Dies ist eine Teilliste von Luftfahrt-Zwischenfällen der Jahre 1960 bis 1969 beim Betrieb von Verkehrsluftfahrzeugen. Für übrige Zeitspannen siehe Listen von Luftfahrt-Zwischenfällen.

Für militärische Zwischenfälle siehe Liste von Zwischenfällen (Militärluftfahrt) bis 1980.

Für Zwischenfälle von Luftfahrzeugen der Allgemeinen Luftfahrt siehe Liste von Zwischenfällen (Allgemeine Luftfahrt).

In diese Liste sollen nur Unfälle eingetragen werden, die den Relevanzkriterien für Zwischenfälle genügen.

Einträge mit eigenem Artikel in Wikipedia sind mit (A) gekennzeichnet.

Auflistung nach Jahr 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969

Liste 1960 3. Januar – An einer Lockheed L-749A Constellation der US-amerikanischen Eastern Air Lines (Luftfahrzeugkennzeichen N110A) brach beim Rollen nach der Landung auf dem Flughafen Philadelphia (Pennsylvania, USA) das rechte Hauptfahrwerk zusammen. Die rechte Tragfläche und deren Motoren wurden so stark beschädigt, dass die Maschine abgeschrieben werden musste. Ursache war ein Ermüdungsbruch des Fahrwerkszylinders. Alle 45 Insassen überlebten den Unfall.Peter J. Marson: The Lockheed Constellation (2 Bände). Air-Britain (Historians), Tonbridge, 2007, ISBN 0-85130-366-8, S. 444.

3. Januar – Eine Douglas DC-3/C-47A-20-DK der Indian Airlines (VT-CGG) stürzte beim Abwurf von Versorgungsgütern in der Nähe von Taksing (Indien) ab. Der Kapitän war in das falsche, enge Tal eingeflogen. Er war vorher noch nie in dieser Gegend unterwegs gewesen. Beim Versuch einer Umkehrkurve kam es zum Strömungsabriss und Absturz. Alle 9 Insassen, acht Besatzungsmitglieder und ein Passagier, kamen ums Leben.

4. Januar – Eine Curtiss C-46A-15-CU Commando der brasilianischen Transportes Aéreos Salvador (PP-SLJ) kippte beim Start auf dem Flugplatz Dianopolis (Brasilien) aufgrund des schlechten Startbahnzustandes auf die Nase und wurde irreparabel beschädigt. Alle Insassen, Besatzungsmitglieder und Passagiere, überlebten den Unfall.

5. Januar – Bei einer Vickers Viscount 701 der British European Airways (BEA) (G-AMNY) fiel nach dem Aufsetzen am Zielflughafen Malta das Hydrauliksystem und damit die Bremsen und die Bugradsteuerung aus. Auf dem abschüssigen Gelände rollte die Maschine gegen den Kontrollturm. Keiner der 51 Insassen kam zu Schaden, das Flugzeug war allerdings schrottreif.Unfallbericht Viscount 701 G-AMNY, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. Dezember 2018.

6. Januar – Eine Douglas DC-6B der US-amerikanischen National Airlines (N8225H) explodierte über Bolivia (North Carolina, USA) in der Luft, nachdem ein Selbstmörder eine Bombe gezündet hatte. Alle 34 Personen an Bord starben.Unfallbericht DC-6B N8225H, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2019.

7. Januar – Bei einer Vickers Viscount 802 der British European Airways (BEA) (G-AOHU) brach nach dem Aufsetzen am Flughafen London Heathrow das Bugfahrwerk zusammen, da der Kapitän bei mangelhafter Sicht in dichtem Nebel auf selbigem zuerst gelandet war. Das ausgebrochene Feuer zerstörte das gesamte Flugzeug. Dennoch überlebten alle 59 Insassen.Unfallbericht Viscount 802 G-AOHU, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 10. Dezember 2018.

12. Januar – Mit einer Scottish Aviation Twin Pioneer 2 der Philippine Airlines (PI-C430) kam es bei einem Trainingsflug auf dem Flughafen Plaridel (Philippinen) zu einer Bruchlandung. Alle drei Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen, überlebten den Unfall. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.

(A) 18. Januar – Alle vier Triebwerke einer Vickers Viscount 745D der US-amerikanischen Capital Airlines (N7462) fielen auf einem Linienflug von Washington nach Norfolk durch Vereisung aus, weil die Piloten die Enteisungsanlage der Motoren nicht eingeschaltet hatten. Es gelang ihnen, das äußere rechte Triebwerk wieder zu starten. Sie erhöhten dessen Leistung maximal, um die Maschine auf Höhe zu halten. Daraufhin ging das Flugzeug ins Trudeln über und schlug fast ohne Vorwärtsbewegung in einem Waldgebiet nahe Charles City (Virginia, USA) auf. Alle 50 Insassen kamen ums Leben (siehe auch Capital-Airlines-Flug 20).Unfallbericht Viscount 745D N7462, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. Februar 2020.

