Metropolitanskolen war ein Gymnasium in Dänemark, das zuletzt in der Struenseegade im Stadtteil Nørrebro in Kopenhagen lag. Das Gymnasium wurde im Jahr 1209 von Peder Sunesen, der Bischof in Roskilde war, gegründet. Über den Zeitraum von 800 Jahren entwickelte sich die Schule von einer römisch-katholischen Klosterschule zur Lateinschule und später zur Eliteschule für die gesellschaftliche Oberschicht als Gymnasium. Während ihrer letzten Jahre bekam die Schule wirtschaftliche Probleme und wurde im Jahr 2010 mit dem Østre Borgerdyd Gymnasium zum neuen Gefion Gymnasium zusammengelegt.

Geschichte Die Vor Frue Skole wurde 1209 vom Bischof von Roskilde Peder Sunesen gleichzeitig mit der Gründung des kleinen Kapitels, einer Versammlung angesehener Priester in der Vor Frue Kirke () auch Dom zu Kopenhagen () in Kopenhagen gegründet und hieß damals Domskolen oder Vor Frue Skole. Die Schule und das Kapitel waren gemeinsam für die Ausbildung von Priestern und anderen Geistlichen verantwortlich.

Die Schule befand sich 1377 nördlich der Liebfrauenkirche in der Nähe von Nørregade, wurde aber 1468 an einen Ort südlich der Kirche zwischen der heutigen Dyrkøb und Skindergade verlegt, wo sich heute Soldins Stiftelse () befindet. Hier hatte die Schule bis 1807 ihren Standort.

Während der Reformation wurde die Schule von der Verwaltung der Stadt Kopenhagen betreut, und die drei Pfarrkirchen der Stadt, Vor Frue Kirke, Helligåndskirken () und Nicolaikirche, verpflichteten sich im Jahr 1548, zu ihrer Restaurierung und Erhaltung beizutragen; gleichzeitig wurde vereinbart, dass der Schulmeister zusammen mit einem Schüler den Kirchengesang in der Liebfrauenkirche leiten sollte. Dabei stand die Schule in engem Kontakt mit der Universität, deren Rektor zum Dozent für Musik wurde, der die Studenten in theoretischen und praktischen Musikfächern unterrichtete.

Seit der Reformation und 200 Jahre später galt die Schule als Armenschule. Das änderte sich 1797, als sie eine Versuchsschule wurde, in der die große Lateinschulreform von 1805 bis 1809 erprobt werden sollte. Nur eine kleine, ausgewählte Gruppe von Schülern durfte bleiben. Im Jahr 1801 änderte sich auch, dass die Schüler nicht mehr in der Kirche singen mussten, stattdessen wurde den Eltern nun Schulgeld in Rechnung gestellt. So entwickelte sie sich auch zu einer Schule für die besser gestellte Bürgerschaft. Die Schule war als Institution für die Elite, den gehobenen Mittelstand und das Bürgertum bekannt, und sollte nicht zuletzt eine Knabenschule sein. Erst im Jahr 1923 bekam die Schule eine erste Schülerin, Olga Geertzen, 50 Jahre nachdem Frauen an der Universität zugelassen worden waren.

In den letzten Jahren war die Grundhaltung der Schule ganz anders, und man hatte es geschafft, sie im Laufe der Zeit zu öffnen und zu verändern. Im Jahr 2009 wurde die Schule von neuen Finanzierungsmodellen hart getroffen, die auf die Gymnasien zugeschnitten waren, die die meisten Schüler am schnellsten zur Abiturprüfung brachten. Die Schule tat sich schwer, Schüler zu gewinnen und finanziell gut ausgestattet zu sein. Am Ende war sie als eine der dänischen Gymnasien bekannt, die den höchsten Schüleranteil von Migranten der zweiten Generation aufwies.

Im Jahr 2009 feierte die Schule ihr 800-jähriges Bestehen. Aber im Jahr 2010 wurde sie geschlossen und mit dem Østre Borgerdyd Gymnasium zum neuen Gefion Gymnasium zusammengelegt.

Schulgebäude und Standorte Ende des 16. Jahrhunderts wurde an der alten Stelle vom Baumeister Jørgen Skult ein neues Schulgebäude errichtet (1599 fertiggestellt) und im Jahr 1634 ein Anbau in Richtung Skindergade, als Wohnung für den Rektor, den Konrektor und die Studenten, angefügt.

Die Schule wurde beim Kopenhagener Brand 1728 zerstört, aber bereits 1731 wieder aufgebaut. Der Neubau, von Grund aufgemauert, war 35 Meter lang mit zwei Stockwerken und einem Flügel gegenüber dem Friedhof Frue. Er beherbergte neben den Schulräumen auch Räume für die Studenten, während Rektor und Konrektor gegenüber der Skindergade ein separates Wohnhaus erhielten.

Bei der Bombardierung Kopenhagens im Rahmen eines Angriffs der britischen Flotte im Jahr 1807 wurde die Schule erneut zerstört und der Unterricht fand bis 1808 im Waisenhaus (), dann im Pfarrhaus Trinitatis in der Kannikestræde statt. Erst 1811 wurde mit dem Bau eines neuen Schulgebäudes in der Fiolstræde am Ende von Frue Plads begonnen. Das vom dänischen Architekten Christian Frederik Hansen (1756–1845) entworfene Gebäude wurde am 23. April 1816 eingeweiht.

