Das Kopernikus-Gymnasium Walsum (KGW) ist ein Gymnasium im nördlichsten Stadtbezirk Walsum der Stadt Duisburg.

Geschichte Der Rat der selbständigen Stadt Walsum beschloss am 1. Oktober 1962, zum 1. April 1963 in Walsum ein Gymnasium zu errichten. Das „Städtische mathematisch-naturwissenschaftliche und neusprachliche Gymnasium für Jungen und Mädchen“ nahm seine ersten 42 Schüler (27 Jungen und 15 Mädchen) in der Barbara-Volksschule in Wehofen auf. Sein erster Schulleiter war Paul Melzer. Diese Schulgründung brachte ein Novum. Mit ihr wurde eines der ersten koedukativen Gymnasien in Nordrhein-Westfalen ins Leben gerufen. Im zweiten Jahr hatte die Barbara-Schule schon zu wenig Platz. Man zog in die Graf-von-Stauffenberg-Schule an der Goerdelerstraße um. Der erste Kollegiumsausflug konnte mit einem einzigen Auto unternommen werden.

Mit dem Bezug des neuen Schulgebäudes am 7. September 1967 hatte die Raumnot vorerst ein Ende. Mit dem Einzug in das neue Gebäude erhielt die Schule auch einen Namen. Es war das erste Gymnasium in der Bundesrepublik, das nach dem Astronomen Nikolaus Kopernikus benannt wurde. Als Namengeber war auch Freiherr vom Stein, preußischer Reformer des 19. Jahrhunderts, im Gespräch. Die Wahl fiel auf Kopernikus, weil er als Erneuerer des Weltbildes die kopernikanische Wende zu den modernen Wissenschaften einleitete und sich so als Vorbild für die Bildungsarbeit eines Gymnasiums in besonderer Weise anbot. Im Jahr 1971 legten 20 Schüler zum ersten Mal die Abiturprüfung ab.

In den beiden darauffolgenden Jahren explodierten die Anmeldezahlen. 175 bzw. 214 neue Sextaner wurden aufgenommen. 1972 wurde bereits ein erster Erweiterungsbau bezogen. Mit dem zehnjährigen Jubiläum im Jahr 1973 ging der Gründungsschulleiter, Paul Melzer, in den Ruhestand. Sein Nachfolger war Walter Niemann. Er leitete die Schule in der Konsolidierungs- und Ausbauphase, die gekennzeichnet war durch wachsende Schülerzahlen und zunächst drückenden Lehrermangel. Es galt, die Oberstufenreform umzusetzen und nach der Enttypisierung der Gymnasien – die Unterscheidung in mathematisch-naturwissenschaftliche und sprachliche Gymnasien wird landesweit aufgegeben – die Schülerlaufbahnen und die Lehrpläne neu zu konzipieren.

Im Jahr 1975 verlor die Stadt Walsum ihre Selbständigkeit und wurde ein Stadtteil Duisburgs. Die Schule erhielt 1976 eine Dreifachturnhalle und 1980 eine Außensportanlage.

Im Schuljahr 1976/77 hatte das Kopernikus-Gymnasium mit 1249 Schülern seine bisher höchste Schülerzahl. Mit dem 25-jährigen Jubiläum der Schule im Jahr 1988 ging Niemann, der über 15 Jahre Schulleiter war, in den Ruhestand.

Zum 1. August 1988 nahm Hans Peters seinen Dienst auf, der dritte Schulleiter dieses Gymnasiums. Die Schule hatte jetzt 945 Schüler, darunter 516 Mädchen und 429 Jungen. Sie wurden von insgesamt 67 voll- oder teilzeitbeschäftigten Lehrkräften, 22 Frauen und 45 Männern unterrichtet. Die Lehrerversorgung war insgesamt gut. Dieser Trend, dass mehr Mädchen als Jungen das Kopernikus-Gymnasium besuchen, hat sich auch in den darauffolgenden Jahren bestätigt.