19. Januar – Eine Sud Aviation Caravelle I der SAS Scandinavian Airlines (OY-KRB) prallte etwa 10 Kilometer vor dem Flughafen Ankara (Türkei) gegen einen 1070 Meter hohen Berg. Man nimmt an, dass die Piloten die für dieses Anflugsegment vorgeschriebene Höhe unterschritten. Alle 42 Menschen an Bord fanden den Tod. Es war der erste tödliche Flugunfall der skandinavischen Fluggesellschaft seit ihrer Gründung 12 Jahre zuvor.Unfallbericht Caravelle I OY-KRB, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 29. August 2019.

21. Januar – Eine Lockheed L-1049E Super Constellation der kolumbianischen Fluggesellschaft Avianca (HK-177) befand sich auf der Strecke von New York (USA) nach Bogota (Kolumbien), als die Maschine bei der Zwischenlandung in Montego Bay (Jamaika) verunglückte. Beim sehr harten Aufsetzen auf der Landebahn brach das Fahrwerk, wodurch der Rumpf Bodenberührung bekam und das Flugzeug in Flammen aufging. Von den 46 Insassen kamen 37 ums Leben.ICAO Aircraft Accident Digest 12, Circular 54-AN/58, Montreal 1963 (englisch), S. 111–115.Unfallbericht L-1049E HK-177, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 21. Dezember 2019.

26. Januar – Eine Tragfläche einer C-82A Packet der brasilianischen Cruzeiro do Sul (PP-CEM) kollidierte während des Rollens auf dem Flughafen Rio de Janeiro-Galeao, (Brasilien) mit einer geparkten Consolidated PB4Y-2 Privateer (ZP-CAD) der ALAS Guaranies SA. Personen kamen nicht zu Schaden. Beide Flugzeuge wurden irreparabel beschädigt.Unfallbericht Fairchild C-82 PP-CEM, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. August 2020.

26. Januar – Eine De Havilland DH.114 Heron 2D der portugiesischen Transportes Aéreos de Timor (CR-TAI) stürzte auf dem Flug von Darwin nach Baucau 37 Minuten nach dem Start nordwestlich des Bathurst Island in die Timorsee. Alle 9 Insassen, 2 Besatzungsmitglieder und 7 Passagiere kamen ums Leben. Man vermutet, dass der Pilot Schwierigkeiten mit der schlechten Sicht hatte, wofür er nicht ausgebildet worden war.Unfallbericht Heron 2D CR-TAI, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Juni 2020.

29. Januar – Bei einer Curtiss C-46 Super C der kanadischen Pacific Western Airlines (CF-PWD) entwickelten sich während des Fluges Probleme mit dem rechten Triebwerk. Es wurde abgestellt, und die Piloten kehrten zum Ausgangsflughafen in Port Hardy (British Columbia) zurück. Bei der Landung überrollte die Maschine das Landebahnende in das sumpfige Gelände mit Baumstümpfen hinein. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt. Alle 51 Insassen, 3 Besatzungsmitglieder und 48 Passagiere, überlebten den Unfall.Unfallbericht C-46 CF-PWD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 3. Februar 2020.

5. Februar – Eine Douglas DC-4 der Lloyd Aéreo Boliviano (CP-609) stürzte kurz nach dem Start vom Flughafen Cochabamba (Bolivien) in eine Lagune 15 Kilometer südlich des Startflughafens. Nach Meldungen hatte ein Triebwerk Feuer gefangen. Alle 59 Insassen, 4 Besatzungsmitglieder und 55 Passagiere kamen ums Leben.Unfallbericht DC-4 CP-609, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 11. August 2019.

13. Februar – Mit einer Curtiss C-46A-30-CU Commando der US-amerikanischen Associated Air Transport (N46Q) kam es im Endanflug auf die McGuire Air Force Base (New Jersey, USA) wegen starker Vereisung trotz maximaler Motorleistung zu einem Strömungsabriss. Das Flugzeug schlug 360 Meter vor der Landebahn im Gelände auf und wurde irreparabel beschädigt. Alle 57 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 54 Passagiere, überlebten den Unfall.

