Harry Kalenberg (* 3. März 1921 in Köln; † 12. August 1993) war ein österreichischer Schauspieler, Regisseur und Synchronsprecher.
Leben Der Sohn des Kammersängers Joseph Kalenberg nahm zunächst Schauspielunterricht bei Wilhelm Klitsch in Wien und besuchte anschließend das dortige Max-Reinhardt-Seminar. 1943 erhielt er ein erstes Gastengagement am renommierten Wiener Burgtheater. Es folgten Engagements in Wien (u. a. Theater in der Josefstadt), Linz, Salzburg, Bielefeld, Graz, Baden-Baden und Göttingen. Ab 1965 war Kalenberg freischaffend tätig und gab Gastauftritte an zahlreichen deutschsprachigen Bühnen.
Ab 1960 fand Kalenberg auch verstärkt Aufgaben in Film und Fernsehen. Er spielte in Fernsehfilmen wie als Generaloberst Friedrich Fromm in Operation Walküre über das Attentat vom 20. Juli 1944 sowie neben Rolf Boysen im aufwendigen Mehrteiler über Leben und Tod Wallensteins nach Golo Manns Wallenstein-Biographie, in Bühnenadaptionen wie Max Frischs Biedermann und die Brandstifter (1967), in Fernsehserien und Mehrteilern wie Das Kriminalmuseum, Die Powenzbande (neben Gustav Knuth), Derrick, Der Kommissar, Der Alte und insgesamt sechs Krimis der Tatort-Serie, aber auch in seichten Produktionen wie Liebesspiele junger Mädchen und Mache alles mit. Daneben übernahm er auch in internationalen Produktionen kleinere Parts, so neben David Niven im Kriegsdrama Bevor der Winter kommt und in Ingmar Bergmans Das Schlangenei.
Darüber hinaus war Harry Kalenberg umfangreich in der Synchronisation tätig und lieh seine sonore Stimme u. a. dem Verteidigungsminister (Geoffrey Keen) im James-Bond-Film Moonraker, Forrest Tucker in der Fernsehserie Dusty, Dusty! und dem Wirt Butterblume in der 1978 entstandenen Zeichentrickadaption von J. R. R. Tolkiens Der Herr der Ringe. In der Fantasy-Serie Bezaubernde Jeannie synchronisierte er den jeweiligen Vorgesetzten von Larry Hagman – insgesamt sechs verschiedene Generals mit jeweils unterschiedlichen Darstellern. Einem jüngeren Publikum dürfte seine Stimme vor allem als Maikäfer Kurt in der Zeichentrickserie Biene Maja vertraut sein. Außerdem wirkte Kalenberg bei verschiedenen Hörspielproduktionen mit, so als Steinbeißer in der Adaption von Michael Endes unendlicher Geschichte.
Am 12. August 1993 starb Harry Kalenberg im Alter von 72 Jahren. Seine Grabstätte ist auf dem Waldfriedhof in Gauting zu finden.
Filmografie (Auswahl) 1960: Die eiskalte Nacht 1964: Die Geschichte von Joel Brand 1966: Portrait eines Helden 1966: Das Kriminalmuseum: Das Etikett 1966: Begründung eines Urteils (Fernsehfilm) 1967: Kurzer Prozeß 1967: Biedermann und die Brandstifter 1967: Sie schreiben mit: Die rosa Bluse 1968: Graf Öderland 1968: Frau Wirtin hat auch einen Grafen 1969: Ein Dorf ohne Männer 1969: Ende eines Leichtgewichts 1969: Bevor der Winter kommt (Before Winter Comes) 1971: Mache alles mit 1972: Liebesspiele junger Mädchen 1972: Tatort: Kennwort Fähre (Fernsehreihe) 1973: Der Vorgang 1973: Okay S.I.R.: Hostessen mit kleinen Fehlern 1974: Der kleine Doktor: Eine bemerkenswerte Nichte 1974: Die Powenzbande 1974: Der Monddiamant 1975: Tatort: Als gestohlen gemeldet 1975: Tatort: Die Rechnung wird nachgereicht 1975: Der Kommissar: Die Kusine 1976: Derrick: Der Mann aus Portofino 1976: Tatort: Abendstern 1977: Das Schlangenei (The Serpent’s Egg) 1978: Wallenstein 1979: Tatort: Ende der Vorstellung 1979: Das Ding 1979: Der Alte – Illusionen über einen Mord 1980: Ehen vor Gericht, Folge 48 1980: Tatort: Herzjagd 1984: Die Krimistunde (Fernsehserie, Folge 12, Episode: „Lebendig begraben“) 1985: Geschichten aus der Heimat (Fernsehserie) Episode: Ortsgespräch 1986: Tatort: Riedmüller, Vorname Sigi 1990: Forsthaus Falkenau
Hörspiele 1966: Arthur Conan Doyle: Der Hund von Baskerville (Inspektor Lestrade) – Regie: Heinz-Günter Stamm (Hörspielbearbeitung, Kriminalhörspiel – BR) 1967: Eduard von Keyserling Abendliche Häuser – Regie: Fritz Schröder-Jahn (Hörspiel – BR) 1968: Oskar Zemme: Angelo (Bürgermeister) – Regie: Ferry Bauer (Hörspiel – ORF Oberösterreich) 1969: Cesare Meano: Mutmassungen über Salome (Artaxias) – Regie: Ferry Bauer (Hörspielbearbeitung – ORF Oberösterreich) 1977: Karel Čapek: R.U.R. – Aufstand der Roboter – Regie: Ferry Bauer (Hörspielbearbeitung, Science-Fiction-Hörspiel – ORF Oberösterreich)
Literatur Hermann J. Huber: Langen Müller’s Schauspielerlexikon der Gegenwart. Deutschland. Österreich. Schweiz. Albert Langen • Georg Müller Verlag GmbH, München • Wien 1986, ISBN 3-7844-2058-3, S. 475.
Weblinks
Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Theaterschauspieler Kategorie:Synchronsprecher Kategorie:Hörspielsprecher Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1921 Kategorie:Gestorben 1993 Kategorie:Mann