mini|Das Gebäude des Landgerichtes in Braunsberg, erbaut 1879 Das Landgericht Braunsberg war ein preußisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit im Bezirk des Oberlandesgerichtes Königsberg mit Sitz in Braunsberg.

Geschichte Das königlich preußische Landgericht Braunsberg wurde mit Wirkung zum 1. Oktober 1879 als eines von sieben Landgerichten im Bezirk des Oberlandesgerichtes Königsberg gebildet. Der Sitz des Gerichtes war Braunsberg. Das Landgericht war danach für die Kreise Braunsberg, Heiligenbeil, Mohrungen und Preußisch Holland zuständig.Gesetz, betreffend die Errichtung der Oberlandesgerichte und der Landgerichte vom 4. März 1878 (PrGS 1878, S. 109–124) Ihm waren folgende zehn Amtsgerichte zugeordnet: Amtsgericht Sitz Bezirk Amtsgericht Braunsberg Braunsberg Kreis Braunsberg ohne den Teil, der den Amtsgerichten Mehlsack und Wormditt zugeordnet war Amtsgericht Heiligenbeil Heiligenbeil Kreis Heiligenbeil ohne den Teil, der dem Amtsgericht Zinten zugeordnet war Amtsgericht Preußisch Holland Preußisch Holland Kreis Preußisch Holland ohne den Teil, der den Amtsgerichten Liebstadt und Mühlhausen zugeordnet war Amtsgericht Liebstadt Liebstadt aus dem Kreis Mohrungen der Stadtbezirk Liebstadt und die Amtsbezirke Herzogswalde, Rosenau, Stellen und Waltersdorf sowie aus dem Gutsbezirk Reichertswalde die Vorwerke Gudnik, Froßgillgehnen, Hartwich Sorrehnen und Stobnitt; Dazu kamen aus dem Kreis Preußisch Holland die Amtsbezirke Döbern, Podangen, Reichwalde, Schwöllmen, Spanden, und Schmauch (ohne den Gemeindebezirk Bordehnen). Amtsgericht Mehlsack Mehlsack aus dem Kreis Braunsberg der Stadtbezirk Mehlsack und die Amtsbezirke Langwalde, Layß, Lichtenau, Peterswalde, Plauten, und Woynitt Amtsgericht Mohrungen Mohrungen Kreis Mohrungen ohne den Teil, der den Amtsgerichten Liebstadt und Saalfeld zugeordnet war Amtsgericht Mühlhausen Mühlhausen aus dem Kreis Preußisch Holland der Stadtbezirk Mühlhausen und die Amtsbezirke Carwinden, Deutschendorf, Lauck, Neumünsterberg, Neumark, Schlobitten, Schlodien und Sumpf Amtsgericht Saalfeld Saalfeld aus dem Kreis Mohrungen der Stadtbezirk Saalfeld und die Amtsbezirke Arnsdorf, Auer, Bauditten, Altchristburg, Forst Altchristburg, Dittersdorf, Gerswalde, Hanswalde, Jäskendorf, Karnitten, Koschainen, Kuppen, Liebwalde, Maldeuten, Preußisch-Mark, Miswalde, Münsterberg, Prökelwitz, Sassen, Terpen, Weepers und Weinsdorf Amtsgericht Wormditt Wormditt aus dem Kreis Braunsberg der Stadtbezirk Wormditt und die Amtsbezirke Basien, Carben, Heinrikau, Migehnen und Tüngen Amtsgericht Zinten Zinten aus dem Kreis Heiligenbeil der Stadtbezirk Zinten und die Amtsbezirke Arnstein, Brandenburg, Eichholz, Hermsdorf, Jäcknitz, Groß Klingbeck, Kukehnen, Laukitten, Ludwigsort, Maraunen, Pellen, Pokarben, Pohren, Pörschken, Rippen, Schönwalde und WesselshöfenVerordnung, betreffend die Bildung der Amtsgerichtsbezirke vom 5. Juli 1879, GS Nr. 30, S. 397 f., Digitalisat

Der Landgerichtsbezirk hatte 1888 zusammen 197.543 Einwohner. Am Gericht waren ein Präsident, zwei Direktoren und sieben Richter tätig.Carl Pfafferoth: Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung. 1888, S. 443 online

Im Jahre 1945 wurden der Landgerichtsbezirk unter polnische bzw. sowjetische Verwaltung gestellt und die deutschen Einwohner vertrieben. Damit endete auch die Geschichte des Landgerichtes Braunsberg.

Einzelnachweise

Braunsberg Kategorie:Braniewo Kategorie:Gerichtsgründung 1879 Kategorie:Aufgelöst 1945