mini|Hervortretende Vene mit blutiger Auflagerung bei perianaler Thrombose mini|Kleine nicht behandlungsbedürftige Perianalthrombose Bei der Perianalthrombose (vollständig: Perianalvenenthrombose, kurz auch Analthrombose) handelt es sich um eine schmerzhafte Schwellung im Bereich des Afters, die durch ein Blutgerinnsel in den oberflächlichen Venen verursacht wird. Sie kann mit einer Hämorrhoide verwechselt werden.
Ursachen In StudienÄtiologie der thrombosierten äußeren Hämorrhoiden: eine Fragebogen-Studie. veröffentlicht am 23. Oktober 2009, abgerufen am 30. Mai 2010H. Rohde: Schädigung der Analhaut durch Nassreinigung. In: Dtsch Med Wochenschr, 130 (15), 15. April 2005, S. 974 f.W. Sonnentag: Injury to the anal mucosa by anal cleaning using water. Kommentar. In: Dtsch Med Wochenschr, 15. April 2005, 130 (15), S. 974 f., PMID 15812727 diskutierte Risikofaktoren sind: Alter < 46 Jahre übermäßige körperliche Anstrengung Verwendung von trockenem Toilettenpapier in Kombination mit feuchten Reinigungsmethoden nach dem Stuhlgang. In der Leitlinie AWMF-Leitlinie Thrombose Nr. 081/002 12/2002 werden zusätzlich noch diese möglichen Ursachen genannt: Sitzen auf kalten Flächen schwülwarmes Wetter gesteigerter Druck im Bauch (z. B. beim Husten, Heben, beim Pressen) Schwangerschaft und Geburt hormonelle Faktoren Ernährung (Alkohol, Gewürze) Mechanische Einflüsse (proktologische Eingriffe, Analverkehr) Durchfall vergrößerte Hämorrhoidalpolster Oft ist keine eindeutige Ursache nachweisbar.
Symptome Kommt es zu einer Perianalthrombose, bilden sich innerhalb kurzer Zeit ein oder mehrere bläulich-rote schmerzhafte Knoten am Afterrand. Ein Knoten kann dabei mehrere Thromben enthalten und Kirschgröße erreichen, in seltenen Fällen sogar Pflaumengröße.
Therapie Die Thrombose kann sich nach wenigen Tagen oder Wochen selbstständig zurückbilden. Klingen die Schmerzen bereits wieder ab, soll entweder gar nicht oder nur konservativ behandelt werden. In akuten Fällen, vor allem bei starken Schmerzen, wird die Perianalthrombose unter örtlicher Betäubung mit einem Schnitt geöffnet und die Thromben werden herausgedrückt. Danach tritt in der Regel schnell eine folgenlose Heilung ein. Gelegentlich können später als Komplikation Marisken entstehen. Diesen Eingriff können Proktologen, Chirurgen, Dermatologen und einige Hausärzte durchführen.
Als lindernde Maßnahmen eignen sich orale Schmerzmittel, etwa nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen, spezielle Salben oder Zäpfchen. Letztere sollten frei von Bufexamac sein, weil aufgrund der Auslösung von Kontaktekzemen die Zulassung mit sofortiger Wirkung am 5. Mai 2010 vom BfArM widerrufen wurde.Bufexamac-haltige Arzneimittel zur topischen Anwendung … keine zweijährige Frist für Abverkauf. BfArM-Feststellungsbescheid vom 5. Mai 2010, abgerufen am 30. Mai 2010 Bisher war es in vielen Mitteln zur Behandlung von Hämorrhoiden enthalten.
Weblinks AWMF Patienteninformationen Analthrombose. (PDF; 154 kB) abgerufen am 10. April 2011 AWMF-Online Analthrombose. (PDF; 163 kB) abgerufen am 23. Oktober 2015
Einzelnachweise
Kategorie:Krankheitsbild in der Chirurgie Kategorie:Krankheitsbild in der Proktologie Kategorie:Anus