Im Jahr 1990 wurden Kontakte zu Schulen im benachbarten Ausland geknüpft, um Schulpartnerschaften zu schließen. Zwei Gymnasien zeigten Interesse und so wurden enge Bande geknüpft zum Oskar-Kolberg-Lyceum in Koscian, Polen und zum Athenee Royal 'Adolphe Sax’ in Dinant, Belgien. Die Pavillons, die über viele Jahre auf dem Schulhof standen und irgendwann wegen ihres baulichen Zustands nur noch Baracken waren, wurden zunehmend baufällig und mussten 1994 geschlossen werden. Da aber die Schule dringend Ersatz für die auf diese Weise verlorenen Räume brauchte, begann eine neue Phase des Bauens. Die Stadt Duisburg zeigte sich großzügig und errichtete zunächst als Anbau an das Hauptgebäude den Oberstufentrakt mit Kursräumen und Fachräumen für die Fächer Physik, Biologie, Informatik, mit Medienräumen und einer Lehrküche und angrenzendem Speiseraum. Seine Einweihung ward mit einem großen Schulfest am 17. und 21. September 1996 gefeiert, bei dem auch Gäste der Partnerschule in Polen zugegen waren. mini|hochkant|Namensgebender Astronom Nikolaus Kopernikus Der Neubau war kaum bezogen, da war wegen der steigenden Schülerzahlen ein weiterer in der Planung. Auf dem Gelände der 'Pavillons’ entstand ein zweigeschossiges Gebäude mit sechs Klassenräumen sowie Fachräumen für die Fächer Chemie, Informatik und Musik. Auch dieser Neubau erhielt eine großzügige Ausstattung und setzte architektonisch neue Akzente. Er wurde zum Ende des Jahres 1999 bezogen. Die Sanierung des ersten Erweiterungsbaus erfolgte im Jahr 2000.

Entwicklungsziele der Schule Von der Schulleitung vorgeschlagen berät die Schule in ihren Mitwirkungsgremien zu jedem neuen Schuljahr Entwicklungsziele und beschließt daraus abgeleitete Arbeitsschwerpunkte in ihrem jeweiligen Jahresarbeitsplan. Die Schwerpunkte sind den Inhaltsfeldern Unterrichtsentwicklung, Organisationsentwicklung und Qualitätsentwicklung zugeordnet. Ein jährlicher Fortbildungsplan wird hierauf abgestimmt.

Im Schuljahr 2017/2018 stehen die Weiterentwicklung des Klassenlehrerteammodells, die Etablierung des KGW als MINT-freundliche Schule, die Fortsetzung der erzieherischen Arbeit unter dem Leitgedanken der Konfrontativen Pädagogik sowie die Entwicklung eines schuleigenen Beratungskonzepts im Vordergrund.

Außerdem sind im Rahmen der aktuellen Qualitätsanalyse der Schule die Schwerpunktvorhaben „Sprachsensibles Unterrichten“ und „Sprachförderung“ sowie die vertiefte Einführung und Nutzung neuer Medien in den Unterricht als Arbeitsvorhaben der Schule festgelegt. Letzteres soll zu einer Erneuerung der Medienkonzeption in den einzelnen Unterrichtsfächern, der Einführung von Lehrgängen zur informationstechnologischen Grundbildung der Schüler sowie der Vernetzung im kommunalen Angebot der Stadt Duisburg führen.

Angebote Berufs- und Lebensplanung (KAoA, BIZ, Stubos, Rotary) Seit 2014 nimmt das Kopernikus-Gymnasium am Landesvorhaben Kein Abschluss ohne Anschluss (KAoA) teil. Das Übergangssystem Schule-Beruf in NRW soll Schüler frühzeitig bei der Berufs- und Studienorientierung, der Berufswahl und dem Eintritt in Ausbildung oder Studium unterstützen.

Das Angebot am Kopernikus-Gymnasium umfasst folgende unterrichtliche und außerunterrichtliche Veranstaltungen, Projekte und Praxisphasen:

Klasse 8 Einführung des Portfolioinstruments Berufsorientierungspass Teilnahme an der Potenzialanalyse und individuelles Auswertungsgespräch Projekttag Potenzialanalyse und dann? Arbeits- und Berufswelt als Themenschwerpunkt im Fach Politik

Klasse 9 Durchführung von Berufsfelderkundungen Projekttag Berufsorientierung Einführende Beratung im Berufsinformationszentrum Duisburg Beruf und Bewerbung als Themenschwerpunkte in den Fächern Deutsch und Englisch Besuch der Ausbildungs- und Berufemesse „Berufe live“ in Düsseldorf

Jahrgangsstufe 10 Einführung in das online-Diagnose und Informationsinstrument Studifinder Berufsinformationsabend in Zusammenarbeit mit dem Rotary-Club Walsum

Jahrgangsstufe 11/12 Fortführung der Arbeit mit dem „Studifinder“ (individuelle Testverfahren und Informationssuche) Informationsveranstaltung und individuelle Beratung durch die Bundesagentur für Arbeit Berufsinformationsabend in Zusammenarbeit mit dem Rotary-Club Walsum/Niederrhein Möglichkeit eines Probestudiums an der Universität Duisburg-Essen (Informatik und Wirtschaftsinformatik, Elektrotechnik und Nanoengeneering, Physik, Chemie) Durchführung nationaler und internationaler Masterclasses im Bereich Physik Anschlussvereinbarung

