Viminol ist ein peroral wirksames Analgetikum mit zentralem Angriffspunkt, in der Wirkungsstärke mit Codein vergleichbar. Es wird zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzzustände angewandt. Die Verbindung gehört zur Wirkstoffgruppe der Opioide.
Herstellung Eine dreistufige Synthese von Viminol startet mit einer Friedel-Crafts-Acylierung von 1-(2-Chlorbenzyl)-1H-pyrrol mit Oxalylchlorid. Das resultierende Säurechlorid wird mittels Di(1-methylpropyl)amin in das entsprechende Säureamid überführt. Im letzten Schritt ergibt eine Reduktion mit Natrium-bis(2-methoxyethoxyethyl)aluminiumdihydrid die Zielverbindung.A. Kleemann, J. Engel, B. Kutscher, D. Reichert: Pharmaceutical Substances – Synthesis, Patents, Applications. 4. Auflage. Thieme-Verlag Stuttgart 2001, ISBN 1-58890-031-2.Patent BE 790 747 (Whitefin Holding; appl. 30.10.1972; I-prior. 4.7.1972; 30.10.1971).
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Bei der Synthese fällt ein komplexes Gemisch der Diastereoisomeren an, das als Arzneistoff eingesetzt wird.
Herstellung reiner Stereoisomerer Die Herstellung der reinen Stereoisomeren hat keine praktische Bedeutung. Es erfordert den Einsatz der entsprechenden Stereoisomeren des Edukts Di(1-methylpropyl)amin im zweiten Syntheseschritt und eine Enantiomerentrennung der sekundären Alkoholstruktur nach dem dritten Schritt.A.F. Casy: Analgesics and their antagonists: Recent developments. In: E. Jucker (Hrsg.): Progress in Drug Research / Fortschritte der Arzneimittelforschung / Progres des recherches pharmaceutiques, Vol. 22. Birkhauser Verlag Basel / Stuttgart 1978, ISBN 3-0348-7104-X, S. 149–228; doi:10.1007/978-3-0348-7102-0A.F. Casy, G.H. Dewar: The Steric Factor in Medicinal Chemistry – Dissymmetric Probes of Pharmacological Receptors, Springer Science+Business Media, 1993, ISBN 1-4899-2399-3, S. 543–544; doi:10.1007/978-1-4899-2397-4
Stereochemie Die Struktur von Viminol zeigt drei chirale Zentren, so dass eine Reihe von Stereoisomeren existieren. Die Stereoisomeren wurden gezielt hergestellt und hinsichtlich ihren pharmakologischen Eigenschaften charakterisiert. Hier zeigte das R2–Isomer eine besonders hohe Wirksamkeit mit einer Effektivdosis ED50 von 0,9 mg·kg−1 gegenüber von etwa 20 mg·kg−1 für die anderen Stereoisomeren.D.D. Bella, G. Benelli, A. Sassi: Absolute configuration and biological activity of viminol stereoisomers. In: Pharmacol. Res. Commun., 1976, 8, S. 111–126; doi:10.1016/0031-6989(76)90001-1.D. Chiarino, D.D. Bella, G. Jommi, C. Veneziani: Stereochemistry of viminol, a novel central analgesic. In: Arzneimittelforschung / Drug Research, 1978, 28, S. 1554–1561.
+ Stereoisomere von Viminol 225px|alt= Stereozentrum Isomer 1 2 3 R1 R R R R2 R R S S1 S S R S2 S S S meso RS RS RS
Anwendungsgebiete und Wirkungen Viminol ist angezeigt zur Behandlung verschiedener (osteoarthritische, neuropathische, viszerale, vaskuläre, neoplastische) Schmerzen; auch Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, postoperative Schmerzen.Dividol 50 mg Capsule rigide, Riassunto delle caratteristiche del prodotto (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels), Zambon Italia s.r.l., Stand: Juni 2010.
Als unerwünschte Wirkung kann Viminol in einigen Fällen eine leicht sedierende Wirkung mit Schwindel und Benommenheit zeigen. Gelegentlich treten Völlegefühl oder Übelkeit auf. Die längere Einnahme hoher Dosen kann zu Abhängigkeit, Toleranz und Entzugssyndrom führen.
Das 1974 in Italien unter dem Namen Dividol und 1978 in der BRDPharmaceutical Manufacturing Encyclopedia. 3rd Ed., William Andrew Publishing, New York 2007, S. 3429. als LenigesialAMIce Datenbank den Bundes und der Länder, abgerufen am 2. Januar 2022. von der Zambon Gruppe eingeführte Präparat enthält bzw. enthielt den Wirkstoff als Viminol(4-hydroxybenzoat).
Einzelnachweise
Kategorie:Analgetikum Kategorie:Beta-Aminoalkohol Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Pyrrol Kategorie:Chlorbenzol Kategorie:Benzylverbindung Kategorie:Alkylamin