Kaspersky ist ein Unternehmen, das Sicherheitssoftware anbietet. Es wurde 1997 von Natalja Kasperskaja und Jewgeni Kasperski gegründet. Die Holding Kaspersky Labs Limited (KLL) hat ihren Sitz in London, das operative Geschäft ist überwiegend in Moskau. Das Unternehmen bietet Cybersicherheitslösungen und -dienstleistungen, inklusive Threat Intelligence, für Unternehmen aller Größenordnungen, kritische Infrastrukturen, Regierungen und Privatanwender weltweit.

Aufgrund des russischen Überfalls auf die Ukraine warnte das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) am 15. März 2022 vor dem Einsatz von Virenschutzsoftware des Herstellers Kaspersky. Das BSI empfahl, Anwendungen aus dem Portfolio der Virenschutzsoftware des Unternehmens Kaspersky durch alternative Produkte zu ersetzen. Kaspersky wehrte sich in einem Statement gegen diese Warnung.Kaspersky Statement zur Warnung des BSI. In: Kaspersky, 15. März 2022. Versuche des Unternehmens, auf dem Weg des einstweiligen Rechtschutzes sowie mit einer Verfassungsbeschwerde gegen die Warnung vorzugehen, blieben erfolglos.

Unternehmensgeschichte und -organisation Das in London ansässige Kaspersky wurde 1997 von den zeitweilig Verheirateten Natalja Kasperskaja und Jewgeni Kasperski in Moskau gegründet.

Kasperskaja übernahm 2007 die Führung im neu geschaffenen Verwaltungsrat, welchen sie im Sommer 2011 wieder verließ, um sich dem als Tochtergesellschaft von Kaspersky Lab 2003 gegründeten InfoWatch als CEO zu widmen. InfoWatch entwickelte Lösungen zur Verhinderung von Datenlecks oder der unautorisierten Weitergabe vertraulicher Informationen und ist mittlerweile eine eigenständige Unternehmensgruppe. Seitdem fungiert Jewgeni Kasperski als Vorsitzender des Verwaltungsrats sowie als CEO des Unternehmens Kaspersky.

Seit September 2004 bedient ein deutsches Tochterunternehmen von Ingolstadt aus Kunden in der D-A-CH-Region. Ab 2007 wurden die skandinavischen Länder Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland, ab 2008 dann auch Tschechien, Ungarn und die Slowakei von Deutschland aus betreut. Mittlerweile erfolgt die Betreuung der skandinavischen Länder über eine Niederlassung in Stockholm, die Beneluxstaaten werden von einem Tochterunternehmen in Utrecht betreut. Weitere Niederlassungen gibt es in Großbritannien, Frankreich, Polen, Rumänien, Schweden, Italien, Spanien, Portugal, Japan, China, Korea und den USA.

Ab 2007 gab es das Anliegen der westlichen Investoren, ebenso wie die internationalen Manager Harry Cheung und Steve Orenberg, an die Börse zu gehen. Die Technik-Abteilung stand unter der Leitung von Nikolai Grebennikov, daneben gab es im Management eine Gruppe von Personen mit langjährigen Verbindungen zu den russischen Sicherheitskräften. 2011 wurde der Sohn der Kasperskys entführt. Ein halbes Jahr danach wurde Kaspersky Lieferant des FSO und laut einer Meduza-Quelle, die in der Unternehmensleitung gearbeitet hatte, habe der Einfluss des Clans der Sicherheitskräfte im Labor nach der Entführung dramatisch zugenommen. Ein Börsengang stand nicht mehr zur Diskussion. Natalja Kasperskaja wurde nicht wiedergewählt und Anfang 2012 verkaufte sie ihre Aktien. Es wurde eine Abteilung zur Zusammenarbeit mit den russischen Sicherheitskräften eingerichtet. Spezialisten von Kaspersky waren bei der Aushebung von Hackern durch die Sicherheitskräfte zugegen.Orks, die die Technikfreaks besiegten - Wie die Sicherheitskräfte Kaspersky Lab infiltrierten – und wozu das führte, Meduza, 22. Januar 2018

Im Jahr 2012 beteiligte sich Natalja Kasperskaja mit einem Prozentsatz von 16,8 % am deutschen Hersteller für Sicherheitslösungen G Data CyberDefense und wurde kurz darauf als neues Mitglied in dessen Aufsichtsrat gewählt.Natalya Kaspersky beteiligt sich an der G Data Software AG und wird Mitglied im Aufsichtsrat

Im Februar 2014 wurde Grebennikow entlassen, nachdem er eine Zurückstufung eines Managers aus dem Clan der Sicherheitskräfte vorgeschlagen hatte. Sechs Top-Manager wurden in diesem Jahr entlassen. Im März 2015 schreib Bloomberg: „Das Unternehmen, das Ihr Internet schützt, ist mit dem russischen Geheimdienst verbunden.“ Jewgeni Kasperski bestritt, mit Leuten vom Geheimdienst in die Sauna zu gehen.