Wahlpflicht Ab Klasse 8 bietet das Wahlpflichtfach weitere Optionen zur individuellen Schwerpunktsetzung: Latein oder Französisch können als dritte Fremdsprache angewählt werden. Biochemie der Ernährung beschäftigt sich als fachübergreifender Kurs der Fächer Biologie und Chemie mit Nahrungsmitteln und ihrer Bedeutung für die Gesundheit und bietet konkrete Möglichkeiten gesundheitsbewusste Ernährung zu erproben, indem entsprechende Speisen selbst hergestellt und verzehrt werden. Informatik bietet die Möglichkeit zum Erlernen einfacher Programmiersprachen, die es gestatten, kleinere mathematische Aufgaben selber zu lösen. Eigene Programme sollen Maschinenmodelle steuern und Regelungsvorgänge durchführen können. Gesellschaft und Umwelt ist ebenfalls ein fächerverbindender Kurs (Erdkunde/Politik) und soll unter dem Aspekt der Zukunftswerkstatt Handlungsorientierung, Verantwortungsbewusstsein und Bereitschaft zu bewusstem Handeln in Fragen des Klimawandels und der Globalisierung ansprechen.

Fremdsprachenangebot Das Kopernikus-Gymnasium bietet vier Fremdsprachen an: Englisch, Latein, Französisch und Spanisch. Neben der ersten Fremdsprache Englisch (ggf. auch als Basisfach im bilingualen Zweig) werden im 6. Schuljahr als zweite Fremdsprache Latein oder Französisch angeboten. Die Schule bietet in Klasse 8 im Wahlpflichtbereich neben weiteren Fächern wiederum Latein und Französisch an, damit die Möglichkeit des Erlernens beider Fremdsprachen offen gehalten werden kann. Ab der Jahrgangsstufe 10, dem Beginn der Oberstufe, bietet die Schule als weitere, neueinsetzende Fremdsprache Spanisch an. Neben Englisch können die Sprachen Latein und Französisch weitergeführt werden.

Übermittagsbetreuung / freiwilliger Ganztag Als Vorschlag aus einem Arbeitskreis von Elternvertretung und Schulleitung wurde im Schuljahr 2008/2009 in allen Mitwirkungsgremien der Beschluss zur Einrichtung einer freiwilligen pädagogischen Übermittagsbetreuung gefasst. Seitdem bietet die Schule durch einen externen Kooperationspartner (seit 2011: Genialis e.V.) Betreuungsangebote (Hausaufgabenbetreuung, Förderkurse, pädagogische Freizeitgestaltung) an vier Nachmittagen an. Die Verpflegung gewährleisten entsprechende Pausenzeiten im Stundenplan, ein Schulkiosk und in Kooperation mit der benachbarten Gesamtschule – ein Angebot für ein Mittagsmenü in der dortigen Schulmensa.

Rahmenbedingungen der Schule Das Kopernikus-Gymnasium entspricht in seiner Sekundarstufe I einer vierzügigen, in der Sekundarstufe II einer fünfzügigen Schule. Demografische Veränderungen im Stadtteil Walsum haben die Zahl der Familien mit Migrationshintergrund ansteigen, sodass inzwischen fast jeder zweite Schüler einen besonderen Familien- und Bildungshintergrund hat. Im Schuljahr 2018/2019 besuchten 904 Schüler das Kopernikus-Gymnasium, davon wurden 299 Schüler in der gymnasialen Oberstufe unterrichtet. Die Zahl der Schüler aus Familien mit Migrationshintergrund liegt bei etwa 42 %.

Familiäre Kontexte, Kollegium Das Kollegium der Schule, dem derzeit 63 hauptamtliche Lehrer sowie 6 Referendare angehören, besteht zu rund 60 % aus weiblichen Lehrkräften.

Mit einer Übergangsquote von ca. 34 % nimmt das Kopernikus-Gymnasium den Großteil der Grundschüler mit einer gymnasialen oder eingeschränkten gymnasialen Schulformempfehlung auf. Der überwiegende Teil der Schülerschaft kommt aus sieben im näheren Umfeld des Kopernikus-Gymnasiums gelegenen Grundschulen, aus weiteren fünf Grundschulen in der Stadtteilrandlage werden jedoch regelmäßig Schüler angemeldet.

Schwerpunkte der Oberstufe Das Kopernikus-Gymnasium bietet seinen Schülern unter Fortführung des Fachangebotes in der Sekundarstufe I alle klassischen Fächer der gymnasialen Oberstufe an. Daneben werden neu die Fächer Spanisch als neueinsetzende Fremdsprache, Erziehungswissenschaft, Philosophie und Sozialwissenschaften angeboten. Das Angebot in Kunst und Musik wird durch Literaturkurse ergänzt. Das Leistungskursangebot orientiert sich an der in der Schule getroffenen Entscheidung, fachliche Schwerpunkte (Profile) der Sekundarstufe I fortzusetzen. Dadurch ergeben zwei Leistungskursschienen mit folgenden Wahlangebot:

LK 1: Deutsch, Mathematik, Erdkunde, Biologie LK 2: Englisch, Erdkunde, Biologie, Physik