (Gelsenkirchen)