Kaspersky hat nach eigenen Angaben im Juni 2017 eine Kartellbeschwerde gegen Microsoft beim deutschen Bundeskartellamt und bei der EU-Kommission eingereicht, da Microsoft den freien Wettbewerb im Bereich von Virenscannern behindere. Microsoft betont hingegen, dass sie mit den jeweiligen Herstellern im Rahmen der Microsoft Virus Initiative (MVI) eng zusammenarbeiten würden. Die Prüfung der Beschwerde läuft derzeit.Antitrust: Pursue It in Europe We Must. Abgerufen am 25. Juni 2017Microsoft reagiert auf Antivirus-Kartellbeschwerde. In: golem.de, abgerufen am 25. Juni 2017

Global Transparency Initiative Im Jahr 2017 kündigte Kaspersky im Rahmen seiner Globalen Transparenzinitiative an, Daten der meisten Weltregionen fortan in der Schweiz speichern und verarbeiten zu wollen. Dieser Schritt wurde eingeleitet, nachdem ab Dezember 2017 ein Bann gegen Kaspersky-Produkte bei staatlichen Stellen auf Zulieferer ausgeweitet worden war. So hatte im April auch Twitter angekündigt, keine Werbung von Kaspersky mehr anzunehmen.Kaspersky Lab sucht Schutz in der Schweiz, NZZ, 15. Mai 2018 Im November 2018 behauptete der Firmenchef bei der Eröffnung des ersten Datencenters in der Schweiz, dass Russland die besten Hacker habe, seine Firma jedoch, weil jene zuerst russische Firmen angreifen würden, auch als erste von deren Aktivitäten erführe.Vertrauen angeschlagen SRF Tagesschau Hauptausgabe, 13. November 2018

Die „Global Transparency Initiative“ fasste verschiedenen Maßnahmen um, darunter die Eröffnung von Transparenzzentren, um Partnern und Behörden den Quellcode der Produkte zugänglich zu machen. Im Jahr 2025 ergab die Studie „Transparency Review and Accountability in Cyber Security (TRACS) 2025“, die von der Tiroler Wirtschaftskammer in Zusammenarbeit mit MCI und AV-Comparatives durchgeführt wurde und 14 der am häufigsten verwendeten Cybersicherheitslösungen für Unternehmen (Cisco, ESET, Kaspersky, Microsoft, Symantec usw.) festgestellt, dass nur drei Teilnehmer – Cisco, Kaspersky und Microsoft – das Konzept der Transparenzzentren als konkreten Bestandteil ihrer Transparenzpolitik im Unternehmen umsetzten.

Produktübersicht Im Jahr 2010 war Kaspersky einer Studie der International Data Corporation zufolge der viertgrößte Anbieter von Sicherheitssoftware für Endgeräte weltweit, was den Erlös der verkauften Software betrifft. Die von Kaspersky entwickelten Technologien werden von einigen anderen Unternehmen lizenziert und als Engine (Kerneinheit) in ihren Antivirenprogrammen eingesetzt.

Wichtige Produkte für den Heimanwenderbereich und für Unternehmen von Kaspersky sind:

