Die Liste von Zwischenfällen der Französischen Luftstreitkräfte seit 1945 zeigt eine Übersicht über Zwischenfälle mit Todesfolge oder Totalschaden von Flugzeugen, die von den Französischen Luftstreitkräfte betrieben wurden und die sich seit 1945 ereignet haben.

Ungeachtet ihrer organisatorischen Selbständigkeit werden hier auch Zwischenfälle der französischen Marineflieger (Aéronavale) sowie der Heeresfliegertruppe (Aviation légère de l’armée de Terre, ALAT) erfasst.

Die Zusammenstellung des Inhalts dieser Liste wurde am 15. Mai 2017 begonnen; sie ist unvollständig. Derzeit liegt der inhaltliche Schwerpunkt noch auf Transportflugzeugtypen. Die Hinzufügung von Zwischenfällen mit weiteren Luftfahrzeugarten ist erwünscht. Hierfür seien z. B. Kampfflugzeuge, Aufklärungsflugzeuge, Verbindungs-, Schul- und Mehrzweckflugzeuge sowie Drehflügler genannt.

1945 bis 1949 Am 21. August 1945 verunglückte eine Martin B-26C Marauder der Französischen Luftstreitkräfte (Luftfahrzeugkennzeichen 277) bei Le Teil (Département Ardèche), nachdem eines der beiden Triebwerke ausgefallen war. Mit der Maschine sollten Soldaten nach Algerien transportiert werden. Alle 20 Insassen wurden dabei getötet, fünf Besatzungsmitglieder und 15 Passagiere.Unfallbericht Martin B-26 FrAF 277, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 27. Dezember 2021.

Am 19. September 1945 verunglückte eine Martin B-26G Marauder der Französischen Luftstreitkräfte (44-68184) bei Éclaron (Département Haute-Marne). Alle 12 Insassen kamen dabei ums Leben.Unfallbericht Martin B-26 44-68184, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 27. Dezember 2021.

Am 20. Februar 1947 hatten die Piloten einer Douglas DC-3/C-47B-10-DK der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 349048) versucht, bei Nebel auf dem Flughafen Frankfurt (Hessen) zu landen. Als der Treibstoff verbraucht war, stürzte die Maschine 8 Kilometer südöstlich des Flughafens ab. Alle 4 Besatzungsmitglieder wurden getötet.

Am 28. November 1947 kam beim Absturz einer North American B-25 bei Colomb-Béchar in Algerien der französische Generalinspekteur und Kriegsheld Philippe Leclerc de Hauteclocque ums Leben; mit ihm starben alle weiteren 12 Insassen der Maschine.

Am 9. Juli 1949 stürzte eine Junkers Ju 52/3m der Französischen Marineflieger (FrNav 1036/32 S-1) auf dem Flug nach Dakar bei Zaouit Massa (Marokko) in den Atlantik. Alle 18 Insassen starben.

1950er-Jahre An einem unbekannten Datum (wahrscheinlich in den 1950er-Jahren) wurde eine Sud-Ouest SO.94R Corse II der französischen Aéronavale (Marineflieger) (Luftfahrzeugkennzeichen FrNav 56.S.17, Werknummer 17) an einem unbekannten Ort in Frankreich irreparabel beschädigt. Bei einer Notlandung brach der Rumpf der Maschine hinter den Tragflächen auseinander. Alle Insassen überlebten.Avions de la Guerre d'Algerie (französisch), abgerufen am 22. Mai 2021.

Am 24. April 1951 stürzte eine aus Colomb-Bechar kommende Amiot AAC.1 (Ju 52) der Französischen Luftstreitkräfte (Kennzeichen unbekannt) nahe Oran (Algerien) ab. Alle 5 Insassen starben.

Am 12. Juli 1951 verunglückte eine Douglas DC-3/C-47B-35-DK der Französischen Luftstreitkräfte (980/F-RAMM) beim Start vom Flughafen Gao (Mali). Von den 17 Insassen kamen 8 ums Leben, die anderen neun überlebten schwer verletzt.

Am 2. August (oder 9. August?) 1951 stürzte eine Douglas DC-3/C-47B-20-DK der Französischen Luftstreitkräfte (349667/F-RBFL) kurz nach dem Start vom Flughafen Saigon (Vietnam) ab und wurde zerstört. Alle 6 Insassen kamen ums Leben.

