Claudia Engelmann (* 1980 in Stendal) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke). Sie war von 2021 bis 2023 und ist seit März 2026 erneut Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin.
Leben
Jugend und Ausbildung Claudia Engelmann wuchs in Stendal als Kind einer Arbeiterfamilie auf, die das Mädchen adoptiert hatte.Homepage von C. Engelmann > Über mich, abgerufen am 15. Januar 2023. In der Schulzeit war sie bei den Jungen Pionieren.
Die Auswirkungen des gesellschaftlichen Umbruchs ab Herbst 1989 und der in diesem Zusammenhang erfolgten Deutschen Wiedervereinigung führten nach eigenen Angaben zur Arbeitslosigkeit ihrer Eltern. Sie begann sich aktiv gegen Neonazis und rechte Gewalt zu engagieren und schloss sich der Punkbewegung an. 1998 schloss sie ihre Schullaufbahn mit dem in Tangermünde ab, anschließend leistete sie ein Freiwilliges Ökologisches Jahr ab.
Von 1999 bis 2001 absolvierte sie eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau für Naturkost. Dem schloss sie von 2001 bis 2004 ein Studium der Wirtschaftspädagogik an der Humboldt-Universität zu Berlin folgte, das sie ohne Abschluss abbrach. Nachdem Engelmann von 2004 bis 2005 als Mitglied der Geschäftsführung einer Bio-Einkaufsgemeinschaft tätig gewesen war, absolvierte sie zwischen 2005 und 2008 ein Bachelorstudium der Sozialen Arbeit an der Alice Salomon Hochschule Berlin, gefolgt von einem Masterstudium der Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik ebendort (2008–2011).
Berufliche Tätigkeit 2009 wurde sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsprojekt Partizipationschancen Jugendlicher im euromediterranen Vergleich. Von 2011 bis 2021 war Engelmann als Projektkoordinatorin tätig, u. a. für die Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Berlin und den Bund Deutscher Pfadfinder innen. Sie lernte bei dieser Tätigkeit auch den Politiker Harald Wolf kennen und trat in die Partei Die Linke ein.
Politik Engelmann engagierte sich in ihrem Lichtenberger Wohnumfeld und wurde bei den Wahlen 2016 zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg für die Linke gewählt. In der BVV war sie als Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, darüber hinaus als Mitglied der Ausschüsse Haushalt und Personal sowie Schule und Sport. Parallel war sie 2016 bis 2021 als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei den Abgeordneten Hendrikje Klein bzw. 2021 bei Marion Platta im Abgeordnetenhaus tätig.
Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2021 trat Claudia Engelmann als Direktkandidatin im Wahlkreis Lichtenberg 3 an sowie auf Platz 31 der Landesliste der Linken. Sie folgte damit Marion Platta, die bei den drei vorangegangenen Wahlen jeweils im Wahlkreis angetreten und direkt gewählt worden war. Engelmann erhielt 24,5 Prozent der Wählerstimmen und zog damit direkt in das Abgeordnetenhaus ein. Im Abgeordnetenhaus war Engelmann Sprecherin für Sport und Queerpolitik, Mitglied in den Ausschüssen Bildung, Jugend und Familie; Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sowie im Sportausschuss. Darüber hinaus war sie Beisitzerin des Präsidiums.
Bei der Wiederholungswahl im Februar 2023, bei der die gleichen Wahlkreisvorschläge und Liste galten wie bei der Wahl 2021, konnte Engelmann ihr Direktmandat nicht verteidigen und die Zweitstimmen ihrer Partei reichten nicht für einen Einzug über die Landeliste. Engelmann versuchte nach der Wahl eine Nachzählung der Stimmen in ihrem Wahlkreis einzuklagen, da der CDU-Kandidat Dennis Haustein bei der Wiederholungswahl zum Abgeordnetenhaus lediglich 10 Stimmen Vorsprung hatte. Der Einspruch wurde im November 2023 durch den Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin mit 7 zu 1 Stimmen des Richterkollegiums abgewiesen. In der Zeit arbeitete Engelmann als Referentin für Sport und Queerpolitik ihrer Fraktion. Am 1. März 2026 rückte Engelmann für Ines Schmidt ins Abgeordnetenhaus nach, die ihr Mandat aus gesundheitlichen Gründen aufgab. In der Fraktion übernahm sie die Funktion als Sprecherin für feministische Politik und Sport und gehörte dem Ausschuss für Bildung, Jugend und Familie an.
Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2026 nominierte der Bezirksverband Lichtenberg ihrer Partei Engelmann erneut für den Wahlkreis Lichtenberg 3 sowie für den dritten Platz der Bezirksliste, mit der die Linke, im Gegensatz zu vorherigen Wahlen, antrat. Engelmann gelang es mit 32,9 Prozent das Direktmandat wiederzuerlangen und zog wieder ins Abgeordnetenhaus ein.
Privat Claudia Engelmann hat mit ihrer Partnerin zwei Kinder.
Mitgliedschaften ver.di Wurzelwerk e. V. Förderverein Johann Gottfried Herder Gymnasium Lesben leben Familie e. V. VVN-BdA Berlin e. V. 1. FC Union Berlin e. V. Verein der Abgeordnetenhausfraktion DIE LINKE e. V. Bürgerverein Fennpfuhl e. V. Kleingartensparte Schulzenhöhe e. V. Selbstbau e. G. Stromkreis e. G.
Weblinks Eigene Website Claudia Engelmann auf der Website des Abgeordnetenhauses von Berlin
Einzelnachweise
Kategorie:LGBT-Politiker Kategorie:Mitglied des Abgeordnetenhauses von Berlin Kategorie:Die-Linke-Mitglied Kategorie:Politiker (21. Jahrhundert) Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1980 Kategorie:Frau