Produkt Aktuelle Version Beschreibung Kaspersky Standard 21.21.7.384 (Windows) 26.0.0.150 (Mac)Antivirenprogramm für Windows und Mac OS sowie Smartphones Kaspersky Plus Erweiterte Ausführung des Standard-Pakets inklusive VPN Kaspersky Premium Plus-Umfang mit zusätzlichen Funktionen und Kinderschutz bzw. Passwortmanager inbegriffen. Kaspersky Password Manager 25.0.0.225 Passwortmanager mit diversen Sicherheitsfeatures wie Virtuelle Tastatur, Passwortgenerator, Backup usw. für Mac OS und Windows sowie SmartphonesKaspersky Safe Kids –Kindersicherung für Windows und Mac OS sowie Smartphones, mit Filter für unangemessene Webseiten und Beschränkung der Nutzungsdauer Kaspersky Anti-Cheat Ein Cloud-basiertes Anti-Cheat-Tool für e-Sport Turniere.Kaspersky bringt Tool gegen Cheats bei Multiplayer-Games, Manuel Schulz, 12. September 2019, GameStarKaspersky VPN Secure Connection21.21.7.384Ein VPN-Dienst. Kaspersky Next XDR Expert 1.3 Ein Werkzeug für Cybersicherheit für Unternehmen, das eine Erkennung von Bedrohungen, automatisierte Reaktionen und Echtzeit-Transparenz für Endpunkte, Netzwerke und Cloud-Umgebungen bietet. Das Werkzeug umfasst Analysen zur Abwehr von APT-Angriffen, vorkonfigurierte Integrationsfunktionen und automatisierte Sicherheitsabläufe mithilfe von Playbooks. Diese werden Funktionen werden über eine Open Single Management Platform verwaltet. Es besteht die Option eines On-Premises-Nutzungsmodells, um das Werkzeug im Falle einer schwachen Infrastruktur in eigener Verantwortung auf eigener Hardware zu nutzen. Das Microservices-Framework ermöglicht eine einfache Skalierung.software-express.de Kaspersky Next EDR Optimum 3.1 Eine Endpoint Detection and Response-Lösung, das sich an mittelständische Unternehmen richtet. Sie kombiniert Endpoint-Schutz, Anti-Ransomware-Funktionen, Netzwerksicherheit und Cloud-Sicherheit, einschließlich Office 365-Schutz. Die EDR-Funktionen zur Bekämpfung komplexer Cyber-Bedrohungen umfassen eine Visualisierung des Angriffs, eine automatische Reaktion sowie ein hostübergreifendes Scannen, um Spuren eines Angriffs zu erkennen.software-express.deKaspersky IoT Secure Gateway 1002.0Gesichertes Gateway für industrielle IoT-UmgebungenKaspersky SD-Wan2.4Sicherheitspaket für UnternehmensnetzwerkeKaspersky Unified Monitoring and Analysis Platformeine SIEM-Lösung zur zentralisierten Sicherheitsüberwachung.Kaspersky Container Security2.0Ein Schutz für Container-Umgebungen während der Entwicklungs- und Ausführungsphasen von Programmen.

Kaspersky ist auch Anbieter von Dienstleistungen im Bereich der IT-Sicherheit, darunter Managed Detection and Response, Incident Response und Security Assessment. Darüber hinaus veröffentlicht Kaspersky Informationen über Bedrohungen auf seinem einschlägigen Open Threat Intelligence Portal.

Im Oktober 2017 wurde „Kaspersky Free“ veröffentlicht, welches wiederum im Dezember 2019 durch „Kaspersky Security Cloud - Free“ ersetzt wurde.

Seit 2023 ist Kaspersky auf ein Abonnement-Modell umgestiegen, und in der neuen Produktreihe wurden Kaspersky Basic, Kaspersky Plus und Kaspersky Premium zu Nachfolgern von Kaspersky Anti-Virus, Internet Security und Total Security.

Der Bedrohungsschutz von Kaspersky treibt Produkte und Lösungen anderer IT-Sicherheitsfirmen wie Bluecoat, Check Point, Juniper Networks und Microsoft Forefront an. Insgesamt nutzen über 150 Unternehmen lizenzierte Technologie von Kaspersky Lab. Kaspersky Lab unterhält ebenfalls zahlreiche Partnerschaften mit verschiedenen Technologieunternehmen.

KasperskyOS und Cyber Immune Lösungen Kaspersky gab im November 2016 die Entwicklung eines auf Sicherheit spezialisierten Betriebssystems namens KasperskyOS bekannt. 2017 wurde das gesicherte Betriebssystem KasperskyOS veröffentlicht und 2021 das darauf basierende Kaspersky IoT Secure Gateway 100 für das Internet der Dinge (IoT) vorgestellt. Kaspersky Hybrid Cloud Security schützt Cloud-basierten Umgebungen, während Kaspersky SD-WAN für die Sicherheit von Unternehmensnetzwerken geeignet ist.

KasperskyOS ist ein proprietäres Mikrokernel-Betriebssystem, das von Grund auf nach den Prinzipien von „Security-by-Design“ (Sicherheit bei der Herstellung) entwickelt wurde und für eingebettete und industrielle Geräte mit erhöhten Anforderungen an die Cybersicherheit konzipiert ist. Es verwendet einen minimalen, vertrauten Kernel, eine strikte Isolierung der Komponenten im Benutzerbereich, eine „Default-Deny“-Richtlinie sowie eine formale, richtlinienbasierte Steuerung durch das Kaspersky Security System.

Sein erklärtes Ziel ist die Bereitstellung von „Cyber-Immune“-Systeme, die kritische Funktionen auch dann aufrechterhalten, wenn einzelne Komponenten über unbekannte Schwachstellen angegriffen werden. Die erste kommerzielle „Cyber-Immune“-Lösung wurde im April 2021 auf der Hannover Messe vorgestellt.

Zu den Anwendungsfällen zählen hauptsächlich Netzwerkgeräte, industrielle Steuerungs- und IoT-Gateways, Connected Cars, Smart-City- und Verkehrsinfrastruktur sowie andere Bereiche kritischer Infrastrukturen.