Am 22. September 1951 wurde eine Douglas DC-3/C-47B-10-DK der Französischen Luftstreitkräfte (349145/F-RBFF) in Französisch-Indochina an einem unbekannten Ort im Bereich des nördlichen Vietnam zerstört.

Am 1. November 1951 wurde eine Douglas DC-3/C-47B-15-DK der Französischen Luftstreitkräfte (349384/F-RBFR) bei einem Flugunfall an der San Bernardino-Norton Air Force Base (Kalifornien, USA) zerstört. Nähere Einzelheiten sind in der Quelle nicht bekannt.

Am 23. Oktober 1952 verunglückte eine Sud-Est SE.161 Languedoc der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 86/F-RAPC) bei Bonneuil-sur-Marne (Département Val-de-Marne, Frankreich). Alle 11 Insassen kamen ums Leben.

Am 17. Februar 1953 stürzte eine Beechcraft C-45 Expeditor der französischen Luftwaffe (F-RAEG) kurz nach dem Start vom Flughafen Berlin-Tegel in den Forst Jungfernheide, als versucht wurde, wegen eines Motorschadens zum Flughafen zurückzukehren. Sie fing Feuer und alle 7 Insassen starben. Zuvor waren bereits zwei Startversuche abgebrochen worden.

Am 29. Dezember 1953 verschwand eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 2/F-SDAC) auf einem Flug von Algerien zum Militärflugplatz Mont-de-Marsan (Département Landes). Eine Woche später, am 5. Januar 1954, wurde das Wrack der Maschine am Pic de Costabonne in den Pyrenäen, an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, gefunden. Alle 10 Insassen wurden getötet.

Am 25. November 1954 verunglückte eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 143) in Vereisungsbedingungen bei Eschau (Département Bas-Rhin, Frankreich). Dabei kamen 2 der 3 Besatzungsmitglieder ums Leben, das dritte und die 7 Passagiere überlebten.

Am 11. Januar 1956 flog eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 71) bei Levacher, 57 Kilometer westsüdwestlich des Startflughafens Blida (Algerien), in den Berg Zaccar. Alle 6 Besatzungsmitglieder wurden getötet.

Am 25. Januar 1956 kollidierten zwei Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte in der Nähe von Mouzaia, 12 Kilometer westsüdwestlich ihres Startflugplatzes in Blida (Algerien). Bei einer Fallschirmjägerübung schlug der linke Propeller einer der Maschinen in den Heckbereich der anderen ein: Die Noratlas (FrAF 48 und FrAF 70) stürzte ab. Dabei wurden alle 5 Insassen getötet. Die Noratlas FrAF 70 konnte schwer beschädigt gelandet werden. Ein Besatzungsmitglied war vorher abgesprungen und kam dabei ums Leben. Die anderen Insassen überlebten. Allerdings wurde auch dieses Flugzeug irreparabel beschädigt.

Am 17. März 1956 verunglückte eine Douglas DC-3/C-47 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF xxx) beim Start vom Flughafen Gao (Mali). Alle 8 Insassen kamen ums Leben.

Am 1. Dezember 1956 verschwand eine Sud-Est SE.161/P7 Languedoc der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 61/F-SSUN) im Mittelmeer südlich von Marseille. Die Maschine war vom Militärflugplatz Istres-Le Tubé (Département Bouches-du-Rhône) gestartet und wurde im Rahmen des Such- und Rettungsdienstes bei der Suche nach einem panamaischen Frachtschiff eingesetzt, dessen Besatzung einen Notruf abgesetzt hatte. Trotz intensiver Suche wurde keine Spur des Flugzeugs gefunden. Alle 10 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Am 26. April 1957 verunglückte eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 40) bei der Landung auf dem Flugplatz Melun-Villaroche (Département Seine-et-Marne, Frankreich). Alle 5 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Am 19. Juni 1957 wurde eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 68) im Anflug auf den Flughafen von Blida (Algerien) nahe Boulnane bei Nebel in einen Berg geflogen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 6 Besatzungsmitglieder getötet.

Am 12. August 1957 verunglückte eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 82/F-SDDX) in Bizerte (Tunesien). Das Flugzeug kam vom Militärflugplatz Mont-de-Marsan (Département Landes, Frankreich). Alle 11 Insassen kamen ums Leben.

