Die Palestine Labour League (PLL, , ) war eine im Mai 1932 gegründete Gewerkschaft für arabische Arbeiter im britischen Mandatsgebiet Palästina. Die zunächst vom irakischen Einwanderer Eliyahu Agassi geleitete PLL diente den Zielen der jüdischen und erklärtermaßen zionistischen Muttergewerkschaft Histadrut. Am 3. Kongress der Histadrut im Juli 1927 hatten deren Delegierte dem Vorschlag zur Gründung zugestimmt. Die PLL sollte verhindern, dass arabische Arbeiter durch das Hinnehmen einer tieferen Bezahlung für ihre Arbeit das Lohnniveau der jüdischen Arbeiter unter Druck setzten. Durch die Gründung der PLL war es arabischen Arbeitern nun unmöglich, Vollmitglieder der Histadrut zu werden. Diese Regelung wurde 1959 formal und 1965 faktisch aufgehoben.

Mit Israels Eigenstaatlichkeit im Jahr 1948, wurde die Palestine Labour League in Israel Labour League (, ) umbenannt. Bei Finanzierung und leitendem Personal war die PLL weitgehend mit der Histadrut identisch und in allen Fragen loyal zur Arbeitspartei Mapai. Die in der PLL organisierten arabischen Arbeiter erhielten Zugang zu Dienstleistungen der Histadrut, wie der Krankenversicherung Kupat Cholim. Den Arbeitern stellt sich die Frage, ob dies Kollaboration ist.

Im Zuge der Erosion linker israelischer Parteien wie der Arbeitspartei und Meretz kann auch die Gewerkschaftsbewegung heute nicht mehr breit mobilisieren, Forderungen nach rechtlicher Gleichbehandlung aller Beschäftigten werden jedoch weiterhin von palästinensischen Arbeitern in Israel und in den Siedlungen artikuliert. Um die Anliegen arabischer Arbeitskräfte in Israel kümmern sich Nichtregierungsorganisationen wie Gisha, HaMoked, Al Mezan, Ataa, Adalah Center und Ir Amin. Israel hat jedoch 2024 sämtliche Arbeitsbewilligungen von Palästinensern annulliert.

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