In der Samtgemeinde Lathen aus dem niedersächsischen Landkreis Emsland haben sich sechs Gemeinden zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zusammengeschlossen.

Geografie Geografische Lage Die Samtgemeinde Lathen liegt im Nordwesten des Landkreises an der Ems.

Nachbargemeinden Im Norden grenzt die Samtgemeinde Lathen an die Samtgemeinde Dörpen, im Osten an die Samtgemeinde Sögel, im Süden an die Stadt Haren und im Westen an die Niederlande.

Die Gemeinden (Einwohner am ) 200px|Lage der Mitgliedsgemeinden in der Samtgemeinde Lathen Fresenburg () Lathen () Niederlangen () Oberlangen () Renkenberge () Sustrum ()

Geschichte Die Samtgemeinde entstand 1965 auf freiwilliger Basis zunächst noch ohne Fresenburg, das erst 1972 hinzukam. Im Zuge der Kreisreform wurde durch das Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden in den Räumen Leer und Aschendorf-Hümmling zum 1. Januar 1973 Hilter (Ems) und Kathen-Frackel nach Lathen sowie Neusustrum nach Sustrum eingemeindet. Damit hatte die Samtgemeinde ihre heutige Zusammensetzung (Stand: 2025) mit den sechs Gemeinden Fresenburg, Lathen, Niederlangen, Oberlangen, Renkenberge und Sustrum angenommen.

Der Landkreis Aschendorf-Hümmling, dem die Samtgemeinde bis zu diesem Zeitpunkt angehört hatte, wurde am 1. August 1977 aufgelöst und ging mit anderen Landkreisen im neuen Landkreis Emsland auf.

Das 50-jährige Jubiläum der Samtgemeinde wurde 2015 mit der Herausgabe einer Chronik, einem Festakt und weiteren Veranstaltungen gewürdigt.

Politik Der Verwaltungssitz der Samtgemeinde ist in der Gemeinde Lathen.

Samtgemeinderat Der Rat der Samtgemeinde Lathen besteht aus 30 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 und 15.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Neben den 28 in der Samtgemeindewahl gewählten Mitgliedern ist außerdem der hauptamtliche Samtgemeindebürgermeister im Rat sitz- und stimmberechtigt.

Die allgemeine Wahlperiode beginnt am 1. November nach der letzten Wahl und endet nach fünf Jahren zum 31. Oktober. §47 NKomVG-Wahlperiode

Parteien und Wählergemeinschaften2026202120162011http://www.lathen.de/wahlenx1/kw2011/454104_000032/2006http://www.lathen.de/wahlenx1/kw2006/1_MAIN_S.html2001%Sitze%Sitze%Sitze%Sitze%Sitze%Sitze CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands65,091970,22173,42076,72283,12280,123 SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands9,64317,3520,1617,3 513,3315,84 GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen7,5527,726,524,81———— FDP Freie Demokratische Partei1,9314,92——1,203,612,50 AfD Alternative für Deutschland13,7947,726,524,81———— Einzelbewerber 1,991——————————Gesamt100301003010028100281002610027Wahlbeteiligung in %62,7959,2459,6458,8459,07

Samtgemeindebürgermeister Hauptamtlicher Samtgemeindebürgermeister ist Helmut Wilkens (CDU), der in der Wahl am 13. September 2026 mit 76,86 % der Stimmen wiedergewählt wurde.https://votemanager.kdo.de/20260913/034545404/praesentation/ergebnis.html?wahl_id=1875&stimmentyp=0&id=ebene_-5731_id_9288

Vertreter im Land- und Bundestag Die Samtgemeinde ist Teil des Landtagswahlkreis Papenburg. Er umfasst neben der Stadt Papenburg auch die Gemeinden Rhede (Ems) und die Samtgemeinden Dörpen, Lathen, Nordhümmling, Sögel und Werlte. Zur Landtagswahl in Niedersachsen 2013 traten fünf Direktkandidaten an.Kandidatenliste 2013 Direkt gewählter Abgeordneter ist Bernd Busemann (CDU). Der Wahlkreis trug die Wahlkreisnummer 82.

Lathen gehört zum Bundestagswahlkreis Unterems (Wahlkreis 25), der aus dem Landkreis Leer und dem nördlichen Teil des Landkreises Emsland besteht. Der Wahlkreis wurde zur Bundestagswahl 1980 neu zugeschnitten und ist seitdem unverändert. Bislang setzten sich in diesem Wahlkreis als Direktkandidaten ausschließlich Vertreter der CDU durch.Ergebnisse der Bundestagswahl 2017 im Wahlkreis, aufgeschlüsselt nach Städten und (Samt-)Gemeinden Bei der Bundestagswahl 2021 wurde die CDU-Abgeordneten Gitta Connemann aus Leer direkt wiedergewählt. Über Listenplätze der Parteien zogen Anja Troff-Schaffarzyk (SPD) und Julian Pahlke (Grüne) aus dem Wahlkreis in den Bundestag ein.

Wappen

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftsstruktur Während die Gemeinde Lathen eher gewerblich-industriell ausgerichtet und dienstleistungsorientiert ist, sind die anderen fünf Mitgliedsgemeinden landwirtschaftlich geprägt.

Seit den 1990er Jahren ist die Samtgemeinde bestrebt, sich im Bereich der Erneuerbaren Energien beständig fortzuentwickeln. Zunächst wurden Windkraftanlagen aufgebaut, nachfolgend kamen ein Solarpark und weitere Solaranlagen sowie die Nutzung von Bioenergie hinzu. Im September 2013 wurde die Samtgemeinde von der „Agentur für erneuerbare Energien“ als Energie-Kommune geehrt. Im Jahr 2014 folgte eine Auszeichnung von Lathen-Ortskern und -Wahn als Bioenergiedorf. Im Jahr 2018 lag die in der Gemeinde insgesamt erzeugte Energie bereits bei 375 % des Eigenbedarfs.

Auf dem Gemeindegebiet liegt ein Teil der stillgelegten Transrapid-Versuchsanlage Emsland.

Verkehr Durch die Samtgemeinde verlaufen in Nord-Süd-Richtung die Autobahn 31 und die Bundesstraße 70.

Der Bahnhof Lathen wird von den Regional-Express-Zügen der Bahnstrecke Rheine–Emden Süd bedient. In Lathen zweigt von ihr eine nicht elektrifizierte Nebenstrecke nach Werlte ab, die derzeit (Stand: 2025) nur noch für den Güterverkehr genutzt wird.

Der Dortmund-Ems-Kanal-Radweg (DEK-Route) verläuft weitgehend entlang des Dortmund-Ems-Kanals.

Ehrenbürger Seit 2004 war die im Jahr 2021 verstorbene Erna de Vries Ehrenbürgerin von Lathen. Die 1923 in Kaiserslautern geborene Überlebende des Holocaust war mit dem in Lathen geborenen Josef de Vries, der als Jude sechs Jahre in deutschen Konzentrationslagern verbrachte, verheiratet.

Einzelnachweise

Lathen Kategorie:Emsland