Am 29. November 1957 stürzte eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 26) auf einem Flug nach Tindūf (Algerien) 65 Kilometer südöstlich des Ziels in schlechtem Wetter ab. Alle 9 Insassen, fünf Besatzungsmitglieder und vier Passagiere, wurden getötet.

Am 18. Juni 1958 kam es mit einer Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 73) auf dem Flughafen von Blida (Algerien) zu einer Bruchlandung. Das Flugzeug war zuvor mit etlichen Störchen kollidiert. Die Maschine wurde irreparabel beschädigt. Über Personenschäden liegen keine Informationen vor.

Am 19. September 1958 kollidierte eine Lockheed C-130A Hercules der US Air Force (56-0526) mit einer Dassault Mystère IV der Französischen Luftstreitkräfte (65) nahe Triel-sur-Seine (Frankreich) Alle 6 Insassen sowie der Pilot der Mystère kamen ums Leben.

1960er-Jahre Am 15. Januar 1960 stürzte eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (Luftfahrzeugkennzeichen FrAF 102) in Vereisungsbedingungen 12 Kilometer südlich des Flughafens Ghardaïa (Algerien) ab. Alle 5 Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.

Am 16. September 1960 wurde eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 22) bei einer Nachtflugübung nordwestlich von Batna (Algerien) ins Gelände geflogen. Die Piloten sanken unter die Abdeckung des Radars und versuchten, einem Nachtjäger des Typs Gloster Meteor zu entgehen. Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 11 Insassen getötet.

Am 7. April 1961 verunglückte eine aus Algier kommende Breguet 761S der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 1/F-RAPA) bei der Landung auf dem Flughafen von Reggane (Algerien). In einem Sandsturm mit Windböen von 30 bis 35 Knoten geriet das Flugzeug nach links von der Landebahn 25 ab, wobei das linke Hauptfahrwerk zusammenbrach. Die Maschine wurde irreparabel beschädigt und vor Ort zerlegt, um Ersatzteile für die verbliebenen Breguet 761 zu gewinnen. Alle Insassen überlebten.L’accident du Breguet 761S 101 F-RAPA sur la Base Aérienne de Reggan (französisch), abgerufen am 21. Mai 2021.

Am 19. Juni 1961 wurde eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 67) auf dem Flughafen von Bizerte (Tunesien) durch Mörserbeschuß zerstört. Über Personenschäden ist nichts bekannt.

Am 23. Januar 1962 wurde eine Sud-Ouest SO.95M Corse III der französischen Aéronavale (Marineflieger) (FrNav 2.S.15, Werknummer 15) an einem unbekannten Ort in Frankreich irreparabel beschädigt. Nachdem das rechte Triebwerk in Brand geraten war, wurde eine Notlandung durchgeführt. Alle Insassen überlebten.

Am 20. März 1962 verunglückte eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 204) 80 Kilometer südöstlich von Algier. Die Maschine war auf dem Weg von Ain Beida in Ouargla zum Flughafen Algier. Alle 11 Insassen, die fünf Besatzungsmitglieder und 6 Passagiere, kamen ums Leben.

Am 23. Mai 1962 wurde eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 62) auf dem Flughafen Algier (Algerien) bei einem Angriff zerstört. Über Personenschäden liegen keine Informationen vor.

Am 15. Februar 1963 wurde eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 48) auf dem Flughafen Fort-Lamy (heute: N’Djamena, Tschad) durch ein beim Betanken ausgebrochenes Feuer zerstört. Personen kamen nicht zu Schaden.

Am 21. August 1963 stürzte ein Düsenjäger des Typs North American F-100D Super Sabre der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 42243) bei Grafenhausen (Baden-Württemberg) aus unbekannter Ursache ab. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.Unfallbericht F-100 Super Sabre FrAF 42243, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 20. Mai 2021.

Am 21. April 1964 verunglückte eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 178) beim Start auf dem Flugplatz Bouar in der Zentralafrikanischen Republik. Die Maschine wurde durch eine Windbö erfasst und irreparabel beschädigt. Dabei kamen 18 der 37 Insassen ums Leben.

Am 29. April 1964 wurde eine Nord Noratlas 2501 der Französischen Luftstreitkräfte (FrAF 35) bei einer im Tiefflug durchgeführten Navigationsübung in den Berg Pic de Jouels geflogen, 16 Kilometer westlich von Foix (Département Ariège, Frankreich). Bei diesem CFIT (Controlled flight into terrain) wurden alle 5 Besatzungsmitglieder getötet.