Das Hauptgebäude im klassizistischen Stil bestand aus einem Keller und zwei Stockwerken und trug über der Fassade die lateinische Inschrift „Disciplina sollerti fingitur ingenium“ (). Durch eine Mauer war das Gebäude mit einer Turnhalle verbunden. In den Jahren 1832–1833 errichtet man an der Straßenseite südlich des durch eine Mauer mit Tor verbundenen Hauptgebäudes eine neue Sporthalle.

Das Gebäude von Christian Frederik Hansen war nur für eine Schule mit 100 Schülern konzipiert. Nach der Einführung der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtung im Jahr 1871 und der Neusprachlichen Fachrichtung im Jahr 1903 stieg die Schülerzahl und damit der Platzbedarf stark an. Als keine Erweiterungsmöglichkeit bestand, wurde die Schule 1938 in ein Gebäude in der Struensegade verlegt, das bis dahin das Femmers Kvindeseminarium () und später die Hans Egedesgades Skole beherbergt hatte, die mit dem Einzug der Metropolitanskolen geschlossen wurde.

Das freie Gebäude der Metropolitanskolen übernahm die Universität und nutzte es für die Lehre, tagsüber hauptsächlich für Juristen und Theologen, abends auch für Studenten der Folkeuniversitetet und der Studieskolen. Ende 2016 hat die Universität das Gebäude von Christian Frederik Hansen im Zuge des Umzugs der Rechtswissenschaftlichen und der Theologischen Fakultät auf den Campus Süd aufgegeben.

Nach der Schließung des Gymnasiums Metropolitanskolen im Jahr 2010 übernahm das Det fre Gymnasium das Gebäude in der Struensegade und errichtete dort eine weitere Filiale.

Namensgebung Metropolitanskolen Durch königlichen Beschluss vom 19. September 1817 erhielt die Schule den Namen Metropolitanskolen. Im Jahr 1802 wollte die Schulleitung den alten Namen Vor Frue Skole durch die pompöseren Namen Vor Frue Latinske Chatedralskole () oder Københavns Katedralskole () ersetzen, was jedoch auf Widerstand der Domschule in Roskilde () stieß. Hier wurde argumentiert, dass es in der Diözese nur eine Domschule geben könne. Darüber hinaus war der Dom von Roskilde () immer noch der Dom der Diözese Sjælland und die Roskilde Katedralskole die Diözesan-Domschule, obwohl der Bischof seit der Reformation in Kopenhagen lebte und die Liebfrauenkirche seitdem einen inoffiziellen Status als Dänemarks Hauptkirche hatte. Das Ergebnis war 1817 als eine Art Kompromiss der neue Name Metropolitanskolen.

Kritik an den Erziehungsmethoden der Schule Die Schule wurde landesweit durch den 1940 erschienen satirischen Roman „Der versäumte Frühling“ () des dänischen Schriftstellers Hans Scherfig (1905–1979) bekannt. Er thematisiert die inhumanen Erziehungsmethoden, die die Schulzeit des Autors auf der Metropolitanskolen geprägt hatten. So übersetzte Scherfig beispielsweise in seinem Buch die lateinische Inschrift auf dem Schulgebäude (siehe oben) mit: „Ohrfeigen sind gut für die geistige Entwicklung“.

Zeitleiste 1209: wurde vermutlich zusammen mit Vor Frue Kirke kapitel gegründet und hieß Domskolen oder Vor Frue Skole () 1246: ein Direktor Toti an der Schule wird erwähnt 1377: Schule lag nördlich der Vor Frue Kirke an der Nørregade 1468: Schule lag südlich der Vor Frue Kirke zwischen der heutigen Dyrkøb und Skindergade 1807: die Schule wurde während des Bombenangriffs Anfang September zerstört, vorübergehender Unterricht im Waisenhaus und später im Pfarrhaus Trinitatis 1816: am 23. April Einweihung des neuen Schulgebäudes in der Fiolstræde östlich der Vor Frue Kirke, entworfen von Christian Frederik Hansen 1817: durch königlichen Beschluss vom 19. September erhielt die Schule den Namen Metropolitanskolen 1923: Mädchen bekamen Zugang zum klassisch-sprachlichen Zweig des Gymnasiums 1938: Umzug in die Struenseegade 50, ein Gebäude entworfen von Alf Cock-Clausen 1955: Mädchen bekamen Zugang zum neusprachlichen Zweig des Gymnasiums 1957: Mädchen bekamen Zugang zum mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig des Gymnasiums 1986: die Schule wurde am 1. Januar von der Stadt Kopenhagen übernommen 2007: die Schule wurde am 1. Januar zu einer Selbstverwaltungseinrichtung des Staates 2009: die Schule feiert 800-jähriges Jubiläum 2009: Ausgabe von zwei Briefmarken, entworfen von Roald Als durch die Post Danmark in Anlehnung an das 800-jährige Jubiläum der Schule 2010: die Schule wird zusammengelegt mit Østre Borgerdyd Gymnasium unter dem Namen Gefion Gymnasium

Bekannte Absolventen der Schule