Die Samtgemeinde Gieboldehausen ist ein Gemeindeverband im Landkreis Göttingen in Niedersachsen. Verwaltungssitz der Samtgemeinde ist der Flecken Gieboldehausen.
Verbandsgliederung Der Samtgemeinde Gieboldehausen gehören zehn Mitgliedsgemeinden an, in denen mit Stand vom insgesamt Einwohner leben. Gemeinde Einwohner 20px Bilshausen 20px Bodensee 20px Gieboldehausen, Flecken 20px Krebeck mit Ortsteil 20px Renshausen 20px Obernfeld 20px Rhumspringe mit Ortsteil 20px Lütgenhausen 20px Rollshausen mit Ortsteil 20px Germershausen 20px Rüdershausen 20px Wollbrandshausen 20px Wollershausen
Geschichte Die Samtgemeinde Gieboldehausen wurde zum 1. Januar 1971 gegründet und bestand zunächst aus dem Flecken Gieboldehausen und den Gemeinden Obernfeld, Rhumspringe, Rollshausen, Rüdershausen und Wollbrandshausen im damaligen Landkreis Duderstadt. Zwei Jahre später traten im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen zum 1. Januar 1973 die Gemeinden Bilshausen, Bodensee, Krebeck und Wollershausen der Samtgemeinde bei. Gleichzeitig wurde durch das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden im Raum Göttingen die Gemeinde Germershausen nach Rollshausen eingemeindet, Renshausen wurde Ortsteil von Krebeck, und die Gemeinde Lütgenhausen wurde in die Gemeinde Rhumspringe eingegliedert. Wollershausen und Lütgenhausen hatten bis dahin dem Landkreis Osterode am Harz angehört, alle übrigen Orte dem aufgelösten Landkreis Duderstadt. Die vergrößerte Samtgemeinde wurde dem Landkreis Göttingen zugeordnet. Damit erhielt der Gemeindeverband seine heutige Gestalt mit 13 Orten in zehn Gemeinden.
Anhand der -hausen Endung der Ortschaften lässt sich ausweisen, dass diese Dörfer zumeist im 8. und 9. Jahrhundert entstanden. In ihrer ursprünglichen Schreibweise beinhalten die Ortschaften einen Personennamen, welcher meist auf jene Person als ersten Siedler im jeweiligen Ort hinweist. Ausgrabungsspuren zeugen darüber hinaus über eine längere Besiedlung des Raumes, die bereits bis auf die Jungsteinzeit und Bronzezeit zurückgeht. Erste urkundliche Erwähnungen stammen dagegen aus dem 10. Jahrhundert (z. B. Bilshausen 952) und zeugen von einer mitunter 300- bis 400-jährigen Zugehörigkeit zu den Herzögen von Braunschweig.
Historische Verwaltungseinheiten mit Sitz in Gieboldehausen waren das Amt Gieboldehausen (Kurmainz, später Hannover und Preußen) sowie der Kanton Gieboldehausen im Königreich Westphalen. Alle Orte der heutigen Samtgemeinde gehörten mindestens zeitweise einer dieser Einheiten an.
Politik
Samtgemeinderat Der Samtgemeinderat Gieboldehausen setzt sich aus 30 Ratsmitgliedern zusammen. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Stimmberechtigt im Samtgemeinderat ist außerdem der Samtgemeindebürgermeister. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2021 und endet am 31. Oktober 2026.
Seit der Kommunalwahl 2021 setzt sich der Rat wie folgt zusammen:
Samtgemeindebürgermeister Am 7. Mai 2017 wurde Steffen Ahrenhold (CDU) mit 57,91 % der Stimmen zum Samtgemeindebürgermeister gewählt. Seine Stellvertreter sind Maria Bock (CDU) und Rainer Lentes (SPD).
