Johann Strolz (* 22. Dezember 1780 in Thurneck, heute zu Strass im Zillertal, Tirol; † 28. Oktober 1835 in Bozen) war ein österreichischer Jurist, Volkslied- und Mundartforscher sowie Schriftsteller.

Leben Familie und Herkunft Johann Nepomuk Georg Strolz entstammt dem PatriziergeschlechtLorinser, Friedrich Wilhelm: Gedenkblätter der Familie Lorinser mit culturgeschichtlichen Bemerkungen über Bludenz Sonnenberg und Montavon in Vorarlberg, Schussenried in Würtemberg und Niemes in Böhmen, Wien 1868, Strolz und wurde als Sohn des Rottenburger Landrichters, Pflegers, Offizier und Lizenziaten der Rechte Kasimir Josef von Strolz (1739–1801) und seiner Frau Anna Maria Magdalena geb. Sterzinger von Sigmundsried zum Thurn in der Breite (1742–1789) auf Schloss Thurneck geboren.https://wappen.tiroler-landesmuseen.at/index34a.php?s=strolz&nq=1&nq=1 Wappenbestätigung am 23. Juli 1784 für Leutnant Joseph Strolz, (Rechts-)Pfleger auf Burg Thurneck am Rotholz bei Strass im Zillertal. Ausbildung und Militärdienst Strolz absolvierte in Innsbruck zunächst das Gymnasium und danach das Jura-Studium. Als Offizier der Rottenburger Scharfschützen nahm er an der Verteidigung der Tiroler Grenze nach Graubünden und der Erstürmung der Schanzen von Remmis teil. Ab 1803 wurde er Assistent des Archivars Johann Friedrich Primisser und dessen Sohn Gottfried Primisser. Berufliche Laufbahn 1805 wurde er Rechtspraktikant am Landgericht Kufstein und nach seinem Examen Oberschreiber und Verwalter der Hofmark Thierberg. Die Möglichkeit einer erblich vorgegebenen Karriere als Landpfleger zerschlug sich 1809 mit der Niederschlagung des Tiroler Volksaufstandes. Strolz konnte nur provisorisch die Nachfolge seines Vaters als Pfleger von Rottenburg antreten, danach wurde er 1811 „gnadenhalber“ Gerichtssekretär in Brüx und 1813 Registrant in Wien. 1814 konnte er auf provisorische Stellen nach Innsbruck und Rattenberg nach Tirol zurückkehren. 1817 wurde er Landrichter in Schwaz, dann im Passeier Tal (Val Passiria/I) und Schlanders (Silandro/I) wurde. Neben seinen amtlichen Tätigkeiten ordnete er das Archiv von Stift Fiecht. Schriftstellerische Tätigkeit Er veröffentlichte 1807 im zweiten Band des Sammlers für Geschichte und Statistik von Tirol (S. 69 ff.) erstmals mit ethnographischem Interesse zusammengetragene „Schnodahaggen, Unterinnthalische Volksliedchen“ mit besonderer Berücksichtigung des Zillertals. Mit seiner Publikation von 1807 und diversen anderen Volksliedarbeiten kann er als der erste Volksmusiksammler mit wissenschaftlichem Anspruch im heutigen Österreich bezeichnet werden. Seine Volksmusikaufzeichnungen (1 Lied, 29 Schnaderhüpfel Gstanzl und 1 Tanz) zeichnen sich durch mundartkundliche, volkskundliche und aufführungspraktische Kommentare aus.https://musiklexikon.ac.at/ml/musik_S/Strolz_Johann_Nepomuk.xml

Wegen dienstlicher „Unregelmäsigkeiten“, die mit seiner liberalen Einstellung in der Zeit des Vormärz zu tun hatten, Joh. Strolz, ein Tiroler Dichter als Opfer des vormärzlichen Beamtenelends, in: Sinwel, Rudolf, Lippott, Eduard (Hrsg.): Tiroler Heimatblätter, Zeitschrift für Geschichte, Natur- und Volkskunde, Herausgegeben vom Verein für Heimatschutz und Heimatpflege in Tirol, Innsbruck 1958, S. 99, wurde Strolz 1834 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt und verfasste in seiner Haftzeit mehrere „Karzergedichte“. Er starb am 28. Oktober 1835 im Kollegialgericht Bozen.

Werke Bürgall, ein Zillerthaler Volkslied. In: Der Sammler für Geschichte und Statistik von Tirol. Zweyter Band. Im Verlage der Redaction, Innsbruck 1807, S. 57–69; bsb-muenchen.de. Schnodahaggen, Unterinnthalische Volksliedchen. In: Der Sammler für Geschichte und Statistik von Tirol. Zweyter Band. Im Verlage der Redaction, Innsbruck 1807, S. 69–96; bsb-muenchen.de. Handschriftlich: Bemerkungen zu der Volksliedsammlung von Ziska-Schottky 1819 in Bezug auf Tirol. Manuskript 1824. STROLZ IOANNES / OPERIS / ISTIUS / INVENTOR / INCARCERATUS / BULSANI / IBI / OBDORMIVIT. Strolz’s Carcergedichte. Nr. 259 im Archiv von Stift Fiecht. [Enthält: Ahnungen in sechs Bildern, eine Idylle zur Erinnerung an die glückliche Kindheit und Jugend]. Manuskript

Literatur Anton Dörrer: Johann Strolz (1780–1835) zum 150-Jahr-Gedenken seiner Mundart- und Volksliedarbeiten. In: Jahrbuch des österreichischen Volksliedwerkes. 6, 1957, S. 16–38; .

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Einzelnachweise

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