Schirokodolje, , ) ist ein verlassener Ort im Rajon Krasnosnamensk der russischen Oblast Kaliningrad.
Die Ortsstelle befindet sich etwa fünf Kilometer westlich von Tolstowo (Löbegallen/Löbenau) nördlich der Inster (ru. Instrutsch). Dabei lag das ehemalige Skrebben/Krebben unmittelbar am Fluss, während sich der Ort Antskrebben/Hutfelde anderthalb Kilometer weiter nördlich beim Ballup-Bach, 1938 bis 1945 Torf-Graben, heute russisch Pridoroschny, befand.
Geschichte Antskrebben
Antskrebben war im 18. Jahrhundert ein Erbfreidorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 4. Im Jahr 1874 wurde die Landgemeinde Antskrebben dem neu gebildeten Amtsbezirk Waszeningken im Kreis Ragnit zugeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Waschingen 1930 wurde sie mit der Landgemeinde Skrebben zur neuen Landgemeinde Grünau zusammengeschlossen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 132 1871 128 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 129 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 124 1910 113
Skrebben
Skrebben war im 18. Jahrhundert ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 152. Im Jahr 1874 wurde auch die Landgemeinde Skrebben dem Amtsbezirk Waszeningken zugeordnet. 1930 wurde sie mit der Landgemeinde Antskrebben zur neuen Landgemeinde Grünau zusammengeschlossen.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1867 38 1871 39 1885 46 1905 46 1910 55
Grünau Die Landgemeinde Grünau entstand, nun im Kreis Tilsit-Ragnit, 1930 durch die Zusammenlegung der beiden Landgemeinden Antskrebben und Skrebben. Diese beiden Ortsteile wurden 1938 in Hutfelde bzw. Krebben umbenannt.
1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1933 143 1939 160
Schirokodolje Im Jahr 1947 bekam das ehemalige Antskrebben den russischen Namen Schirokodolje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Tolstowski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947) Es ist unbekannt, ob auch das ehemalige Skrebben mit zu Schirokodolje gezählt wurde. 1965 gelangte der Ort (falls er zu dieser Zeit noch existierte) in den Chlebnikowski selski Sowet. Schirokodolje wurde vor 1975 aus dem Ortsregister gestrichen.In der Административно-территориальное деление Калининградской области 1975 (Die administrativ-territoriale Einteilung der Oblast Kaliningrad 1975, herausgegeben vom Sowjet der Oblast Kaliningrad) auf soldat.ru (rar-Datei) taucht er nicht mehr auf.
Kirche Grünau, wie zuvor auch Antskrebben und Skrebben, gehörte zum evangelischen Kirchspiel Budwethen.
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Rajon Krasnosnamensk