Bisherige Amtsinhaber: 2011–2017: Marlies Dornieden (CDU) 2001–2011: Reinhard Grobecker (CDU)
Gemeinderäte Die zehn Gemeinden der Samtgemeinde werden durch je einen Rat und insgesamt 102 Ratsmitglieder vertreten. Seit der Kommunalwahl 2021 verteilen sich diese wie folgt: +GemeindeSPDCDUGrüneFDPWählergr.parteilos∑Name Wählergruppe/EinzelkandidatBilshausen–7––6–13Unabh. Bürgerliste BilshausenBodensee341–1–9Unabh. Wähler BodenseeGieboldehausen45–15–15Freie Wählergr. Gemeinsam für GieboldehausenKrebeck–82––111Andre EngelhardtObernfeld–9––––9Rhumspringe110––––11Rollshausen–5––4–9Wählergem. Rollshausen – Wir für euchRüdershausen351–––9Wollbrandshausen17–––19Janina BodmannWollershausen52––––7∑176241162102
Wappen Das Wappen der Samtgemeinde Gieboldehausen geht auf einen Entwurf von Hilmar Renner aus Bilshausen zurück. Es wurde am 16. Januar 1974 durch die Bezirksregierung Hildesheim genehmigt.
Bildung und Infrastruktur Kindertagesstätten Die Gemeinde Krebeck ist Trägerin des Integrativen Kindergartens „Sonnenzwerge“. Die weiteren Einrichtungen in Bilshausen (Kath. Kindertagesstätte „St. Bernardus“), Bodensee (Kath. Kindertagesstätte „St. Matthäus“), Gieboldehausen (Kath. Kindertagesstätten „St. Antonius“ und „Heilige Familie“) und Obernfeld (Kath. Kindertagesstätte im Pfarrgarten) werden von den jeweiligen Kirchengemeinden betrieben.
Grundschulen Die Samtgemeinde Gieboldehausen unterhält als Schulträgerin vier Grundschulen: Grundschule Bilshausen (Schulbezirk: Bilshausen, Bodensee, Krebeck und Renshausen) Grundschule Gieboldehausen (Schulbezirk: Gieboldehausen und Wollbrandshausen) Grundschule Obernfeld (Schulbezirk: Obernfeld, Rollshausen und Germershausen) Reinhard-Horn-Grundschule Rhumspringe (Schulbezirk: Rhumspringe, Wollershausen, Rüdershausen, Lütgenhausen) Die Schulen in Bilshausen und Gieboldehausen werden als Offene Ganztagsschulen betrieben.
Aufgehoben wurden die Grundschulen in Wollershausen (1973), Rollshausen (1976), Wollbrandshausen (1977) und Rüdershausen (Georg-Schreiber-Schule, 2004) sowie zuletzt die Grundschule Krebeck/Bodensee (2018).
Weiterführende Schulen Der Landkreis Göttingen betreibt in Gieboldehausen eine kooperative Gesamtschule, die von Kindern aus dem gesamten Altkreis Göttingen besucht werden kann, und eine Schwimmhalle in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulzentrum.
Die Samtgemeinde Gieboldehausen gehört außerdem zum Schulbezirk der folgenden weiterführenden Schulen: Realschule: Heinz-Sielmann-Realschule Duderstadt Oberschule: Carl-Friedrich-Gauß-Schule Groß Schneen Gymnasium: Eichsfeld-Gymnasium Duderstadt Integrierte Gesamtschule: Integrierte Gesamtschule Bovenden Förderschule (Lernen, Geistige Entwicklung und Sprache): Pestalozzi-Schule Duderstadt
Friedhöfe In Bodensee, Germershausen, Krebeck, Lütgenhausen, Obernfeld, Rhumspringe, Rollshausen und Wollbrandshausen bestehen kommunale Friedhöfe, die von der Samtgemeinde Gieboldehausen unterhalten und verwaltet werden. Dies gilt auch für die Friedhofskapelle in Renshausen. Die katholischen Friedhöfe in Gieboldehausen, Bilshausen und Renshausen sowie die evangelischen Friedhöfe in Gieboldehausen und Wollershausen stehen dagegen in Trägerschaft der jeweiligen Kirchengemeinden.
Weblinks
Offizielle Website
Einzelnachweise
Gieboldehausen Kategorie:Verwaltungsgliederung des Eichsfeldes Gieboldehausen