22. Februar – Eine Douglas DC-6/C-118A der US-amerikanischen Alaska Airlines (N11817) wurde im Anflug auf die Elmendorf Air Force Base (Alaska, USA) so weit unter den Gleitpfad geflogen, dass sie 360 Meter vor der Landebahn aufschlug und irreparabel beschädigt wurde. Die Gründe waren zu niedrige Leistungseinstellung, zu weit ausgefahrene Landeklappen und eine exzessive Sinkgeschwindigkeit. All dies hatten der Erste Offizier und der Flugingenieur bemerkt, aber den Kapitän nicht darauf hingewiesen. Alle vier Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen auf dem Überführungsflug, überlebten diesen CFIT (Controlled flight into terrain).

25. Februar – Eine Douglas DC-3/C-47A-25-DK der brasilianischen REAL Transportes Aéreos (PP-AXD) kollidierte im Anflug auf den Flughafen Rio de Janeiro–Santos Dumont mit einer Douglas DC-6/R6D-1 der United States Navy (Bu 131582). Beide Maschinen stürzten ab, wobei 61 Menschen getötet wurden: Alle 26 Menschen an Bord der DC-3 sowie 35 von 38 in der DC-6 starben.Unfallbericht Kollision Rio, 25.2.1960: DC-3 PP-AXD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. Februar 2019.Unfallbericht Kollision Rio, 25.2.1960: DC-6 Bu 131582, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 14. Februar 2019.John M. Davis, Harold G. Martin, John A. Whittle: Curtiss C-46 Commando – Update. Air-Britain (Historians), Tonbridge 1981, ISBN 0-85130-093-6, S. 129.

26. Februar – Eine Antonow An-10A der sowjetischen Aeroflot (CCCP-11180) verunglückte auf der Route von Moskau nach Lwiw. Wegen Vereisung stürzte die Maschine im Landeanflug 1400 Meter vom Zielflughafen Lwiw entfernt in einen Sumpf, nachdem die Landeklappen auf die Stellung 45 Grad ausgefahren worden waren. Dabei kamen 32 der 33 Insassen ums Leben. Es wird angenommen, dass die Höhenflosse vereist war, was zum Kontrollverlust führte.

26. Februar – Eine Douglas DC-7C der Alitalia (I-DUVO) stürzte auf dem Weg von Rom über Shannon nach New York-Idlewild kurz nach dem Start in Shannon aus unbekannten Gründen ab. Von den 52 Menschen an Bord starben 34.Unfallbericht DC-7C I-DUVO, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 24. November 2017.

29. Februar – Bei einer Lockheed L-1049G Super Constellation der US-amerikanischen Trans World Airlines (TWA) (N7101C) brach während des Starts auf dem Flughafen Chicago-Midway das Hauptfahrwerk zusammen. Alle 60 Insassen, 6 Besatzungsmitglieder und 54 Passagiere, überlebten. Die Maschine wurde zum Totalschaden.Unfallbericht L-1049G N7101C, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 22. Dezember 2019.

5. März – An einer Douglas DC-3/C-47B-5-DK der britischen Don Everall Aviation (G-AMSF) fiel unmittelbar nach dem Abheben vom Flughafen Birmingham (England) das Triebwerk Nr. 2 (rechts) aus. Die Maschine rollte nach rechts, wodurch das Tragflächenende auf dem Boden aufschlug. Das Flugzeug machte einen Ringelpiez, fing Feuer im Bereich des linken Triebwerks und wurde irreparabel beschädigt. Alle 31 Insassen, drei Besatzungsmitglieder und 28 Passagiere, überlebten den Unfall.

8. März – An einer Handley Page Hermes IVA der britischen Skyways (G-ALDH) brach bei der Landung auf dem Flughafen London Heathrow (England) das rechte Hauptfahrwerk zusammen. Das Versagen war auf einen Bruch der Befestigungslaschen der Radiusstange am Hauptfahrwerksbeingehäuse zurückzuführen. Alle 6 Besatzungsmitglieder, die einzigen Insassen, überlebten den Unfall. Das Flugzeug wurde irreparabel beschädigt.

10. März – Bei einer Scottish Aviation Twin Pioneer 3 der Scottish Airlines (G-ANTP) fiel beim Start vom Flughafen Jorhat-Rowriah (Indien) das linke Triebwerk in etwa 10 Meter Höhe aus. Es kam zum Strömungsabriss. Das Flugzeug stürzte ab und fing Feuer. Von den 3 Besatzungsmitgliedern wurden 2 getötet.Unfallbericht Twin Pioneer G-ANTP, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 27. Oktober 2019.