mini|hochkant|Kirche zu Falkenhain (2009). Die Kirche zu Falkenhain in Falkenhain im Landkreis Leipzig ist eine evangelisch-lutherische Kirche. Sie steht mitten im Ort und ist seit 2017 gesperrt.
Geschichte Die Kirche Falkenhain am Rand des Wermsdorfer Forstes wurde im 12. oder 13. Jahrhundert im romanischen Stil erbaut.
1550 erhielt sie von Heinrich Truchseß einen Kirchturm. Dieser wurde unter Collator Rudolf Heinrich von Lüttichau 1708 beim Umbau zur Saalkirche, der de facto ein Neubau der Kirche auf eigene Kosten war, abgetragen.
1873 bis 1874 wurden bei einem weiteren umfangreichen Umbau der Innenraum umgestaltet, die Kirchenfenster vergrößert und die Empore erbaut.
In den 1980er Jahren zur DDR-Zeit wurde die Kirche saniert, wobei – wie sich 2017 herausstellte – ein hochgiftiges Holzschutzmittel verwendet wurde, weshalb das Gotteshaus gesperrt werden musste. Diese Sperrung konnte inzwischen aufgehoben werden.Information auf Sonntag-Sachsen.de
Ausstattung Die Saalkirche ist ein verputzter Bruchsteinbau mit Rundbogenfenstern und leicht hervortretendem Risalit an der Nordseite. Der Innenraum ist flachgedeckt mit dreiseitiger Empore und Herrschaftsloge. Es gibt eine Orgel von Carl Heinrich Albrecht von Knoblauch aus dem Jahr 1823 und ein Taufbecken.
In der Kirche finden sich sechs Wappen der einstigen Herrscher mit bekannten Namen wie von Schönberg, von Carlowitz und von Falkenhain. An den Seitenwänden stehen mehrere Grabdenkmale aus dem 16. und 17. Jahrhundert, so etwa das Grabmal von Hans von Truchsess von Wellerswalde (1580), das Grabmal von Georg von Koseritz (1604) und das Epitaph von Rudolf Heinrich von Lüttichau (1725). mini|hochkant|Die Kirche (2025). Der Kirchturm hat ein quadratisches Erdgeschoss, darüber der achteckige Glockenturm mit welscher Haube, Laterne und Apsis (ehemals Chor). Der flache Saal ist mittels Rundbogen vom Altarraum getrennt.
Der Altar aus dem Jahre 1708 ruht auf zwei korinthischen Säulen, das Altarbild von T. C. Richter zeigt „Drei Frauen am Grabe Christi“. Am Rundbogen befindet sich die hölzerne Kanzel aus dem Jahr 1626.Zweimuldenland.de/Kirche Falkenhain/Kirche-Falkenhain: Die Kirche Falkenhain in Sachsen. Stand 6. Mai 2021.
Die Kirche weist Stilelemente von Romanik, Gotik, Barock und Historismus auf.
Pfarrer 1542: Veit Keller 1559: Johann Partin 1569: Georg Gregorius 1580: Peter Decker 1587: Andreas Fischer 1623: Georg Horn, Georg 1630: Andreas Steinauer 1640: Christoph Dommitzsch 1647: Roth, Matthäus Roth 1651: Johannes Weber 1685: Johann Döche 1698: Christian Clajus 1723: Gottfried Schmidt 1735: Johann Heinrich Wollesky 1778: Christian David Zillich 1817: Johann Friedrich Zippel 1825: Ferdinand Friedrich Zuckschwerdt 1866: Carl Max Otto Günther 1877: Paul Gideon Schönberg 1882: Philipp Anger 1883: Johann Paul Werner 1914: Karl *Arno Michael 1926: *Karl Gerhard Winter 1956: Bernhard Haass 1959: Siegfried Fallenstein 1963: Heinz MartinPfarrerbuch.de, Stand 31. Dezember 2021.
Sanierung wegen Schadstoff-Belastung Im Dezember 2021 bekam Falkenhains Pfarrer Klaus-Peter Schmidt einen symbolischen Goldschatz von 600.000 Euro aus dem Vermögen von Parteien und Massenorganisationen der DDR für das Gotteshaus, überbracht von den CDU-Landtagsabgeordneten Kay Ritter und Georg-Ludwig von Breitenbuch. Damit steigt die Chance, die seit 2017 aus Sicherheitsgründen geschlossene Kirche in den nächsten Jahren zu sanieren. Das zur DDR-Zeit verwendete, gesundheitsschädliche Holzschutzmittel Hylotox 59 ist die Ursache für die Schließung und den zwingenden Sanierungsbedarf.
Die Kosten für die Sanierung werden auf 920.000 Euro veranschlagt, die Kirchgemeinde hofft auf Spenden zur Deckung des offenen Betrags von rund 200.000 Euro. Im Mai 2025 konnte die Sperrung nach Sanierung wieder aufgehoben werden.
Literatur
Gemeindeamt Hohburg (Herausgeber): Führer durch die Hohburger Schweiz – mit einer Wegekarte. (Format A5, 16 Seiten + Umschlagseiten, Faltkarte zweifarbig im Format A3). Druck und Verlag Buchdruckerei Gustav Jacob, 2. Auflage, Wurzen 1928. Georg-Dehio-Nachfolge/Dehio-Vereinigung e.V.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, Regierungsbezirke Leipzig und Chemnitz, Deutscher Kunstverlag, München Berlin 1998.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Leipzig Kategorie:Kulturdenkmal in Lossatal Kategorie:Kirche in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens Kategorie:Romanischer Kirchenrest Kategorie:Bauwerk der Romanik in Sachsen Kategorie:Barockisierte Kirche Kategorie:Barockbauwerk in Sachsen Kategorie:Erbaut in den 1550er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1710er Jahren Kategorie:Kirchengebäude in Europa