Wiesmühle ist ein Ortsteil der Stadt Nabburg im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf (Bayern).
Geografie Wiesmühle liegt etwa 830 Meter westlich der Bundesautobahn 93, 700 Meter nördlich der Staatsstraße 2040 und ungefähr 500 Meter nordöstlich von Nabburg auf dem Ostufer der Naab.
Geschichte Wiesmühle (auch: Wisenmühl, Wisenmull, Wißmühl, Wismühl) wurde im Zins-, Steuer- und Giltbuch des Amtes Nabburg aus dem Jahr 1444 erstmals schriftlich erwähnt. Im Salbuch von 1473 wurden zwei Mühlen erwähnt, womit wohl die Ledermühle und die Wiesmühle gemeint waren. Im Salbuch von 1513 wurde die Wiesmühle mit Mühlenzins von Weihnachtswecken und 24 Achtel Kornzins eingetragen. Die Wiesmühle wurde auch im Amtsverzeichnis von 1596 genannt. Im Türkensteueranlagsbuch von 1606 wurde Wiesmühle zusammen mit der Ledermühle veranlagt mit 2 Mühlen, 1 Pferd, 2 Ochsen, 2 Kühen und einer Steuer von 15 Gulden und 48 Kreuzer.
Im Herdstättenbuch von 1721 erschien die Wiesmühle mit 1 Anwesen, 1 Haus und 1 Feuerstätte. Im Herdstättenbuch von 1762 erschien die Wiesmühle mit 1 Herdstätte und 2 Inwohnern. 1792 hatte die Wiesmühle 1 hausgesessenen Amtsuntertan. 1808 gab es in Wiesmühle 1 Anwesen. Die Mühle gehörte Johannes Gerstner. Sie hatte 6 Gänge und einen Ölstampf oder Leinschlag und zahlte eine Steuer von 1830 Gulden.
1808 begann in Folge des Organischen Ediktes des Innenministers Maximilian von Montgelas in Bayern die Bildung von Gemeinden. Dabei wurde das Landgericht Nabburg zunächst in landgerichtische Obmannschaften geteilt. Wiesmühle kam zur Obmannschaft Tauchersdorf. Zur Obmannschaft Tauchersdorf gehörten: Tauchersdorf, Namsenbach, Neusath, Wiesensüß, Perschen, Haselhof, Richtmühle, Kurmhof, Wiesmühle sowie die ämtischen Untertanen der Stadt Nabburg.
Dann wurden 1811 in Bayern Steuerdistrikte gebildet. Dabei kam Wiesmühle zum Steuerdistrikt Nabburg II. Der Steuerdistrikt Nabburg II bestand aus der Vorstadt Venedig, der Einöde Wiesmühle und der Stadtkammerwaldung Pirkig. Er hatte 25 Häuser und zusammen mit Nabburg I 1424 Seelen. Nabburg II hatte 200 Morgen Äcker, 56 Morgen Wiesen, 10 Morgen Holz, 6 Weiher, 30 Morgen öde Gründe und Wege, 5 Pferde, 10 Ochsen, 60 Kühe, 8 Stück Jungvieh, 20 Schweine.
Schließlich wurde 1818 mit dem Zweiten Gemeindeedikt die übertriebene Zentralisierung weitgehend rückgängig gemacht und es wurden relativ selbständige Landgemeinden mit eigenem Vermögen gebildet, über das sie frei verfügen konnten. Hierbei kam Wiesmühle 1842 zur Ruralgemeinde Diendorf. Die Gemeinde Diendorf bestand zunächst aus den Ortschaften Diendorf mit 23 Familien, Wölsenberg mit 8 Familien, Girnitz mit 10 Familien, Höflarn mit 9 Familien, Eckendorf mit 12 Familien, Kumpfmühle mit einer Familie, Bärnmühle mit einer Familie, Namsenbach mit 10 Familien und Perschen mit 19 Familien. Seit 1842 wurde Wiesmühle als zur Gemeinde Diendorf gehörig verzeichnet und 1946 kamen die Ortschaften Haindorf, Haselhof, Neusath und Richtmühle aus der aufgelösten Gemeinde Neusath zur Gemeinde Diendorf hinzu. Die Gemeinde Diendorf blieb bis 1975 bestehen und wurde dann nach Nabburg eingegliedert.
Wiesmühle gehörte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert zur Filialkirche Perschen der Pfarrei Nabburg, Dekanat Nabburg.
Einwohnerentwicklung ab 1864 + 1864–1925 Jahr Einwohner Gebäude 1864 17 6 1875 26 7 1885 37 5 1900 37 2 1913 29 3 1925 11 1
+ 1950–2011 Jahr Einwohner Gebäude 1950 52 4 1961 25 6 1964 39 6 1970 40 k. A. 1987 29 7 2011 5 k. A.
Literatur Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7
Weblinks
Einzelnachweise Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 74 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 98 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 310 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 314 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 338 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 400 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 409 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 412 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 419 Elisabeth Müller-Luckner, Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7, S. 435 Wiesmühle bei Bayernatlas. Abgerufen am 12. Dezember 2021. Wiesmühle bei bavarikon.de. Abgerufen am 12. Dezember 2021.
Zensus 2011 bei zensus2011.de. Abgerufen am 12. Dezember 2021.
Kategorie:Geographie (Nabburg) Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Ersterwähnung 1444